August Homburger
deutscher Arzt, Psychiater, Hochschullehrer
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August Friedrich Homburger (* 18. Dezember 1873 in Frankfurt am Main; † 29. Juni 1930 ebd.) war ein deutscher Psychiater und Hochschullehrer. Er gilt als ein Pionier der Kinderpsychiatrie.[1]
Leben und Wirken
August Homburger studierte seit 1892 Medizin an der Universität Straßburg und der Universität Heidelberg. 1897 legte er das medizinische Staatsexamen in Straßburg ab und erhielt die ärztliche Approbation. Von 1898 bis 1899 arbeitete er in Frankfurt am Main am Senckenbergischen Pathologischen Institut und promovierte 1899 zum Dr. med. an der Universität Straßburg. Von 1899 bis 1906 war er als Arzt in Frankfurt/M. tätig, u. a. an der Poliklinik für Nervenkranke. 1906 empfing er die Approbation als Nervenarzt und war von 1907 bis 1920 als Arzt an der Psychiatrischen Poliklinik in Heidelberg tätig, die er ab 1920 leitete. Im Jahre 1911 habilitierte er sich in Heidelberg und war an der dortigen Universität als außerordentlicher Professor tätig. 1917 gründete er in Heidelberg die erste Heilpädagogische Beratungsstelle an der Universitäts-Kinderklinik.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Über die Beziehungen des Morbus Basedowii zu Psychosen und Psychoneurosen. Goeller, Straßburg 1899 (= Dissertation Universität Straßburg).
- Lebensschicksale geisteskranker Strafgefangener. Katamnestische Untersuchungen nach den Berichten L. Kirn's über ehemalige Insassen der Zentralstrafanstalt Freiburg i.B. (1879 - 1886) (= Arbeiten aus dem Gesamtgebiete der Kriminalpsychologie, Bd. 2). Springer, Berlin 1912 (= Habilitationsschrift Universität Heidelberg).
- Die körperlichen Erscheinungen der Kriegshysterie. Lehmann, München 1916.
- Die sozialpsychologischen Probleme der jugendlichen Verwahrlosung. Gutenberg, Berlin 1917.
- Die heilpädagogische Beratungsstelle in Heidelberg. In: Zeitschrift für Kinderforschung, Bd. 29 (1924), H. 4, S. 261–274.
- Die seelische Differenziertheit als heilpädagogische Frage und Aufgabe. In: Zeitschrift für Kinderforschung, Bd. 30 (1925), H. 1, S. 11–22.
- Vorlesungen über Psychopathologie des Kindesalters. Springer, Berlin 1926 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1972, ISBN 3-534-03346-9, 852 Seiten).
Außerdem weitere Aufsätze in medizinischen Fachzeitschriften.
Literatur
- Hermann Stutte: August Homburgers Bedeutung in der Geschichte der Kinderpsychiatrie. In: Heidelberger Jahrbücher, Bd. 18 (1974), S. 83–88.