August Baggesen
dänischer Autor, Offizier und Generalstabsschef
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Frederik Ludvig August Haller Baggesen (* 14. August 1795 auf Schloss Augustenburg, Insel Alsen, Dänemark; † 18. April 1865 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Autor, Offizier und Generalstabschef sowie Ritter des Dannebrogordens.

Biographie
Frühe Jahre
Baggesen war der Sohn des dänischen Dichters Jens Immanuel Baggesen (1764–1826) und dessen erster Frau Charlotte Sophie von Haller († 1797), Enkelin des Wissenschaftlers Albrecht von Haller. Seine Eltern kamen gerade von einer Europareise zurück nach Dänemark und hielten sich bei Baggensens Mäzen, dem Herzog von Augustenburg, einem Förderer Schillers, auf dessen Schloss Augustenburg auf, als August Baggesen geboren wurde. Sein Bruder war der in der Schweiz tätige Geistliche Carl Albrecht Reinhold Baggesen (1793–1873).
Koalitionskriege
Baggesen schlug die Militärlaufbahn ein. 1810 war er Korporal und 1812 trat als Sekondeleutnant dem Holsteinische Jägerkorps bei. Am 13. Juli 1813 trat Dänemark in ein Militärbündnis mit Napoleon ein[1] und wurde somit Kriegspartei im Sechsten Koalitionskrieg auf Seiten der Franzosen. Baggesen wurde Teil des Auxiliarkorps, einem Kontingent in Divisionsstärke, dass der dänische König dem französischen Marschall Davout in Norddeutschland zur Verfügung stellte[1] und das sich hauptsächlich aus Schleswig-Holsteinern rekrutierte.
Mit der Einheit war Baggesen gemeinsam mit den französischen Verbänden im Spätsommer 1813 in Mecklenburg eingesetzt. Da er körperlich nicht sehr robust war, hielt er den strapaziösen Märschen des Feldzugs nicht stand; als er während des Rückzugs des Korps aus Schwerin erkrankte und eigentlich nach Altona zurücktransportiert werden sollte, geriet er am 24. August bei Wittenburg in Kriegsgefangenschaft russischer Kosaken.[2]
Anwesenheit auf Theodor Körners Begräbnis
Baggesen wurde zunächst in das Hauptquartier Wallmodens und Tettenborns gebracht, wo er den deutschen Dichter Theodor Körner antraf, der im Lützowschen Freikorps diente.[2] Sowohl Baggesens Vater, als auch Körners Vater Christian Gottfried Körner und Körner selbst waren glühende Bewunderer und Förderer Friedrich Schillers. Da Körner außerdem als Dichter bereits Bekanntheit erlangt hatte, ist davon auszugehen, dass er und der literarisch interessierte Baggesen als Gleichgesinnte einander mit Wertschätzung begegneten.[2] Körner fand am 26. August bei einem Gefecht gegen eine französische Transportbegleitung bei Rosenow den Tod und wurde am Tag darauf bei Wöbbelin beigesetzt. Baggesen nahm am Trauerzug und dem Begräbnis teil.[2]
Weitere Karriere
Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft blieb Baggesen 1814 noch beim Schleswigschen Jägerkorps in Kiel und hielt sich auch in Nordfrankreich beim dänischen Besatzungskorps auf. Jedoch stellte er in der Folge die Tätigkeit als Soldat hinter eine eher akademische Karriere auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten an der Universität in Kiel zurück, wobei der Philosoph Karl Wilhelm Reinhold – ein enger Vertrauter seines Vaters – sein Mentor wurde.
1822 wurde er zum Premierleutnant und 1831 zum Hauptmann ernannt. 1839 wurde er Hauptmann im dänischen Generalstab, 1842 Major und Leiter der taktischen Abteilung des Stabes sowie 1848 Oberstleutnant im Generalstab.
Zu Beginn der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848 fungierte Baggesen als Chef des Stabes beim Generalkommando für Nordjütland und Fünen. In Abwesenheit des kommandierenden Generals setzte er eigenständig die Divisionen Jütlands und Fünens nach Süden in Marsch, wurde aber in der Folge nicht mit einem Frontkommando betraut, sondern erhielt den unter den gegebenen Umständen unbedeutenden Posten des Stabschefs beim Generalkommando auf Seeland. Auch 1849 blieb er, inzwischen zum Oberst befördert und zum Leiter der Personalabteilung der Armee ernannt, vom Kriegsschauplatz fern.
Erst 1850 erhielt er als Brigade-Kommandeur eine Verwendung in der aktiven Armee. Er hatte allerdings noch nie einen solchen Großverband geführt und seit 20 Jahren keinen direktem Kontakt mit der Truppe. Unter diesen Voraussetzungen führte Baggesen die 2. Brigade in die Schlacht bei Idstedt am 24. und 25. Juli 1850. Sein Verband geriet während der Kämpfe in eine kritische Situation bei den Kämpfen von Oberstolk, was schwere Verwirrung unter den Dänen auslöste und sie fast den Sieg kostete.
Nach dem Krieg übernahm Baggesen erneut den Posten des Stabschefs beim Generalkommando Seeland. 1854 wurde er schließlich zum Generalmajor und Chef des dänischen Generalstabs ernannt – eine Stellung, die er bis 1858 innehatte, als er zum Kommandanten der Festung Rendsburg berufen wurde. Im Jahr 1860 wurde er aus dem Militärdienst entlassen und verbrachte seinen Lebensabend in Kopenhagen, litt allerdings an schlechter Gesundheit. Er starb 1865.
Auszeichnungen
1849 wurde Baggesen zum Kommandeur des Dannebrogordens ernannt. Während seiner Karriere erhielt er weiterhin zahlreiche ausländische Orden.
Privates
1828 heiratete er Charlotte Ditlefine Henriette Jess (* 2. Juni 1806), die Tochter des Staatsrats und Bürgermeisters Jess aus Kiel. Das Paar hatte zwei Töchter und einen Sohn. Die Tochter Sophie Charlotte Johanne (1836–1883) heiratete den dänischen General Marius Hedemann.[3]
Als Autor und Herausgeber
In den 1830er Jahren war Baggesen parallel zu seiner Militärkarriere auch literarisch tätig. 1832 und 1834 veröffentlichte er seine „Vorlesungen für Studenten über Militärgeschichte und Geographie“ (dänisch: Forelæsninger for Højskolens Elever over Krigshistorie og Geografi) Kompilationswerke und schloss 1832 die Herausgabe des dänischen Teils der Werke seines Vaters und 1836 die des deutschen Teils ab. Von 1837 bis 1839 war er Mitherausgeber des „Militärischen Repertoriums“ (dänisch: Militært Repertorium), 1840 erschien sein auf sorgfältigen Studien und eigener Prüfung beruhendes Hauptwerk „Der dänische Staat“ (dänisch: Den danske Stat) und von 1843 bis 1856 verfasste er eine ausführliche, vierbändige Biografie seines verstorbenen Vaters.
Literatur
- Peder Nieuwenhuis: Stichwort Baggesen, Frederik Ludvig August Haller. In: Salmonsens Konversationsleksikon. 2. Ausgabe. 1915. Link Abgerufen am 22. Juni 2026.
- S. A. Sorensen: Baggesen, Frederik Ludvig August Haller. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 1: Aaberg–Beaumelle. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1887, S. 429–432 (dänisch, runeberg.org).