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Association for Standardization of Automation and Measuring Systems

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Der Verein zur Förderung der internationalen Standardisierung von Automatisierungs- und Messsystemen (ASAM) e.V. ist ein eingetragener Verein nach deutschem Recht. Seine Mitglieder sind überwiegend global agierende Fahrzeughersteller, Zulieferer und Ingenieursdienstleister der Automobilindustrie. Der Verein koordiniert die Entwicklung von technischen Standards, die in Projektgruppen durch Experten seiner Mitgliedsunternehmen entwickelt werden. Der ASAM verfolgt das Ziel, dass Werkzeuge einer Entwicklungsprozesskette miteinander verbunden werden können und ein durchgehender Datenaustausch möglich ist. Die ASAM Standards definieren Protokolle, Dateiformate und Programmierschnittstellen (APIs) für Entwicklung und Test von Hard- und Software-Komponenten im Fahrzeug. Die Konformität mit den ASAM Standards soll das Zusammenspiel von Werkzeugen verschiedener Hersteller ermöglichen, einen Datenaustausch ohne Datenkonvertierung garantieren und den Austausch von eindeutigen Spezifikationen zwischen Herstellern und Zulieferern sicherstellen.

Gründung1. Dezember 1998 in Stuttgart
MottoAccelerate engineering for mobility
Schnelle Fakten Association for Standardization of Automation and Measuring Systems ASAM e.V. (ASAM), Rechtsform ...
Association for Standardization of Automation and Measuring Systems ASAM e.V.
(ASAM)
Logo
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1. Dezember 1998 in Stuttgart
Sitz Höhenkirchen-Siegertsbrunn
Motto Accelerate engineering for mobility
Zweck Internationale Standardisierung
Vorsitz Armin Rupalla
Geschäftsführung Marius Dupuis (CEO)
Aufsichtsrat Armin Rupalla (Vorsitzender), Thomas Form, Andras Kemeny, Frank Köster, Ralf Nörenberg
Beschäftigte 12
Mitglieder ca. 400
Website www.asam.net
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ASAM Standards setzen auf andere Standards wie UML und XML auf und sind somit unabhängig von spezifischen IT-Technologien und Plattformen. Weiterhin arbeitet der ASAM in der Standardisierung eng mit anderen Organisationen, wie beispielsweise der ISO, SAE oder AUTOSAR zusammen.

Geschichte

Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre stand die Automobilindustrie unter einem großen Kosten- und Rationalisierungsdruck. Davon waren auch die Bereiche der Messtechnik und Testautomatisierung betroffen. Die Werkzeuge in diesem Bereich waren überwiegend Spezial- und Eigenentwicklungen mit inkompatiblen Schnittstellen und Datenformaten, die ein Zusammenspiel unterschiedlicher Werkzeuge und den Datenaustausch behinderten. Die Entwicklungsleiter von Audi, BMW, Daimler-Benz, Porsche und Volkswagen hatten sich daraufhin zur Zusammenarbeit entschlossen und 1991 den Arbeitskreis zur Standardisierung von Applikationssystemen (ASAP) gegründet. Im ASAP wurden von Beginn an die Zulieferer in die Standardentwicklung als gleichberechtigte Partner zu den Fahrzeugherstellern einbezogen. Dadurch wurde sichergestellt, dass deren technologisches Know-how einfloss und die Standards mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand in Produkte und Dienstleistungen umsetzbar waren.

Die Standardentwicklung wurde 1996 durch das EU-Projekt STAUMECS weiter vorangetrieben. Weil die Anzahl und Bedeutung der Standards stetig anstieg, wurde am 1. Dezember 1998 in Stuttgart der ASAM e.V. gegründet, der die Standards rechtlich vertritt, die Entwicklung koordiniert und für die Verbreitung sorgt.

ASAM Heute

ASAM hat ca. 400 Firmenmitglieder weltweit. Sie stammen hauptsächlich aus der Automobilindustrie, obwohl ASAM die Mitgliedschaft nicht auf diesen Industriezweig begrenzt.

Mitgliedsunternehmen sind:

  • Endnutzer: OEMs und ihrer Zulieferer (Tier-1s), die hauptsächlich Werkzeuge und Prozesse nach ASAM Standards anwenden
  • Systemlieferanten: Softwarehersteller und Dienstleister, die ASAM Standards in Werkzeugen implementieren und Ingenieursdienstleistungen anbieten
  • Bildungsinstitutionen: Universitäten und Forschungsinstitute

Mitglieder bezahlen, abhängig von ihrer Unternehmensgröße, einen jährlichen Beitrag. Sie erhalten dadurch freien Zugang zu allen ASAM Produkten (Standards und Tools) und können diese für die Entwicklung eigener Software und im Rahmen von Dienstleistungen nutzen. Weiterhin erlaubt die Mitgliedschaft, Änderungen oder Neuentwicklungen von Standards vorzuschlagen und an deren Entwicklung teilzunehmen.

Geschäfts- und Anwendungsfeld

ASAM Standards schaffen einen globalen, OEM-unabhängigen Markt. Die ASAM Standards ermöglichen es, Produkte ohne aufwendige Kundenanpassungen weltweit an Endanwender zu verkaufen. Dieses reduziert Entwicklungskosten. Diejenigen Unternehmen, die aktiv an der Entwicklung der Standards beteiligt sind, haben zusätzlichen einen „first-to-market“ Vorteil. Die Standards werden hauptsächlich in der Automobilindustrie verwendet. Sie befassen sich überwiegend mit der Definition von Schnittstellen und Datenformaten. Die Standards reduzieren die Aufwände für Entwicklung, Integration und Wartung über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs. ASAM Standards beziehen sich auf konkrete Anwendungsfälle und werden nach folgenden Grundprinzipien entwickelt:

  • Unabhängigkeit von Hardwareplattform- und Betriebssystem
  • Verwendung von Objektmodellierung
  • Festlegung von Semantik und Syntax
  • Unabhängigkeit von der physischen Datenablage

Sie sind hersteller- und technologieunabhängig, was Systemkomponenten verschiedener Herkunft austauschbar macht. Investitionen in Werkzeuge und Prozesse garantieren somit eine lange Nutzungsdauer.

ASAM verwendet folgende Beschreibungsmethoden für die Technologiedefinitionen in den Standards:

  • Formatbeschreibung: definiert Syntax und Semantik eines Dateiformats für den Datenaustausch.
  • API: definiert Schnittstellen und funktionales Verhalten von ausführbaren Routinen, die als aufrufbare Dienste und zum Datenaustausch zwischen Computerprogrammen verwendet werden.
  • Protokolldefinition: definiert Syntax, Semantik und Synchronisation einer Bus-Kommunikation, um eine Verbindung zwischen zwei Computersystemen herzustellen.
  • Technologiereferenz: spezifiziert eine technologieabhängige Interpretation eines technologieunabhängigen Teils des Standards, typischerweise über Abbildungsregeln oder Programmcode.
  • Application Area Companion: definiert die Erweiterung eines Basis-Standards für einen bestimmten Anwendungsbereich oder Gerätetyp.
  • Transportschichtspezifikation: definiert die Umsetzung einer generischen Protokolldefinition auf einen konkreten „Physical Layer“.

Organisationsstruktur

Organizational Structure of ASAM e.V.

ASAM ist als eingetragener Verein organisiert. Die Struktur ermöglicht die Integration von neuen Mitgliedern in die bestehende Organisation.

Das höchste Entscheidungsorgan des ASAM ist die Mitgliederversammlung. Jedes Mitgliedsunternehmen hat Stimmrechte proportional zu seinem jährlichen Mitgliedsbeitrag. Die Delegierten wählen abwechselnd im Zwei-Jahres-Turnus den Vorstand und das Technical Steering Committee. Weiterhin entlasten sie den Vorstand, genehmigen Änderungen in den Statuten und stimmen über strategisch wichtige Entscheidungen ab.

Der Vorstand trägt die operative Verantwortung für den Verein. Er besteht aus bis zu fünf Mitgliedern. Der Vorstand repräsentiert den ASAM in allen rechtlichen und öffentlichen Angelegenheiten, ist verantwortlich für die Finanzen des Vereins, entscheidet über Aufnahme oder Ausschluss von Mitgliedern, setzt Richtlinien für andere Gremien, entwickelt eine Langzeitstrategie für den Verein und überprüft deren Durchführung.

Das Technical Steering Committee (TSC) beschäftigt sich hauptsächlich mit den technischen und wirtschaftlichen Aspekten der ASAM Standards. Das Gremium besteht aus maximal 12 Delegierten von ASAM Mitgliedsunternehmen. Das Gremium überprüft technische Vorschläge, verfolgt den Fortschritt in den Arbeitsgruppen und gibt neue oder überarbeitete Standards frei.

Die Entwicklungsarbeit findet in den ASAM Projektgruppen statt; diese stehen allen Mitgliedsunternehmen offen.

ASAM hat eine Geschäftsstelle in Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Landkreis München). Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle unterstützen die Projektgruppen bei der Standardentwicklung, kümmern sich um das Mitgliedermanagement, das Marketing und internationale Partnerschaften.

Entwicklungsprozess für ASAM Standards

Entwicklungsprozess eines ASAM-Standards

Standardneuentwicklungen und -überarbeitungen werden durch die Mitglieder initiiert. Der Prozess wird mit einem „Issue Proposal“ gestartet, in dem Zweck, Anwendungsfälle, technischer Inhalt, Ressourcen und Projektplan beschrieben werden. Das „Issue Proposal“ wird den anderen Mitgliedern zum Zweck der Kommentierung bekannt gegeben. Anschließend werden das „Issue Proposal“ und die Kommentare dem TSC zur Beurteilung und Entscheidung vorgelegt. Wenn die notwendigen Ressourcen vorhanden sind und das TSC das „Issue Proposal“ annimmt, kann ein Projekt gestartet werden.

Der ASAM stellt die Infrastruktur für die Projektgruppe zur Verfügung.

Das Projektteam wählt einen Projektleiter, der für die Arbeitsorganisation der Gruppe verantwortlich ist, ihr Arbeitsfortkommen unterstützt und darauf achtet, dass die Gruppe im Rahmen des genehmigten Projekts bleibt.

Die ASAM Geschäftsstelle stellt der Projektgruppe einen Technology Manager (TM) zur Seite. Dieser unterstützt den Projektleiter bei der Projektdurchführung. Die Projektgruppe organisiert sich eigenständig und nach ihren eigenen Bedürfnissen. Der Projektleiter erstattet dem TSC regelmäßig Bericht über den Projektfortschritt.

Zur Sicherstellung der Qualität wird ein Review der erreichten Projektergebnisse durchgeführt. Dieser findet innerhalb der Projektgruppe sowie unter Einbeziehung der ASAM Mitglieder oder der allgemeinen Öffentlichkeit statt. Damit können Anwender prüfen, ob alle Anforderungen berücksichtigt und umgesetzt wurden. Gleichzeitig werden die Konsistenz und die leichte Verständlichkeit der Arbeitsergebnisse geprüft. Nach Einarbeitung etwaiger Kommentare reicht die Projektgruppe ihre Arbeitsergebnisse zur Freigabe beim TSC ein. Dies sind zum Beispiel Dokumente, Schemata, Referenz-Code und Beispieldateien. Nach Freigabe durch das TSC und den Vorstand veröffentlicht die ASAM Geschäftsstelle den Standard.

Standard-Portfolio

Die Standards teilen sich in folgende Bereiche auf:[1]

  • Measurement & Calibration (Standards für die Arbeit mit ECU-Variablen und -Parametern. Dazu gehören Lese- und Schreibzugriff auf die Daten im ECU-Speicher, Metabeschreibung der Daten, Speicherung der Daten in Dateien und Beschreibung des Kalibrierungsprozesses.)
  • Diagnostics (Standards zur Beschreibung und Prüfung der diagnosetechnischen Teilsysteme von Geräten.)
  • ECU Networks (Standards zur Beschreibung und Prüfung von ECU-Netzwerken.)
  • Software Development (Standards zur Unterstützung der ECU-Softwareentwicklung und der Entwicklung funktionaler Sicherheitsfunktionen. Dazu gehören die formale Beschreibung und Dokumentation der ECU-Software, die Beschreibung von Änderungsanforderungen, Blocksätze für die modellbasierte Entwicklung und eine Darstellung zur visuellen Veranschaulichung der Beziehung zwischen Sicherheitsdesign und Systemarchitektur.)
  • Test Automation (Standards für die Arbeit mit Testsystemen. Dazu gehören APIs für den programmatischen Zugriff auf Sensor- und Antriebsgeräte, Mess- und Kalibriersysteme, HIL-Systeme, DoE-Systeme und Formate für Testbeschreibungen.)
  • Data Management & Analysis (Standards für die Speicherung, den Abruf und die Analyse von Massendaten, die während der Simulation, Erprobung, Produktion und dem Betrieb von Fahrzeugen erfasst werden.)
  • Simulation (Standards im Bereich Simulation (auch bekannt als ASAM OpenX®-Standards) zielen darauf ab, einen vollständigen Satz von Standards für simulationsbasierte Tests von automatisierten Fahrfunktionen bereitzustellen. Sie decken eine Vielzahl von Anwendungsfällen für die virtuelle Entwicklung ab, darunter hybride Testansätze, die virtuelle und physische Komponenten kombinieren.)

Literatur

Einzelnachweise

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