Auferstehungskirche (Lübeck)
Kirchengebäude in Lübeck
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Die Auferstehungskirche ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude im Ortsteil Marli in Lübeck-St. Gertrud. Sie wurde zwischen 1968 und 1970 erbaut.

Geschichte
Aus dem dritten Pfarrbezirk der St.-Thomas-Kirchengemeinde ging 1963 die Auferstehungsgemeinde hervor. Da das Neubaugebiet an der Wesloer Brücke größer wurde als geplant, beschloss die Kirchenleitung am 1. Oktober 1963 die Gründung der eigenständigen Auferstehungsgemeinde. Ursprünglich war für den Bezirk nur ein Pastorat mit Unterrichtsraum und Gemeindesaal geplant.
Am 1. Januar 2022 schlossen sich die Auferstehungskirche, St. Thomas und St. Philippus zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Marli-Brandenbaum Lübeck zusammen. Ein Grundsatzbeschluss zum kirchlichen Gebäudekonzept von 2025 sieht vor, die gemeindliche Arbeit zukünftig am Standort St. Philippus zu konzentrieren und dort für die Gesamtgemeinde weiterzuentwickeln. In einem ersten Schritt trennt sich die Gemeinde von der Auferstehungs- und der St. Thomas-Kirche als regulären Predigtstätten. Für die Auferstehungskirche verfolge die Gemeinde die Perspektive, den bisherigen Kirchraum in die Kindertagesstätte zu integrieren und die Kindertagesstätten St. Thomas und Auferstehung an diesem Ort zusammenzuführen. Der Rundbau werde bereits zu einem kirchlichen Zentrum für Jugendliche weiterentwickelt.[1]
Ende 2025 übernahm der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg die Auferstehungskirche, um sie künftig als Studio für das digitale Gottesdienstformat #liveline zu nutzen. Der erste Livestream-Gottesdienst aus der Auferstehungskirche wurde am 1. Februar 2026 gesendet.[2]
Bau
Der Bau der Kirche erfolgte erst fünf Jahre nach Gründung der Gemeinde. Am Ewigkeitssonntag 1968 fand die Grundsteinlegung der Kirche statt. Zwei Jahre später wurde die Kirche von Senior Karlheinz Stoll am 29. November 1970 eingeweiht.
Die Pläne für das gesamte Gebäude samt Kirche, Kindergarten und Mitarbeiterwohnungen stammen von dem Architekten Heinz Bahr aus Lübeck. Der Kirchbau wurde aufgrund der Hanglage auf dem Grundstück zweigeschossig geplant. Der frei stehende Glockenturm, der schon von weitem sichtbar ist, ist das Merkmal der Kirche. Der Silberschmied Werner Oehlschlaeger fertigte 1992 das bronzene Altarkreuz; es wurde im selben Jahr aufgehängt.
Orgel

1980 wurde von der Firma Hillebrand aus Isernhagen die Orgel gebaut. Zuvor hatte die Kirche ein Orgelpositiv, welches ursprünglich für den Gemeindesaal gebaut wurde.
Glocken

Im Turm hängen drei Glocken.[3] Sie wurden alle im Jahr 1970 von Karl Stumpf in der Karlsruher Glockengießerei gegossen.
Die originelle Disposition ais1-h1-dis2, welche sich aus einem Halbton zwischen den beiden großen Instrumenten und einer großen Terz zwischen den kleinen Glocken zusammensetzt, erinnert zwar an eine phyrigsche Tonfolge, entspricht aber keinem der gängigen Läutemotive. Eine besondere Note erhält das Ensemble durch die mittlere Glocke (h1), welche von Karl Stumpf in der von ihm konstruierten Durrippe gegossen wurde. Ihr Terzton (dis2-4) ist deckungsgleich mit dem Nominalton der kleinen Glocke. Die Auferstehungskirche verfügt in der Reihe der recht gewöhnlichen modernen Geläute der Hansestadt sicherlich über das interessanteste; auch die Turmakustik des Betonturms ist hervorragend und vermag die melancholische Wirkung des meisterlichen Geläuts aus Karlsruhe durchaus zu unterstreichen.
| Nr. | Name | Schlagton | Durchmesser
(mm) |
Masse
(kg) |
Gießer | Gussjahr |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Glaube | ais1-2 | 884 | 427 | Karlsruher Glockengießerei | 1970 |
| 2 | Liebe | h1+4 (Dur) | 853 | 383 | Karlsruher Glockengießerei | 1970 |
| 3 | Hoffnung | dis2-4 | 665 | 195 | Karlsruher Glockengießerei | 1970 |
Denkmalschutz
Die Auferstehungskirche und die zugehörigen Gebäude stehen als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Dieser erstreckt sich auf das Äußere der Gebäude Arnimstraße 56 Glockenturm, Arnimstraße 56 Kirche, Arnimstraße 56 Pastorat I, Arnimstraße 56 Rundbau, Marliring 1 Pastorat II (Materialität, Fassaden, Kubatur, Dachform) sowie die umgebenden Grünflächen.[4]
Weblinks
- Claudia Tanck: Die Geschichte der Kirchengemeinde Auferstehung. In: kirche-auf-marli.de. Ev.-Luth. Kirchengemeinde Marli-Brandenbaum Lübeck, abgerufen am 27. Juni 2022.