Atlantische Hurrikansaison 2025
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Die Atlantische Hurrikansaison 2025 begann am 1. Juni 2025 und endete offiziell am 30. November 2025. Während dieser Periode bilden sich üblicherweise im nördlichen Atlantischen Ozean die meisten Hurrikane, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen wie ein erwärmter Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung vorherrschen, welche die Bildung tropischer Wirbelstürme ermöglichen.
ersten Sturms24. Juni 2025
letzten Sturms31. Oktober 2025
Alle Stürme der Saison | |
| Bildung des ersten Sturms |
24. Juni 2025 |
|---|---|
| Auflösung des letzten Sturms |
31. Oktober 2025 |
| Stärkster Sturm | Melissa – 892 hPa (mbar), 165 kn (306 km/h) |
| Tropische Tiefs | 13 |
| Stürme | 13 |
| Hurrikane | 5 |
| Schwere Hurrikane (Kat. 3+) | 4 |
| Opferzahl gesamt | 125 |
| Gesamtschaden | ? |
| Atlantische Hurrikansaison 2023, 2024, 2025, 2026, 2027 | |
Die Saison ist die vierte in Folge, in der sich mindestens ein Kategorie-5-Hurrikan bildete, und zusammen mit der Saison 2005 eine von nur zweien, in der sich mindestens drei Hurrikans dieser Stärke bildeten. Hurrikan Melissa war mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 305 km/h bei einem minimalen Kerndruck von 892 hPa einer der stärksten Stürme, die sich seit Beginn der Aufzeichnungen 1851 im Atlantik bildeten. Melissa traf mit diesen Werten auf Jamaika, womit sie den Rekord des stärksten jemals beobachteten Landfalls eines atlantischen Hurrikans einstellte. Zum ersten Mal seit der Saison 2015 traf allerdings kein einziger Hurrikan das US-amerikanische Festland.[1]
NOAA-Saisonprognose
Die NOAA erwartete mit Stand 22. Mai 2025 aufgrund überdurchschnittlicher Wassertemperaturen mit 60 %iger Wahrscheinlichkeit eine überdurchschnittlich aktive Atlantische Hurrikansaison 2025. Eine durchschnittliche Aktivität erwartete sie mit 30 % und eine unterdurchschnittliche mit lediglich 10 %. Sie rechnete mit 13 bis 19 benannten Stürmen, darunter 6 bis 10 Hurrikanen, wovon 3 bis 5 die Kategorie 3 erreichen oder überschreiten. Die Treffsicherheit ihrer Prognose bezifferte die NOAA mit 70 %.[2]
Anfang August 2025 aktualisierte sie ihre Prognose vom Mai und korrigierte sie nur geringfügig nach unten: 50/35/15 %, 13 bis 18 benannte Stürme, darunter 6 bis 10 Hurrikane, davon 2 bis 5 der Kategorie 3 und höher.[3]
Saisonübersicht

Systeme
Tropischer Sturm Andrea
Am 24. Juni bildete sich im zentralen Atlantik der Tropische Sturm Andrea.[4] Andrea trat somit etwas später als im langjährigen Schnitt (20. Juni) auf und teils deutlich später als in im vorangegangenen Jahrzehnt. Außergewöhnlich war jedoch die geografische Lage: Nie zuvor bildet sich im Juni ein Sturm weiter im Norden als Andrea. Hierzu trugen die außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen bei, die vor Ort etwa 2 °C über dem langjährigen Schnitt lagen. Zwar lagen sie mit 24 °C deutlich unter den ca. 26 °C, die normal als Voraussetzung für das Entstehen tropischer Stürme genannt werden. Da jedoch in großer Höhe sehr kalte Lufttemperaturen vorherrschten, existierte trotzdem genug Temperaturgefälle, um trotz ansonsten ungünstiger Bedingungen die Bildung eines tropischen Sturmes zu ermöglichen. Prognostiziert wird für Andrea nur eine kurze Verweilzeit als tropischer Sturm; ein Landfall wird nicht erwartet.[5]
Am Morgen des 25. Juni löste sich Andrea auf.[6]
Tropischer Sturm Barry
Am 28. Juni bildete sich in der Bucht von Campeche im Golf von Mexiko das Tropische Tief Zwei.[7] Am 29. Juni verstärkte sich das Tief zum Tropischen Sturm Barry. Für Teile der mexikanischen Küste wurden Tropensturmwarnungen herausgegeben. Erwartet wurden neben Winden in Sturmstärke Niederschläge von verbreitet 75 bis 150 mm, lokal bis 250 mm.[8]
Am 30. Juni traf Barry als Tropisches Tief in Mexiko auf Land.[9] Wenige Stunden später löste sich das System auf.[10]
Feuchtigkeit von Barry trug Anfang Juli zu den verheerenden Sturzfluten am Guadalupe River bei, die über einhundert Menschen das Leben kosteten, darunter zahlreichen Mädchen in einem Sommercamp.[11]
Tropischer Sturm Chantal
Am 4. Juli bildete sich im Atlantik vor der südlichen Ostküste der USA das Tropische Tief Drei.[12] Am 5. Juli verstärkte sich das Tief zum Tropischen Sturm Chantal. Für Teile von South und North Carolina wurden Tropensturm-Warnungen herausgegeben. Erwartet wurden neben Winden in Sturmstärke Regenmengen von 50 bis 100, lokal 150 mm sowie eine Sturmflut mit einer Höhe von bis zu einem Meter.[13]
Am 6. Juli traf Chantal im Osten South Carolinas auf Land.[14] Anschließend schwächte sich Chantal ab und wurde am gleichen Tag zum Tropischen Tief herabgestuft.[15] Am 7. Juli verlor das Tief seine tropischen Eigenschaften.[16]
Durch die Regenfälle kam es in North Carolina zu Überflutungen, bei denen zahlreiche Straßen unterspült wurden. Sechs Menschen kamen ums Leben.[17]
Tropischer Sturm Dexter
Am 4. August bildete sich im Atlantik auf Höhe von North Carolina der Tropische Sturm Dexter.[18] Am 7. August, nach einer Verstärkung zum mittelstarken Tropensturm, wurde Dexter posttropisch.[19]
Hurrikan Erin
Verlauf
Am 11. August bildete sich im Ostatlantik, nur etwas westlich der Kapverdischen Inseln, der Tropische Sturm Erin.[20] Nachdem trockene Luft, Saharastaub und gemäßigte, der Jahreszeit entsprechende Meeresoberflächentemperaturen von etwa 26 °C im Ostatlantik zunächst die Intensivierung hemmten,[21] verstärkte sich Erin am 15. August zum Hurrikan.[22]
Parallel begann eine Phase rapider Intensivierung, bei der sich Erin bis zu einem Hurrikan der Kategorie 5 verstärkte.[23] Diese erreichte Erin am Mittag (Ortszeit) des 16. August.[24] Damit entwickelte sich Erin in 25 Stunden von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 5, eine der bislang schnellsten Intensivierungen seit Beginn der Aufzeichnungen. Zugleich ist Erin der frühste Kategorie-5-Hurrikan, der jemals im offenen Atlantik beobachtet wurde.[25]
Erin ist der 43. atlantische Kategorie-5-Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen und der elfte seit 2016, womit in diesem Zeitabschnitt ungewöhnlich viele dieser Hurrikans auftraten. Die Saison 2025 ist die vierte in Folge mit mindestens einem Kategorie-5-Hurrikan, 2024 gab es mit Beryl und Milton sogar zwei solcher Hurrikans.[26]
Am Abend des 16. August (Ortszeit) schwächte sich Erin im Zuge einer Zyklischen Eyewall-Neubildung ab.[27] Hierbei vergrößerte sie den Durchmesser ihres Auges von 5 bis 10 Seemeilen auf 40 Seemeilen.[28] Dabei schwächte sie sich zwischenzeitlich zum Kategorie-3-Status ab, verstärkte sich später aber wieder zum Kategorie-4-Hurrikan,[29] und das Auge kontrahierte wieder.[28] Zudem wurde das Windfeld durch die Eyewall-Neubildung größer.[29]
Am 19. August schwächte sich Erin aufgrund hoher Windscherung zum Kategorie-2-Hurrikan ab, blieb aber aufgrund seiner Größe ein mächtiger Hurrikan.[30]
Am 22. August wurde Erin posttropisch, hatte zu dem Zeitpunkt aber immer noch anhaltende Windgeschwindigkeiten von 150 km/h, was einem starken Kategorie-1-Hurrikan entspricht.[31]
Folgen
Am 11. August fielen 193 Millimeter Regen innerhalb von fünf Stunden auf Kap Verde; normalerweise fallen im August durchschnittlich 15 mm. Dadurch starben mindestens acht Menschen und 1500 verloren ihr Obdach. Von drei Inseln wurden zerstörte Häuser und Straßen gemeldet, Brücken stürzten ein und mehrere Stadtviertel wurden überflutet.[32]
Obwohl Erin weit vor der Küste blieb, kam es an der gesamten US-Ostküste zu verstärkten Gezeitenbewegungen und starker Brandung. Für Teile der Ostküste wurden Hurrikanwarnungen ausgegeben. U.a. für Teile von North Carolina wurden u. a. bis zu 6 m hohe Wellen sowie eine bis ca. 1,2 m hohe Sturmflut prognostiziert. Das National Hurricane Center (NHC) warnte auch vor lebensbedrohlichen Strömungen im Atlantik. Warnungen vor hohen Wellen galten von den Bahamas über Florida die US-Ostküste hinauf bis zur Ostküste Kanadas.[33]
Tropischer Sturm Fernand
Am 23. August bildete sich im Atlantik, südöstlich von Bermuda, der Tropische Sturm Fernand.[34] Er zog nach Nordosten und wurde am 28. August mitten über dem Atlantik in Höhe des 41. Breitengrades posttropisch.[35]
Hurrikan Gabrielle
Am 17. September bildete sich im Atlantik das Tropische Tief Sieben.[36] Wenige Stunden später verstärkte es sich zum Tropischen Sturm Gabrielle.[37] Am 21. September verstärkte sich Gabrielle zum Hurrikan.[38] Am 22. September erreichte sie nach einer rapiden Intensivierung Kategorie-4-Stärke.[39] Hierfür waren auch Wassertemperaturen, die großräumig um 2 Grad über dem Durchschnitt lagen, mit ursächlich.[40]
Am 24. September schwächte sich Gabrielle wieder zum Kategorie-2-Hurrikan ab. Für die Azoren, wo Gabrielle als Hurrikan der Kategorie 1 in der Nacht vom 25. zum 26. September erwartet wurde, gab das NHC eine Hurrikanwarnung heraus und rechnete mit bis zu 125 mm Regenmengen, die Überschwemmungen verursachen sowie Erdrutsche in bergigen Gebieten auslösen können.[40][41][42] Durch das Zusammentreffen mit einer atlantischen Wetterfront stieg die Zuggeschwindigkeit Gabrielles stark an und betrug am 25. September für einen Hurrikan ungewöhnlich hohe 31 mph (entspricht etwa 50 km/h). Der portugiesische Wetterdienst rechnete mit Böen von bis zu 130 km/h und Wellen mit 14 bis 18 m Höhe.[40] Der Präsident der Regionalregierung der Azoren ordnete die Schließung von Schulen und öffentlichen Einrichtungen auf den bedrohten Inseln an.[43]
Am Abend des 25. September, kurz vor dem Eintreffen auf den Azoren, verlor Gabrielle ihre Hurrikaneigenschaften und wurde zu einem posttropischen Sturm, der aber weiter Winde in Orkanstärke aufwies.[44] Das NHC rechnete damit, dass Gabrielle sich im Zuge ihres Auflösungsprozesses über den Azoren vorübergehend leicht verstärken könnte und an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind Sturmfluten mit größeren Überschwemmungen von meeresnahen Gebieten bewirken könnte.[45]
Am 26. September traf Gabrielle als außertropisches Sturmtief auf die Azoren. Gemäß Deutschem Wetterdienst wurden Orkanböen bis 122 km/h gemessen[46], Reuters gab Böen bis 154 km/h an. Letztlich traf Gabrielle aber schwächer als befürchtet auf den Archipel, so dass dieser glimpflich davonkam.[47] Die Zone mit den stärksten Niederschlägen zog knapp nördlich der Inselgruppe vorbei.[46] Es gab mehrere Dachschäden an Gebäuden, darunter einen schweren am Flughafen Graciosa Aerogare. Masten und Bäume wurden umgerissen sowie Maiskulturen umgeknickt. Verletzte gab es nicht. Die Schließung von Schulen und öffentlichen Einrichtungen blieb jedoch auch nach dem Vorüberziehen des Systems noch bis auf Weiteres in Kraft.[47][48]
Ein Sturmtief, das aus den Überresten von Gabrielle hervorging, erreichte am 27. September zunächst die Küste Portugals und traf ab der Nacht zum 29. September den Osten Spaniens, speziell den Raum Valencia, mit schweren Regenfällen und Überschwemmungen, verursacht durch die Advektion feuchtwarmer Mittelmeerluft. Der spanische Wetterdienst gab die höchste Warnstufe für die Regionen Valencia und Katalonien heraus. Die Spanne der am 29. September gemessenen Niederschlagswerte lag zwischen 59 mm Regen in einer Stunde am Flughafen Valencia bis zu 84 mm in sechs Stunden in Tortosa. Das Tief richtete auch erhebliche Schäden durch heftigen Regen, starke Gewitter und Hagel auf den Balearen an.[49][50] Über 100 Liter pro Quadratmeter fielen am Vormittag des 29. September auf den Flughafen von Ibiza und setzten das Terminal teilweise unter Wasser.[51]
Hurrikan Humberto
Am 24. September bildete sich im zentralen tropischen Atlantik der Tropische Sturm Humberto.[52] Am 26. September machte Humberto eine rapide Intensivierung durch, bei der er sich erst zum Hurrikan intensivierte und später am Tag Kategorie-3-Stärke erreichte.[53] Am 27. September wurde er zum Kategorie-5-Hurrikan.[54] Danach verlor er geringfügig an Kraft, wies aber am Morgen (Ortszeit) des 28. September immer noch anhaltende Windgeschwindigkeiten im obersten Bereich der Kategorie 4 auf.[55] Am 30. September hatte Humberto sich zu einem Hurrikan der Kategorie 2 abgeschwächt und zog nordwestlich um die Bermuda-Inseln herum. Für diese gab das NHC eine Warnung vor Windböen und schweren Regenfällen heraus.[56] Am 1. Oktober 2025 vereinigte sich Humberto mit einer Front und hörte somit auf, als tropisches System zu existieren.[57]
Hurrikan Imelda
Am 26. September begann das National Hurricane Center Berichte über den potentiellen Tropischen Wirbelsturm Neun herauszugeben. Das System, das noch keine tropischen Eigenschaften hatte, befand sich zu diesem Zeitpunkt etwas nördlich von Ostkuba. Erwartet wurde ein Zug nordwärts über die Bahamas als Tropischer Wirbelsturm oder Hurrikan. Für Teile der Bahamas wurden Tropensturmwarnungen herausgegeben. Für Ostkuba wurden Regenmengen zwischen 200 und 300 mm prognostiziert, lokal bis 400 mm, für die Bahamas 100 bis 200 mm.[58]
Imelda verursachte hohe Wellen an der US-Ostküste. Auf den der Küste vorgelagerten Outer Banks riss die Brandung fünf unbewohnte Häuser ins Meer.[59] In Kuba starben zwei Menschen durch Starkregen und Überflutungen; auch die Bahamas waren von intensivem Regen sowie Überschwemmungen betroffen.[60]
Am 27. September erlangte das System tropische Eigenschaften und wurde als Tropisches Tief Neun klassifiziert.[61] Am 28. September stufte das NHC das System zum Tropischen Sturm Imelda herauf.[62] Imelda wurde am 30. September zum Hurrikan und nahm Kurs auf die Bermuda-Inseln.[63] Das NHC warnte, Imelda könne die Bermudas direkt treffen oder knapp an ihnen vorüberziehen. Es seien in jedem Fall Orkanböen, zerstörerische Wellen und schwere Regenfälle auf der Inselgruppe zu erwarten.[64] Hier wurden öffentliche Schulen geschlossen sowie der Bus-, Fähr- und Flugbetrieb eingestellt.[59] Am 2. Oktober kurz nach Mitternacht (Ortszeit) zog Imelda knapp südlich an den Bermudas vorbei. Die stärksten Winde entstanden an der Rückseite des Systems; die heftigste, auf dem Archipel gemessene Böe erreichte 86 Knoten = 159 km/h. Der Strom fiel bei mehreren tausend Menschen aus, Bäume wurden umgeworfen, Verletzte oder größere Schäden jedoch nicht gemeldet.[65][66] Am Mittag (Ortszeit) des 2. Oktober wurde Imelda etwa 500 km ostnordöstlich von Bermuda posttropisch, wies aber immer noch Windgeschwindigkeiten im unteren Bereich der Hurrikan-Kategorie 1 auf.[67]
Tropischer Sturm Jerry
Am 7. Oktober bildete sich im tropischen Atlantik, etwa 1500 km östlich der Kleinen Antillen, der tropische Sturm Jerry. Dieser formierte sich aus einer seit mehreren Tagen vom NHC beobachteten, tropischen Welle mit einer Ansammlung unorganisierter Schauer- und Gewitterzellen, die sich vor der Westküste Afrikas, südöstlich der Kapverden, bildete und in westnordwestlicher Richtung rasch über den Atlantik zog.[68] Windscherungen ließen nur eine langsame Intensivierung Jerrys zu; die zwischenzeitlich vorhergesagte Entwicklung zu einem Hurrikan blieb aus.[69] Für Teile der Kleinen Antillen, die Jerry nördlich passierte, wurden Tropensturmwarnungen herausgegeben.[70] Am 11. Oktober verlor Jery seine tropischen Eigenschaften und wurde zu einem Trog.[71]
Subtropischer Sturm Karen
Am Morgen des 10. Oktober bildete sich im nördlichen Atlantik der subtropische Sturm Karen.[72] Dies geschah auf einer geografischen Breite von 44,5°N, womit Karen der am weitesten nördlich benannte atlantische Sturm seit Beginn der Aufzeichnungen ist. Nur ein (unbenannter) Hurrikan aus dem Jahr 1858 entstand mit 45.0°N noch geringfügig weiter im Norden.[73] Schon am Abend des gleichen Tages verlor Karen die subtropischen Eigenschaften wieder.[74]
Tropischer Sturm Lorenzo
Am 13. Oktober bildete sich im zentralen tropischen Atlantik der tropische Sturm Lorenzo.[75] Am 15. Oktober löste sich das System wieder auf.[76]
Hurrikan Melissa
Hurrikan Melissa war ein extrem starker Hurrikan der fünften und höchsten Kategorie, der sich im Oktober 2025 in der Karibik bildete. Er war der dritte Kategorie-5-Hurrikan dieser Saison, was seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1850er Jahren erst einmal vorkam, in der außergewöhnlichen Saison 2005. Mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 305 km/h und einem minimalen Kerndruck von 892 hpa (Einheit) war Melissa einer der stärksten jemals im Atlantik beobachteten Hurrikane.
Am 28. Oktober traf Melissa als Kategorie-5-Hurrikan mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 295 km/h auf die Südküste von Jamaika. Damit war Melissa zusammen mit dem Labor-Day-Hurrikan, der 1935 mit gleicher Windgeschwindigkeit und gleichem Luftdruck auf die Florida Keys traf, der stärkste auf Land treffende atlantische Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen. Melissa überquerte Jamaika innerhalb von vier Stunden und traf am Morgen des 29. Oktober (Ortszeit) als Kategorie 3-Hurrikan auf den Südosten Kubas.[77] Weiter an Intensität verlierend, zog er nach Nordosten an den Bahamas und an den Bermuda-Inseln vorbei und hinterließ dort vergleichsweise kleine Schäden. Melissa löste sich am 31. Oktober auf.
Melissa stellte zahlreiche meteorologische Rekorde auf und richtete schwere Schäden an.[78] Etwa 6,4 Mio. Menschen waren extremen Windgeschwindigkeiten ausgesetzt.[79] Von Melissa ausgelöste Starkregenfälle extremen Ausmaßes, stellenweise bis 1000 Liter/Quadratmeter,[80] ergossen sich innerhalb weniger Tage über die direkt unter der Zugbahn liegenden, als auch über benachbarte Inseln. Kritische Infrastruktur wie Kommunikation, Straßen, Krankenhäuser, Polizei- und Feuerwachen sowie Wasserversorgung wurde zum Teil schwer beschädigt.[79] Ersten vorläufigen Zahlen zufolge kamen mindestens 106 Menschen ums Leben.[81] Eine am 31. Oktober veröffentlichte Schätzung nennt einen Gesamtschaden inklusive wirtschaftlicher Verluste von 48 bis 52 Milliarden US-Dollar.[82]
Sturmnamen
Die nachfolgende Namensliste wurde für die tropischen und subtropischen Stürme verwendet, die sich 2025 im Nordatlantik bildeten.[83] Diese Liste war dieselbe wie die während der Saison 2019, mit Ausnahme des Namens Dorian, der wegen seiner starken Auswirkungen 2019 durch Dexter ersetzt wurde. Nach der Saison wurde Melissa aus der Liste gestrichen und zukünftig durch Molly ersetzt.[84]
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Falls sich während der Saison mehr als 21 benannte Stürme gebildet hätten, wären die weiteren Namen von einer Ersatznamensliste genommen worden.[83]
| Name | Dauer | Spitzenklassifikation | andauernde Windgeschwindigkeiten |
Luftdruck | betroffene Gebiete | Schäden (USD) |
Tote | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Andrea | 24. Juni bis 25. Juni | Tropischer Sturm | 65 km/h | 1014 hPa | ||||
| Barry | 28. Juni bis 30. Juni | Tropischer Sturm | 75 km/h | 1006 hPa | Mexiko | 8 | ||
| Chantal | 4. Juli bis 7. Juli | Tropischer Sturm | 95 km/h | 1002 hPa | Ostküste der USA | 500 Mio. | 6 | |
| Dexter | 4. Aug. bis 7. August | Tropischer Sturm | 95 km/h | 999 hPa | ||||
| Erin | 11. Aug. bis 22. August | Kategorie-5-Hurrikan | 260 km/h | 913 hPa | Kap Verde, Antillen, Bahamas, US-Ostküste, kanadische Ostküste, Bermuda | 13 | ||
| Fernand | 23. Aug. bis 28. August | Tropischer Sturm | 95 km/h | 999 hPa | ||||
| Gabrielle | 17. Sep. bis 25. September | Kategorie-4-Hurrikan | 220 km/h | 944 hPa | Bermuda, Azoren, Osten Spaniens, Balearen | |||
| Humberto | 25. Sep. bis 1. Oktober | Kategorie-5-Hurrikan | 260 km/h | 918 hPa | Bermuda, US-Ostküste | |||
| Imelda | 27. Sep. bis 2. Oktober | Kategorie-1-Hurrikan | 150 km/h | 966 hPa | Große Antillen, Östliches Kuba, Bahamas, Bermuda, Südosten der USA | 2 | ||
| Jerry | 7. Okt. bis 11. Oktober | Tropischer Sturm | 100 km/h | 1000 hPa | Kleine Antillen | 1 | ||
| Karen | 10. Okt. bis 10. Oktober | Subtropischer Sturm | 75 km/h | 998 hPa | ||||
| Lorenzo | 13. Okt. bis 15. Oktober | Tropischer Sturm | 95 km/h | 1000 hPa | ||||
| Melissa | 21. Okt. bis 31. Oktober | Kategorie-5-Hurrikan | 305 km/h | 892 hPa | Hispaniola, Jamaika, Kuba, Costa Rica, Panama, Bahamas, Turks- und Caicosinseln, Bermuda | 95 | ||
| Saison insgesamt | ||||||||
| 13 Systeme | 24. Juni bis 31. Oktober | 305 km/h | 892 hPa | 125[85] | ||||

























