Arthur Severn

britischer Landschafts- und Marinemaler From Wikipedia, the free encyclopedia

Joseph (Joseph Arthur Palliser) Arthur Severn (* 14. August 1842 in London; † 23. Februar 1931 ebenda) war ein britischer Landschafts- und Marinemaler.[1]

Albert Goodwin, John Ruskin, Arthur und Joan Severn mit einer Freundin in Venedig. 1872. Albert Goodwin sitzt rechts auf diesem Gruppenfoto, während Ruskin links sitzt und Arthur Severn hinter ihnen steht

Leben

Arthur Severn stammte aus einer Künstlerfamilie. Sein Vater war der Maler Joseph Severn, ein enger Freund des Dichters John Keats. Seine Mutter hieß Eliza Severn. Sein Bruder Walter Severn (1830–1904) war ebenfalls Aquarellmaler und Landschaftsmaler, während seine Schwester Mary Severn (1832–1866) Porträtmalerin war und mit dem Archäologen Charles Thomas Newton verheiratet war.[1]

Arthur Severn studierte in Paris und Rom. Er spezialisierte sich auf Landschafts- und Meeresdarstellungen, wobei er sich besonders für die Auswirkungen von Licht und Wetterbedingungen interessierte. Seine Werke zeichnen sich durch die Erforschung der atmosphärischen Bedingungen und wechselnden Naturphänomene aus. Severn stellte regelmäßig und aktiv aus. In London stellte er seine Werke unter anderem in der Royal Academy, im Royal Institute of Painters in Water Colours, im Royal Institute of Oil Painters, in der Dudley Gallery, in der Fine Art Society und in der Grosvenor Gallery aus. Er präsentierte außerdem seine Werke in der Walker Art Gallery in Liverpool, in der Leicester Gallery sowie in der Manchester City Art Gallery.[2]

Arthur Severn: Clouds over Morecambe Bay, Lancashire

Im Jahr 1863 gehörte Arthur Severn zu den Gründungsmitgliedern des Arts Club. 1882 wurde er Mitglied des Royal Institute of Painters in Water Colours, 1883 folgte die Aufnahme in das Royal Institute of Oil Painters. Auch international war er präsent: In Paris nahm er an Ausstellungen teil und erhielt 1889 eine ehrenvolle Erwähnung auf der Exposition Universelle. Zu seinen bekannten Werken zählt das Gemälde High Tide in Brighton, das sich in Cardiff befindet. 1871 heiratete er Joan Agnew, eine Cousine des Kunstkritikers und Schriftstellers John Ruskin. Severn und seine Frau pflegten ein enges persönliches Verhältnis zu Ruskin. Zugleich stand Severn dem Maler James McNeill Whistler nahe. Seine frühen Erinnerungen an Whistler stammen von Treffen im Haus seines Schwagers Francis Seymour Haden sowie von gesellschaftlichen Zusammenkünften auf Campden Hill in London.[2]

Arthur Severn: View of Richmond castle, Yorkshire; Dusk

Arthur Severn spielte eine wichtige Rolle im Prozess Whistler v. Ruskin. Auf Bitte von Ruskins Rechtsbeiständen brachte er im Jahr 1878 ein Gemälde, das Ruskin zugeschrieben wurde, zum Prozess. Zudem unterstützte er die Verteidigung, indem er Zeugen organisierte und Ruskins Schriften studierte. Obwohl er Ruskin unterstützte, äußerte Severn zugleich hohe Wertschätzung für Whistlers Malerei und hielt Ruskins öffentliche Kritik an dessen Werk für ungerechtfertigt. Er selbst trat im Prozess nicht als Zeuge auf. Laut eigenen Aussagen blieb Whistler ihm gegenüber auch nach dem Verfahren respektvoll und verständnisvoll.[2]

Laut der Volkszählung von 1881 lebten Arthur und Joan Severn gemeinsam mit John Ruskin in Hawkshead. Severn blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1931 als Künstler tätig und ist vor allem durch seine Rolle als Landschafts- und Marinemaler sowie durch seine Stellung im künstlerischen und kulturellen Netzwerk des viktorianischen Englands bekannt.[2]

Literatur

  • Graves, Algernon: The Royal Academy of Arts. A Complete Dictionary of Contributors and Their Work, Band 7, London, 1906.
  • The Connoisseur, Band 87, 1931, S. 261.
  • Thieme, Ulrich; Becker, Felix (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 30, Wilhelm Engelmann, Leipzig, 1936.
  • Houfe, Simon: The Dictionary of British Book Illustrators and Caricaturists, Antique Collectors’ Club, Woodbridge, 1981.
  • Wood, Christopher: Victorian Painting, London, 1978.
  • Mallalieu, Huon: The Dictionary of British Watercolour Artists up to 1920, Band I, Antique Collectors’ Club, London, 1976.
  • Lambourne, Lionel; Hamilton, Joseph: British Painting of the Nineteenth Century, London, 1980.
  • Wilhelmi, Jacky: Artists’ Houses in London, London, 2006.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 12: Rouco – Sommer. Paris, 2006.
Commons: Arthur Severn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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