Augennachtschwalbe

Art der Gattung Nyctiphrynus From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Augennachtschwalbe (Nyctiphrynus ocellatus, Syn.: Caprimulgus ocellatus) ist eine Vogelart aus der Familie der Nachtschwalben. (Caprimulgidae).

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Augennachtschwalbe

Augennachtschwalbe (Nyctiphrynus ocellatus)

Systematik
Ordnung: Schwalmartige (Caprimulgiformes)
Familie: Nachtschwalben (Caprimulgidae)
Unterfamilie: Caprimulginae
Gattung: Nyctiphrynus (Nyctiphrynus)
Art: Augennachtschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Nyctiphrynus ocellatus
(Tschudi, 1844)
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Früher wurde die Art als konspezifisch mit der Chocónachtschwalbe angesehen, unterscheidet sich aber hauptsächlich durch ihren Ruf.

Sie kommt in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Ecuador, Honduras, Kolumbien, Nicaragua, Paraguay und Peru vor.

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst subtropischen oder tropischen feuchten Tief- und Bergwald.[1] Die Art besiedelt gerne auch jungen Sekundärwald.[2]

Beschreibung

Die sehr dunkel gefärbte Augennachtschwalbe ist 20–21 cm groß, das Männchen wiegt zwischen 35 und 43 g, das Weibchen zwischen 29 und 44 g, die Geschlechter unterscheiden sich kaum. Die Oberseite und die Flügeldecken sind nahezu gleichförmig dunkel graubraun ohne Nackenband. Die Augennachtschwalbe hat ein schmales weißes Kehlband und gelbbraun oder rotbraun begrenzte Flecken auf Schulterfedern und Flügeldecken mit zwei weißen Punkten. Auf der Unterseite finden sich schmale weiße Punkte. Im Fluge werden schmale weiße Spitzen der äußeren Steuerfedern sichtbar.[2][3][1]

Stimme

Der Ruf des Männchens wird als wiederholtes trillerndes preeeo oder prEEoo beschrieben, vom Grund oder von einem niedrigen Ansitz aus gerufen.[1][2]

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][4]

  • N. o. lautus Miller, W & Griscom, 1925[5] – Osten Honduras’, Nordosten Nicaraguas und Nordwesten Costa Ricas, auch in der Kanalzone in Panama
  • N. o. ocellatus (Tschudi, 1844)[6], Nominatform – Kolumbien, Nordosten Ecuadors und Osten Perus bis Brasilien und südlich über Bolivien und Paraguay bis in den Nordosten Argentiniens

Nyctiphrynus ocellatus bergeni Niethammer, 1953[7] und Nyctiphrynus ocellatus brunnescens Griscom & Greenway, 1937[8] gelten heute als Synonyme zur Nominatform.

Lebensweise

Die Nahrung besteht aus Nachtfaltern, Küchenschaben, Laubheuschrecken, Leuchtkäfern und anderen Käfern. Die Augenachtschwalbe ist nachtaktiv.[9] Sie ruht oft auf dem Boden auf Waldwegen, die Beute wird mit kurzem Auffliegen gefangen.[10]

Die Brutzeit liegt in Costa Rica und Nicaragua zwischen März und April, in Ecuador im Dezember und in Peru zwischen September und November.[1]

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung der Augennachtschwalbe erfolgte 1844 durch Johann Jakob von Tschudi unter dem wissenschaftlichen Namen Caprimulgus ocellatus. Als Verbreitungsgebiet gab er Peru an.[6] 1857 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte mit die für die Wissenschaft neue Gattung Nyctiphrynus ein.[11] Dieser Name leitet sich von »nykti-, nyx, nyktos νυκτι-, νυξ , νυκτος« für »Nacht« und »phrynē, phrynēs φρυνη, φρυνης« für »Kröte« ab.[12] Der Artname ocellatus hat seinen Ursprung in ocellatus, ocellus, oculus gepunktet, mit Ösen markiert, Öse, Auge.[13] Lautus stammt von lautus, lavare elegant, ordentlich, prächtig, waschen ab.[14] Bergeni ist Jonny von Bergen (1906–1982) gewidmet.[7] Brunnescens leitet sich von brunnescens, brunnescentis, brunneus, brunius etwas braun, bräunlich braun ab.[15] Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er nur Puerto Bertoni und dem Rio Iguaçu im Departamento Alto Paraná[16] durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als Nachweise für Paraguay.[17]

Gefährdungssituation

Die Augennachtschwalbe gilt als „nicht gefährdet“ (least concern).

Literatur

  • Arnaldo de Winkelried Bertoni in Mosè Giacomo Bertoni: Fauna paraguaya. Catálogos sistemáticos de los vertebrados del Paraguay : peces, batracios, reptiles, aves, y mamíferos conocidos hasta 1913. In: Descripcion fisica y economica del Paraguay. Band 59, Nr. 1. Establecimiento Gráfico M. Brossa, Asunción 1914, S. 1–86 (google.de).
  • Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte: Parallelismo frau la tribu die cantori dissirostri e quella die volucri hianti e die notturni ovvero insidenti. In: Rivista Contemporanea: Filosofia - Storia - Scienze - Letteratura - Poesia -Romanzi - Viaggi - Critica - Acheologia - Belle Arti. Band 9, 1857, S. 209–217 (archive.org).
  • Ludlow Griscom, James Cowan Greenway: Critical notes on new Neotropical Birds. In: Bulletin of the Museum of Comparative Zoology at Harvard College. Band 81, Nr. 2, 1937, S. 417–437 (biodiversitylibrary.org).
  • Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 2. Strecker und Schröder, Stuttgart 1940, S. 6 (google.de).
  • Günther Theodor Niethammer: Zur Vogelwelt Boliviens. In: Bonner zoologische Beiträge. Band 4, 1953, S. 195–303 (biodiversitylibrary.org).
  • Johann Jakob von Tschudi: Avium conspectus quae in Republica Peruana repiuntur et pleraque observatae vel collectae sunt in itinere. In: Archiv für Naturgeschichte. Band 10, Nr. 1, 1844, S. 262–317 (biodiversitylibrary.org).
  • Waldron DeWitt Miller, Ludlow Griscom: Descriptions of new birds from Nicaragua. In: American Museum Novitates. Nr. 159, 1925, S. 1–9 (amnh.org [PDF; 844 kB]).

Einzelnachweise

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