As-Sābiqūn

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As-Sābiqūn (arabisch السابقون ‚die Vorausgehenden‘) ist eine an zwei Stellen im Koran erwähnte Personengruppe, die eine wichtige Rolle im islamischen Denken spielt.

Koranische Aussagen

Die Gruppe der Sābiqūn begegnet zum ersten Mal in einer Sure aus frühmekkanischer Zeit und wird dort als die „Nahestehenden“ (al-muqarrabūn) positiv den Rechten und den Linken gegenübergestellt (Sure 56:8-11). Der Begriff bleibt dabei aber rätselhaft.[1]

An der zweiten Stelle, die aus spätmedinischer Zeit stammt,[2] wird ein Zusammenhang mit den Prophetengefährten hergestellt. Gott, so wird erklärt, habe an den "ersten Vorausgehenden" (as-sābiqūn al-awwalūn) von den Auswanderern und den Helfern und denjenigen, die ihnen folgen, Wohlgefallen und ihnen Gärten der Glückseligkeit bereitet (Sure 9:100).

As-Sābiqūn al-auwalūn bei Ibn Hischām

Aus den koranischen Aussagen ist abgeleitet worden, dass es sich bei as-Sābiqūn al-auwalūn um die frühesten Anhänger des Propheten handeln muss. Ibn Hischām nennt in seiner Prophetenbiographie insgesamt 53 Personen dieser Personengruppe zu, und zwar ʿAlī ibn Abī Tālib, Mohammeds Sklaven Zaid ibn Hāritha, Abū Bakr, ʿUthmān ibn ʿAffān, az-Zubair ibn al-ʿAuwām, ʿAbd ar-Rahmān ibn ʿAuf, Saʿd ibn Abī Waqqās und Talha ibn ʿUbaidallāh als die ersten acht Muslime, darüber hinaus aber auch folgenden Personenkreis, der insgesamt 45 Personen umfasst:

  1. Abū ʿUbaida ibn al-Dscharrāh
  2. Abū Salama
  3. al-Arqam ibn Abī l-Arqam
  4. ʿUthmān ibn Mazʿūn
  5. Qudāma ibn Mazʿūn
  6. ʿAbdallāh ibn Mazʿūn
  7. ʿUbaida ibn al-Hārith
  8. Saʿīd ibn al-Zaid mit seiner Frau
  9. Fātima bint al-Chattāb
  10. Asmā' bint Abī Bakr
  11. ʿĀ'ischa bint Abī Bakr
  12. Chabbāb ibn al-Aratt
  13. ʿUmair ibn Abī l-Waqqās
  14. ʿAbdallāh ibn Masʿūd
  15. Masʿūd ibn al-Qāri'
  16. Salīth ibn ʿAmr
  17. Hathīb ibn ʿAmr
  18. ʿAiyāsch ibn Rabīʿa
  19. Asmā' bint Salāma
  20. Chunais ibn Hudhāfa
  21. ʿĀmir ibn Rabīʿa
  22. Abdallah ibn Dschahsch
  23. Abū Ahmad ibn Dschahsch
  24. Dschaʿfar ibn Abī Tālib
  25. Asmā' bint ʿUmais, seine Frau
  26. Hāthib ibn al-Hārith
  27. Fātima bint al-Mudschallal, seine Frau
  28. Chattāb ibn al-Hārith, Bruder von Hāthib
  29. Fukaiha bint Yassār, seine Frau
  30. Maʿmar ibn al-Hārith
  31. Sā'ib, der Sohn von ʿUthmān ibn Mazʿūn
  32. al-Muthallib ibn Azhar
  33. Ramla bint Abī ʿAuf, seine Frau
  34. an-Nahhām Nuʿaim ibn ʿAbdallāh
  35. ʿĀmir ibn Fuhaira, ein freigelassener Sklave Abu Bakrs
  36. Chālid ibn Saʿīd
  37. Umaina bint Chalaf, seine Frau
  38. Abū Hudhaifa Mihscham ibn ʿUtba
  39. Wāqid ibn ʿAbdallāh
  40. Chālid ibn Bukair
  41. ʿĀmir ibn Bukair
  42. ʿAqīl ibn Bukair
  43. Iyās ibn Bukair
  44. ʿAmmār ibn Yāsir
  45. Suhaib ar-Rūmī[3]

As-Sābiqūn in der Schia

In der Schia wird der Begriff as-Sābiqūn auf den Propheten Mohammed, die Imame und Fatima bint Mohammed bezogen, die als präexistente Wesen aufgefasst werden, die als erste auf Gottes Frage "Bin ich nicht Euer Herr?" (a-lastu bi-rabbi-kum; Sure 7:172) geantwortet haben.[4] Auch den Engeln ist aufgetragen, sich vor dieser Personengruppe niederzuwerfen.[5]

In dem aus der Zwölfer-Schia hervorgegangenen Babismus wird der Begriff für 18 Schüler des Bab verwendet, die zusammen mit ihm die sogenannten „Buchstaben des Lebendigen“ (hurūf al-hayy) bilden.[6]

Literatur

  • Asma Afsaruddin: "Medieval Islamic Discourse on Legitimate Leadership and Its Modern Implications" in The American Journal of Islamic Social Sciences 20 (2003) 80–94.
  • D. MacEoin: Art. "As-Sābiḳūn " in The Encyclopaedia of Islam. New Edition Bd. VIII, S. 678b–679a.
  • Miklos Muranyi: Die Prophetengenossen in der frühislamischen Geschichte. Bonn 1973. S. 32–40.
  • Miklos Muranyi: Die ersten Muslime von Mekka – soziale Basis einer neuen Religion? In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 8 (1986) 25–35.

Einzelnachweise

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