Auferstehungskirche (Marburg)

Kirchengebäude in Marburg, Hessen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Auferstehungskirche ist ein Kirchengebäude der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Marburg in Hessen. Kirche und Gemeindehaus sind denkmalgeschützt.

Die Auferstehungskirche
Das Adam-Krafft-Gemeindehaus neben der Kirche

Geschichte

Die heutige Auferstehungskirche entstand 1736/37 nach Plänen des Stadtbaumeisters C. Cöster als Ersatz für die sogenannte Totenkirche als Kapelle für den Friedhof am Barfüßertor, der unmittelbar südlich der Kirche gelegen ist. Dieser Friedhof, der als Entlastung für den Kirchhof der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien angelegt worden war, wurde bis zum Jahr 1865 genutzt.

Nachdem sich in der Kurhessischen Kirche seit der Annexion durch Preußen 1866 immer stärkere Tendenzen zum Unionismus und Rationalismus zeigten, so wurde 1873 das lutherische Konsistorium zu Marburg aufgelöst und mit dem reformierten zu Kassel vereinigt, spalteten sich in der Folge auch in Marburg bekennende Lutheraner von der Landeskirche ab. Das Gebiet um Marburg war seit der Reformation streng lutherisch und stellte damit einen Sonderfall im mehrheitlich reformierten Kurhessen dar. Mit August Vilmar hatte ein streitbarer Lutheraner großen Einfluss in der Stadt ausgeübt und 1860 hatte auch Louis Harms auf einem Missionsfest in Marburg gepredigt. 1873 gründete sich die Renitente Kirche ungeänderter Augsburgischer Konfession in Hessen.

Die 1876 gegründete renitente Gemeinde Marburgs wurde durch den Pfarrer von Dreihausen betreut, der ab 1878 jeden vierten Sonntag in Warzenbach Gottesdienst und auf dem Rückweg in Marburg Abendgottesdienst hielt.[1]

Nachdem man lange Zeit Gottesdienste in einem Privathaus, ab 1883 in einem Betsaal eines Marburger Bürgers gefeiert und später auch Gastrecht in der landeskirchlichen St. Michaels-Kapelle hatte, konnte 1956 die heruntergekommene alte Friedhofskapelle, die zuletzt als Turnhalle gedient hatte, erworben und ein Jahr später als Auferstehungskirche geweiht werden. 1974 konnte eine Orgel erworben werden. Im Jahr 2008 kaufte die Gemeinde das unmittelbar östlich an die Kirche angrenzende Fachwerkhaus und nennt es seitdem Adam-Krafft-Gemeindehaus.[2]

Derzeitiger Gemeindepfarrer der Auferstehungskirchen-Gemeinde ist seit 2009 Manfred Holst, vormals Pfarrer in Balhorn, der von 2020 bis 2025 auch als Propst der Kirchenregion Süd vorstand und damit der Kirchenleitung der SELK angehörte.[3][4]

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, Regierungsbezirke Gießen und Kassel, begründet vom Tag der Denkmalpflege 1900, fortgesetzt von Ernst Gall, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen, Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 639.
  • Jürgen Hahn: Festschrift 100 Jahre Selbständige Evangelisch-Lutherische Gemeinde Marburg/Lahn. Marburg 1976.
Commons: Auferstehungskirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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