Aspen Pharmacare
südafrikanisches Pharmazieunternehmen
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Aspen Pharmacare Holdings Limited (kurz Aspen) ist ein Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Durban, Südafrika. Es zählt zu den größten Herstellern von Spezial- und Markenarzneimitteln auf der südlichen Hemisphäre und ist sowohl in Schwellen- als auch in Industrieländern aktiv.
| Aspen Pharmacare Holdings Limited | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | ZAE000066692 |
| Gründung | 1997 |
| Sitz | Durban, Südafrika |
| Leitung | Stephen Saad |
| Mitarbeiterzahl | 9.300 (2025) |
| Branche | Biotechnologie und Pharmazie |
| Website | aspenpharma.com |
Geschichte
Gegründet wurde Aspen 1997 als pharmazeutisches Handelsunternehmen.[1] Inzwischen ist es der größte Pharmakonzern, der aus Afrika stammt,[2] und entwickelte sich durch organisches Wachstum und Übernahmen von einem regionalen Anbieter pharmazeutischer Produkte zu einem global agierenden Konzern.[3] So erwarb Aspen im Jahr 2009 das Werk in Bad Oldesloe unter der Firmierung Aspen Bad Oldesloe GmbH von GlaxoSmithKline.[4]
2016 wurde das Unternehmen von der italienischen Kartellbehörde zu einer Strafe von mehr als 5,2 Mio. Euro verurteilt, weil es die Versorgung mit mehreren Krebsmedikamenten, wie beispielsweise Melphalan und Chlorambucil, aus verhandlungstaktischen Gründen eingestellt hatte, um durch die künstlich hervorgerufene Verknappung Preissteigerungen um bis zu 1.500 Prozent durchsetzen zu können. Die Lizenz für diese Medikamente, deren Patentschutz ausgelaufen war, hatte Aspen kurz vorher von GlaxoSmithKline erworben.[5][6] In Frankreich sind 3 Patientinnen gestorben, nachdem sie Cyclophosphamid als Ausweichmedikament für Melphalan erhalten hatten.[7] Auch die EU-Kommission nahem 2017 Ermittlungen wegen des Verdachts von Wucherpreisen gegen das Unternehmen auf.[8][9] In eigenen Ermittlungen hat die Competition and Markets Authority, die Wettbewerbsbehörde des Vereinigten Königreichs, festgestellt, dass Aspen mit zwei anderen Herstellern ein illegales Kartell gebildet hatte, um den Preis für Fludrocortison um bis zu 1800 % zu erhöhen. Aspen hat diese Kartellvereinbarung eingestanden und 8 Mio. £ als Entschädigung an den NHS gezahlt.[10][11][12]
Geschäftstätigkeit
Aspen ist auf die Vermarktung und Herstellung eines breiten Spektrums von Arzneimitteln spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf sogenannten post-patentierten Markenpräparaten sowie auf inländischen Markenprodukten, die sowohl den Krankenhaus- als auch den Endverbrauchermarkt abdecken.[13]
Die Geschäftstätigkeit gliedert sich in Manufacturing (Herstellung) und Commercial Pharmaceuticals (Kommerzielle Pharmazeutika). Das Angebot umfasst verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Arzneimittel, sterile Produkte, feste orale Darreichungsformen, Flüssigkeiten, darunter injizierbare Produkte, halbfeste Präparate, Biologika und pharmazeutische Wirkstoffe.
Aspen betreibt weltweit 24 Produktionsstätten an 15 Standorten. Zu den wichtigsten Produktionsstandorten zählen Werke in Südafrika, Europa, Lateinamerika und Asien.[14] Aspen ist in über 46 Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten und beschäftigt mehr als 9300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Produkte des Unternehmens werden in über 115 Ländern vertrieben.[15]
Der Unternehmenszweig Aspen Bad Oldesloe GmbH wurde 1973 gegründet. Als Auftragshersteller (Contract Manufacturing Organization) produziert das Werk nicht sterile Feststoffe, Halbfeststoffe und Flüssigkeiten sowie sterile Lösungen in Blow-Fill-Seal-Ampullen.[16]
Aspen verfügt über internationale Herstellungszulassungen unter anderem der U.S. Food and Drug Administration, der Australian Therapeutic Goods Administration und des European Directorate for the Quality of Medicines.
