August Jerndorff

dänischer Maler (1846-1906) From Wikipedia, the free encyclopedia

August Andreas Jerndorff (* 25. Januar 1846 in Oldenburg; † 28. Juli 1906 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Maler und Professor an der Königlich Dänischen Kunstakademie.

August Jerndorff, Photographie von Frederik Riise, Königliche Bibliothek Dänemarks, vor 1906

Biographie

Herkunft und Ausbildung

Jerndorff war der Sohn des großherzoglich-oldenburgischen Hofmalers Just Jerndorff (1806–1847) und Nancy Caroline, geborene Jones. Sein Bruder war der Xylograph Just Jerndorff (1841–1887). Sein Sohn Povl Jerndorff war ebenfalls Maler. Sein Cousin Peter Jerndorff (1842–1926) war Schauspieler.

Er besuchte das Gymnasium Det von Westenske Institut in Kopenhagen und ging nach seinem Abschluss bei dem Malermeister Carl Bernhard Lübschitz (dem Vater des Malers Johann Leopold Lübschitz) für zwei Jahre in die Lehre. Er wollte jedoch Künstler werden und besuchte nach seinem Abschluss an der Zeichenschule des Technischen Instituts 1863 die Königlich Dänische Kunstakademie. 1868 erhielt er sein Diplom als Maler.

Bereits als Student am Technischen Institut hatte Jerndorff unter der Anleitung des Theatermalers Christian Hetsch gearbeitet; später kam er mit Niels Laurits Høyen in Kontakt, der ihn förderte und auf dessen Empfehlung er bei P. C. Skovgaard Unterricht nahm. Bereits während seiner Studienzeit debütierte er folgerichtig zunächst als Landschaftsmaler (Werk: Landsbygade i Aagerup ved Roskilde, 1866), eine Richtung, zu der er in den Folgejahren immer wieder zurückkehrte, auch nachdem er erkannt hatte, dass sein Talent in anderen Bereichen lag. In der Folge wandte sich Jerndorff den Feldern der religiösen Malerei und Porträtmalerei zu, in denen er sich einen Namen machte. 1869 erhielt er den Neuhausen-Preis für ein Porträt des Pfarrers L.H. Schmidt und zwei Jahre später die kleine Goldmedaille für das Bildnis Der barmherzige Samariter (dänisch: Den barmhjertige Samaritan). Den Weg, den diese beiden Werke – religiöse Malerei und Porträtmalerei – weisen, verfolgte Jerndorff später mit Eifer und Können, wobei er insbesondere in der Porträtmalerei hervortrat und Bekanntheit erlangte.

Insbesondere seine historischen Porträts, heute großteils im dänischen Nationalmuseum Schloss Frederiksborg zu finden, stechen hervor. Jerndorff porträtierte eine lange Liste berühmter Persönlichkeiten, darunter General du Plat in Dybbøl (gemalt 1885) und General Bülow in Fredericia (1890), Vilhelm Marstrand, Hans Matthison-Hansen, Staatsrat J. D. Herholdt, Direktor Thorvald Julius Hellmann, Japetus Steenstrup, die Maler Vilhelm Melbye und Julius Exner, den Brauer C. Jacobsen, den Chemiker Christen Thomsen Barfoed, Staatsrat L. Müller, Bischof Jørgen Swane und viele andere.

1875 und 1876 erhielt er je ein Reisestipendium der Akademie und bereiste Italien, wo er bis 1877 blieb. Aus dieser Zeit stammen weitere Gemälde vo ihm, sowie auch Keramik- und Plastikarbeiten, von denen aber nur wenige öffentlich ausgestellt wurden.

1884 erhielt Jerndorff die Ausstellungsmedaille und wurde 1887 Mitglied der Akademie. Später trat er aus eigenem Antrieb aus der Vollversammlung zurück, war aber von 1887 bis 1893 Mitglied des Akademierats. 1890 bewarb er sich vergeblich um die Professur, die an Frants Henningsen ging. 1891 erhielt er schließlich den Professorentitel, 1897 wurde er zum Ritter des Dannebrogordens geschlagen und 1901 zum ordentlichen Professor an der Akademie ernannt.

1875 heiratete er Betty Marie Matthison-Hansen, die Tochter des Domorganisten Hans Matthison-Hansen.

Jerndorff ist auf dem Vestre Kirkegård in Kopenhagen begraben.

Bildnisse von A. Jerndorff

  • Selbstporträts ca. 1864 und 1891 (früher bei Johan Hansen, das ältere im Frederiksborg Museum)
  • Zeichnung von Christian Bayer 1875 (Frederiksborg Museum)
  • Porträt nach Erik Henningsens Zeichnung, Bogstaveligheden (Frederiksborg Museum)
  • Zeichnung von Viggo Johansen 1890. Porträt basierend auf dem Werk: Et akademirådsmøde, 1904 (Statens Museum for Kunst)
  • Gemälde von Otto Haslund 1910 im (Schloss Charlottenborg)
  • Selbstporträt, 1902.
  • Holzschnitte von Carl Poulsen 1884 und von H.C. Olsen 1906 nach einer Fotografie
  • Fotografien von Frederik Riise

Galerie

Literatur

Commons: August Jerndorff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • August Andreas Jerndorff. In: gravsted.dk. (dänisch).
  • Merete Bodelsen: August Jerndorff. In: Biografiskleksikon.lex.dk. (dänisch).
  • Claudine Stensgaard Nielsen: August Jerndorff. In: Danmarks Nationalleksikon. (dänisch).

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