Arno Schmidt Gedächtnisstätte
Museum in Deutschland
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Die Arno Schmidt Gedächtnisstätte, Zum Kronsberg 1, in der niedersächsischen Gemeinde Eldingen, Ortsteil Bargfeld am Südrand der Lüneburger Heide, im Landkreis Celle, wurde im 20. Jahrhundert gebaut und war ab 1958 das Wohnhaus der Schriftsteller Arno Schmidt und Alice Schmidt. Aktuell (2026) wird sie museal als Gedächtnisstätte genutzt.

Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Eldingen).[1]
Geschichte und Beschreibung
Arno Schmidt (1914–1979) war einer der bedeutendsten Schriftsteller im deutschen Sprachraum nach dem Zweiten Weltkrieg. Er verband traditionelles Erzählen und avantgardistische Schreibtechnik. Er ließ sich mit seiner Frau Alice Schmidt (1916–1983) nach vielen Umzügen und Ortswechseln 1958 in Bargfeld am Südrand der Lüneburger Heide nieder. Sie kauften durch Vermittlung des Malers Eberhard Schlotter das vom Ehepaar Reetz 1948 erbaute Haus für knapp 17.000 DM.[2] Bis 1979 wohnte und arbeitete er hier mit seiner Frau. Den Nachlass betreut die Arno-Schmidt-Stiftung in Bargfeld, die hier ein kleines Museum unterhält. Unter den Namen „Hillfeld“, „Giffendorf“, „Schadewalde“ und „Ödingen“ erscheint das Dorf in Schmidts nach 1958 erschienenen Erzählungen und Romanen.
Seine wichtigsten Erzählungen und Romane sind u. a.: Aus dem Leben eines Fauns 1953, Tina oder über die Unsterblichkeit 1955, Die Gelehrtenrepublik 1957, KAFF auch Mare Crisium 1960, Ländliche Erzählungen 1960/64, Trommler beim Zaren 1966, Zettel’s Traum 1970, Abend mit Goldrand 1975.

Alice Schmidt gründete 1981 mit Jan Philipp Reemtsma die Arno-Schmidt-Stiftung. Die Stiftung ist Herausgeberin der Werkausgabe Arno Schmidts (Bargfelder Ausgabe).
Die Gedächtnisstätte umfasst:
- Das Wohnhaus: Eingeschossiges, freistehendes Wohnhaus als Holzbau in Fachwerk mit senkrechter Verbretterung, ausgebautem Dachgeschoss, hohlpfannengedecktem Satteldach und überdachter Veranda; 1948 von der Familie Reetz gebaut und 1958 von Schmidt umgebaut. Mit seiner im Original erhaltenen Ausstattung heute Teil der Arno Schmidt Gedächtnisstätte.[3]
- Das Haus Arno Schmidt: Wohn-, Arbeits- und Archivhaus von Arno Schmidt, heute: Gedächtnisstätte als eingeschossiger, gewinkelter Putzbau von 1977/78 mit ausgebautem Dachgeschoss mit hohlpfannengedecktem Satteldach. Nach Westen giebelseitige Außentreppe unter weit vorkragendem Dach; Entwurf von Schmidt. Als Steinhaus sollte es besseren Schutz für die dort archivierten Manuskripte des Schriftstellers bieten. Schmidts Bibliothek, seine Handschriften und Notate in den sogenannten Zettelkästen sind erhalten sowie auch das gesamte Mobiliar und die Ausstattung.[4]
- Der Garten: Fast quadratisches Grundstück mit einer an die umgebende Landschaft angelehnten Gestaltung, mit altem Baumbestand heimischer Arten sowie große, mittige Wiesenfläche. Gestaltet durch Schmidt, erweitert von 1961 bis 1964; Größe ca. 4000 m². Schmidts Naturnähe zeigt sich auch in der Gartenanlage.[5]
- Das Grab von Arno Schmidt: Urnenbestattung unter einem Findling in einem kleinen Wacholderhain, oval-länglicher Findling aus der Nähe von Weyhausen, mit flacher, sitzartiger Oberkante, ca. 1 m Länge; zu Lebzeiten des Schriftstellers in den Garten transportiert.[6]
- Gartentor
- Arno Schmidts Haus von Süden
- Schmidts Grab im Garten
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… Die Landschaft der Südheide, deren Heidepflanzen und Moore noch in den 1950er-Jahren bis nahe an den Dorfrand reichten, hielt er für die ‚ihm gemäße Landschaft‘.“