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Atacicept

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Atacicept ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Immunsuppressiva. Es handelt sich um ein rekombinant hergestelltes Fusionsprotein, das an die entzündungsauslösenden Zytokine BAFF und APRIL bindet, die die Reifung und das Überleben von B-Lymphozyten regulieren.

Schnelle Fakten Bezeichner, Arzneistoffangaben ...
Atacicept
Masse/Länge Primärstruktur ca. 71 kDa
Bezeichner
Externe IDs
Arzneistoffangaben
ATC-Code L04AB
Wirkstoffklasse Immunsuppressiva
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2026 wurde Atacicept unter dem Präparatenamen Trutakna (Vera Therapeutics) in den USA zur Behandlung der Proteinurie zugelassen. Es wird subkutan (Injektion unter die Haut) angewendet.

Struktur

Atacicept (anderer Name: TACI-Ig) besteht aus dem extrazellulären Teil des TACI-Rezeptors (TACI als Abkürzung von Transmembrane Activator and CAML-interactor), der an das Fc-Fragment von menschlichem Immunglobulin G gekoppelt wurde.[2] Atacicept hat eine molare Masse von circa 71 kDa.[1]

Wirkungsmechanismus

Der TACI-Rezeptor befindet sich auf den B-Lymphozyten (kurz: B-Zellen). Bestimmte Zytokine, nämlich BAFF (B cell activating factor) und APRIL (A Proliferation-Inducing Ligand) binden an die TACI-Rezeptoren und fördern Reifung, Entwicklung und Überleben der B-Lymphozyten. Atacicept bindet BAFF und APRIL, so dass sie nicht mehr auf die B-Lymphozyten wirken können. B-Lymphozyten sind unter anderem über die Bildung von Autoantikörpern an der Entwicklung bestimmter Autoimmunkrankheiten beteiligt.

Anwendungsgebiete

Atacicept wurde im Juli 2026 in den USA zur Behandlung von Proteinurie bei Erwachsenen mit primärer Immunglobulin-A-Nephropathie (IgA-Nephropathie) zugelassen, um das Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit zu mindern. Die Wirksamkeit und Sicherheit in dieser Indikation wurden in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studie an 203 Erwachsenen mit biopsiebestätigter IgA-Nephropathie untersucht. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war die Veränderung des Protein-Kreatinin-Quotienten im 24-Stunden-Sammelurin im Vergleich zum Ausgangswert. In der Interimsanalyse der Studie nach 36 Wochen sank die Proteinurie unter Atacicept um 45,7 %, unter Placebo um 6,8 %.[3][4]

Unerwünschte Wirkungen

In der klinischen Prüfung wurden häufig Reaktionen an der Injektionsstelle beobachtet. Atacicept unterdrückt das Immunsystem und kann daher das Infektionsrisiko erhöhen; dabei kam es am häufigsten zu Infektionen der oberen Atemwege. Atacicept kann ferner die Immunantwort auf Impfstoffe stören und das Infektionsrisiko durch Lebendimpfstoffe erhöhen.[5]

Experimentelle Verwendung

Der Wirkstoff wird ferner in Studien für verschiedene Autoimmunkrankheiten wie etwa dem systemischen Lupus erythematodes oder der Rheumatoiden Arthritis untersucht.[6] Die Entwicklungen für Multiple Sklerose und Optikusneuritis wurden eingestellt, nachdem in einer Phase-II-Studie eine verstärkte Krankheitsaktivität beobachtet wurde.[7]

Literatur

  • B. Gatto: Atacicept, a homodimeric fusion protein for the potential treatment of diseases triggered by plasma cells. In: Curr Opin Investig Drugs, 2008, 9, S. 1216–1227; PMID 18951301.

Einzelnachweise

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