Athirat

ugaritische Meeres- und Himmelsgöttin From Wikipedia, the free encyclopedia

Athirat ist eine ugaritische Meeres- und Himmelsgöttin. Daneben hatte Athirat (qatabanisch ʿTRT „die Glänzende“) als Sonnengöttin Bedeutung in der altsüdarabischen Religion Qatabans.[1]

Beinamen

Nach den 1929 entdeckten Ras-Shamra-Texten ist sie rbt. aṭrt. ym, Athirat, Herrin der See[2] und gleicht darin Astarte. Albright hat vorgeschlagen, dieses Epitheton im Sinne eines Sieges über die See oder den Seedrachen zu deuten[3], dies wird heute aber bezweifelt[4]. Athirat trug auch den Beinamen qnyt ilm („Erzeugerin der Götter“ oder „Herrin der Götter“).[5][6] Umgekehrt wurden die Götter šbʾn bn. aṭrt genannt, die 70 Söhne der Athirat[7].

Familie

In Ugarit gilt Athirat als Gattin des Schöpfergottes El (il). Sie wird auch ilt (Elat), also einfach „Göttin“ genannt[8]. Sie gebar ihm 70 Götter und Göttinnen. Zu ihren Kindern zählen Ba’al, Anath und Mot, Šaḥar, Šalim und Athtar. Ihr Diener war Qadeš wa-Amrur, der Fischer der Herrin Athirat des Meeres[9].

Gleichsetzungen

Im Alten Testament ist Aštoreth die Göttin von Sidon (1 Könige xi, 5). Auch die biblische Aschera wird auf Athirat zurückgeführt. In der Ugaritischen Götterliste[10] wird die Göttin Ašratum altbabylonischer Texte mit Athirat gleichgesetzt.

Literatur

  • Susan Ackerman: Asherah, the West Semitic Goddess of Spinning and Weaving?. In: Journal of Near Eastern Studies, 2008, 67/1, S. 1–30.
  • Karl-Heinz Bernhardt: Aschera in Ugarit und im Alten Testament. In: Mitteilungen des Instituts für Orientforschung Nr. 13, 1967.
  • M. J. Dahood: Ancient Semitic deities in Syria and Palestine. In: Sabatino Moscati (Hrsg.), Le antiche divinité semitiche. Rom 1985, Centro di Studi Semitici, S. 65–94.
  • John Day: Asherah in the Hebrew Bible and Northwest Semitic Literature. In: Journal of Biblical Literature, 1986, 105/3, S. 385–408.
  • Judith M. Hadley: The Cult of the Asherah in Ancient Israel and Judah: Evidence for a Hebrew Goddess. University of Cambridge Oriental Publications 57, 2000. Cambridge: Cambridge University Press.
  • Arvid Schou Kapelrud, The Ras Shamra Discoveries and the Old Testament. Oxford, Blackwell, 1965.
  • James B. Pritchard: Palestinian Figurines in relation to certain goddesses known through literature. 1943, New Haven: American Oriental Society.

Einzelnachweise

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