Astrid Fredriksson
schwedische Gebärdensprachdolmetscherin
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Anna (Astrid) Fredriksson (* 15. Oktober 1918 in Stora Tuna församling; † 1. Dezember 2008 in Falu Kristine församling)[1] war Schwedens erste Gebärdensprachdolmetscherin.[2]
Biographie
Ihre Eltern waren beide gehörlos und sie war ein Coda. Ihr Vater war vom Blitz getroffen worden und ihre Mutter hatte als Baby eine Meningitis. Fredriksson arbeitete als Kassiererin in der Färberei Herdins in Falun und obwohl ihr die Stelle Spaß machte, gab sie sie für eine Stelle beim Sveriges Dövas Riksförbund (SDR) auf. 1947 erhielten Gehörlose das Recht auf einen Dolmetscher, wenn sie vor Gericht oder einer anderen Behörde vernommen wurden. Im folgenden Jahr erhielt Astrid Fredriksson eine offizielle Stelle als Dolmetscherin – die erste in Schweden. Sie wurde 1967 als erste Sozialarbeiterin für Gehörlose eingestellt und war empört über die schlechte Behandlung der Gehörlosen.[3]
Im Jahr 1961 kaufte der Dalabygdens Dövförening Carlborgsons gård in der Gemeinde Leksand. Astrid Fredriksson beteiligte sich daran, als der Hof zur weltweit ersten Volkshochschule für Gehörlose, der Västanviks folkhögskola, ausgebaut wurde.[3][4]
In ihrer Autobiographie beschreibt Astrid Fredriksson unter anderem die Risiken, denen Gebärdensprachdolmetscher ausgesetzt sein können. Überlastungsschäden sind in diesem Beruf häufig.[3] Beim SDR-Kongress 1951 in Gävle dolmetschte Fredriksson selbst 3 Tage.[5]
Auch Astrid Fredrikssons Ehemann Harry war ein aktiver Verfechter der Rechte Gehörloser.[3]
Fredrikssons Arbeit hat dazu beigetragen, die gesellschaftliche Sicht auf Gehörlose zu verändern. Zu den Errungenschaften gehörte die Anerkennung der Gebärdensprache als eigenständige Sprache und das Recht gehörloser Kinder auf zweisprachige Schulen mit Gebärdensprache als Muttersprache.[3][5]
Sie wurde 1981 mit dem Kulturpreis von Falun ausgezeichnet. 1999 erhielt sie die Kruthmedaljen des Sveriges Dövas Riksförbund. In Falun ist eine Straße nach ihr benannt.[6]