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August Heinrich d’Autel

lutherischer Theologe From Wikipedia, the free encyclopedia

August Heinrich d’Autel (* 1. November 1779 in Heilbronn; † 30. September 1835 in Stuttgart) war Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat in Stuttgart. Er machte sich vor allem um das Volksschulwesen verdient und initiierte den Bau des Lehrerseminars in Esslingen.

Leben

D’Autel besuchte das Heilbronner Gymnasium und studierte von 1796 bis 1799 Theologie in Jena. Er kehrte 1800 als Geistlicher in seine Vaterstadt Heilbronn zurück, wo er sich durch sein Predigertalent auszeichnete und sich auch besonders dem Schulwesen widmete. 1808 berief ihn König Friedrich von Württemberg in das Amt des Hofkaplans und ernannte ihn zugleich zum Assessor im Stuttgarter Konsistorium. 1812 wurde er Hofprediger und Oberkonsistorialrat, 1814 Oberhofprediger und Feldpropst, 1826 auch Vorstand der königlichen Kommission für die Erziehungshäuser.

Im Konsistorium widmete sich d'Autel wie zuvor schon in Heilbronn erneut dem Volksschulwesen. Auf seinen Antrag geht der Bau des Esslinger Lehrerseminars zurück, das 1811 fertiggestellt wurde. Neben einigen geistlichen Schriften veröffentlichte d'Autel auch ein Werk über das Schulwesen und war ab 1819 Mitherausgeber der Freimüthigen Jahrbücher der allgemeinen deutschen Volksschulen mit besonderer Hinsicht auf West- und Süd-Deutschland.

1812 wurde d'Autel mit dem Civil-Verdienst-Orden, 1814 mit dem Orden des Goldenen Adlers ausgezeichnet.

Familie

August Heinrich wurde geboren als Sohn des Heilbronner Waisenhausverwalters und Pfarrschreibers Georg Friedrich d'Autel (1726–1797) und seiner Ehefrau Maria Christiana Bernhold (1756–1783). Schon sein Taufeintrag von 1779 zeigt die Schreibweise „d'Autel“, ebenso der Heiratseintrag der Eltern vom 28. November 1775.[1] Der Vater war aus Niederbronn im Elsass gebürtig und kam um 1730 mit seinen Eltern nach Heilbronn, wo der Vater Jakob Friedrich d'Autel (1691–1769) Gerichtsprokurator wurde. Dieser kam aus Straßburg im Elsass, wo sein Vater Lic. jur. Johann Martin d'Autel (1651–1709) Advokat und Richter war. Die Familie war deutscher Herkunft und hieß ursprünglich Dautel, aber nach der Besetzung der Stadt Straßburg durch Frankreich im September 1681 und der anschließenden Annexion findet sich seit 1695 in den Straßburger Kirchenbüchern die Schreibweise „d'Autel“, die sich im Folgenden in der Familie durchsetzte. Johann Martins Vater war der Straßburger Weißbäcker Hans Martin Dautel (1623–1682), dessen Vater Hans/Johann Dautel (um 1595 – um 1625) ebenfalls Weißbäcker in Straßburg war und dort am 26. März 1622 das Bürgerrecht erworben hatte.[2] Er stammte aus dem Amt Backnang in Württemberg, wahrscheinlich aus dem Dorf Heutensbach, wo die Familie Dautel seit 1525 nachgewiesen ist (zuvor schon 1471 in Allmersbach im Tal).[3] Auch im benachbarten Amt Schorndorf kam der Name Dautel seit ca. 1475 vor, hier lebte der Bauer Jakob Dautel in Oberschlechtbach, der nach dem Bauernaufstand des „Armen Konrad“ 1514 in Schorndorf hingerichtet wurde.

August Heinrich d'Autel heiratete im Jahr 1800 die Pfarrerstochter Eberhardine Christiana Orth (1773–1846), der Ehe entstammten zwei Kinder.

Schriften

  • Communionbuch für denkende Christen, 1807
  • Prüfung des Werthes des Pestalozzi’schen Methode, 1810
  • Predigten, 1814, 1818 sowie posthume 3. Sammlung 1837

Literatur

Einzelnachweise

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