Artem Demenok

russischer Dokumentarfilmer und Filmhistoriker in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Artem Demenok (russisch Артем Деменок; * 1962 in Wladiwostok) ist ein russischer Dokumentarfilmer und Filmhistoriker, der in Deutschland lebt.

Leben und Wirken

Artem Demenok absolvierte 1984 das Fach Filmwissenschaft an der Moskauer Filmhochschule (WGIK). Während des Internationalen Filmfestivals Moskau 1989 organisierte er zusammen mit Maja Turowskaja die Retrospektive Filme der totalitären Epoche, wo erstmals deutsche, sowjetische und italienische Filme aus den Jahren 1933–1945 vergleichend gegenübergestellt wurden.[1] Seit 1990 lebt er in Deutschland. Er schrieb zunächst für das Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung, restaurierte einige Stummfilme für die Stiftung Deutsche Kinemathek[2][3][4] und arbeitete als Autor für TV-Kulturmagazine – so für den Kulturreport (ARD), das Kulturjournal (NDR), für Metropolis (arte) und Kulturzeit (3sat). Er konzentrierte sich schließlich auf historische Dokumentationen.[5][6] Sein Fokus ist dabei einerseits auf die Filmgeschichte und andererseits auf relevante Themen der deutsch-russischen Geschichtsbeziehungen gerichtet. Dabei setzt er auf sorgfältige Recherchen – was die Entdeckung und Nutzung von ausdrucksstarkem Archivmaterial betrifft — und die Auswahl von Zeitzeugen und Interviewpartnern. So gelingen ihm filmische Erzählungen in einem zugleich ruhigen, kraftvollen und eindringlichen Stil.[7] Einige seiner Werke sind in Zusammenarbeit mit Andreas Christoph Schmidt entstanden.

Filmografie

  • 1998: Der aus der Kälte kam – Alexander Solschenizyn (mit Andreas Christoph Schmidt)
  • 1999: Der Kommandant – Nikolaj Bersarin im eroberten Berlin (mit Andreas Christoph Schmidt)
  • 2000: Das Russische Haus – Die Botschaft Unter den Linden (mit Andreas Christoph Schmidt)
  • 2001: Vorposten im Spreebogen – Schweizerische Botschaft in Berlin (mit Felix Oeler)
  • 2003: Helden ohne Ruhm – Der 17. Juni 1953 (mit Andreas Christoph Schmidt)
  • 2003: Endstation Freiheit – Leben und Schreiben im heutigen Russland
  • 2004: Was geschah wirklich am 20. Juli 1944?
  • 2005: Welthauptstadt Germania
  • 2007: Deutsche Lebensläufe – Fritz Lang
  • 2007: Dem Panzerkreuzer Potemkin auf der Spur
  • 2009: Die Brüder Grimm – Wörtersammler
  • 2010: Die Reise nach Metropolis
  • 2010: Tolstoi mit den Augen des Films
  • 2011: Jekyll und Hyde – Das Andere in uns
  • 2012: Die Partisanen – Krieg hinter der Front (mit Andreas Christoph Schmidt)
  • 2013: Griff nach der Freiheit – Der 17. Juni 1953 (mit Andreas Christoph Schmidt)
  • 2013: Arnold Böcklin – Der Traum vom Tod
  • 2014: Pussy Riot und andere Sünden
  • 2015: Майя Туровская. Осколки
  • 2016: Сурков. Отражения
  • 2016: Schatten des Krieges – Das sowjetische Erbe
  • 2016: Was wurde aus der Sowjetunion?
  • 2018: Krieg und Frieden – Deutsch-Sowjetische Skizzen (mit Andreas Christoph Schmidt)
  • 2019: Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt: 1972, 1991, 1993
  • 2020: Im Reich der Filme – Die Berlinale und ihre Geschichten
  • 2020: Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt: 2008
  • 2021: Moskau 1941 – Stimmen am Abgrund
  • 2022: Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt: 2012
  • 2022: Deutsche und Russen – Frieden und Krieg
  • 2023: Stalingrad – Stimmen aus Ruinen
  • 2024: Leningrad – Stimmen einer belagerten Stadt
  • 2024: Putin und die Macht
  • 2025: Russlands wilde 90er – Zwischen Demokratie und Putin

Auszeichnungen

  • 2004: Bayerischer Fernsehpreis für Helden ohne Ruhm
  • 2006: 2. Urban Film Festival, Teheran, Best Research Award für Welthauptstadt Germania[8]
  • 2006: Adolf-Grimme-Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen für Welthauptstadt Germania[9]
  • 2007: Adolf-Grimme-Preis für Fritz Lang[10]
  • 2010: Grimme-Preis-Nominierung für Die Brüder Grimm – Wörtersammler[11]
  • 2017: Grimme-Preis für Schatten des Krieges – Das sowjetische Erbe[12]
  • 2019: Grimme-Preis-Nominierung für Krieg und Frieden – Deutsch-sowjetische Skizzen[13]
  • 2024: Grimme-Preis-Nominierung für Stalingrad – Stimmen aus Ruinen[14]
  • 2024: DAfFNE-Nominierung für Leningrad – Stimmen einer belagerten Stadt[15]
  • 2026: Grimme-Preis-Nominierung für Russlands wilde 90er – Zwischen Demokratie und Putin[16]

Einzelnachweise

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