Olaf Rye
norwegisch-dänischer Generalmajor (1791-1849)
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Ole bzw. Olaf Rye (* 16. November 1791 in Telemark, Norwegen; † 6. Juli 1849 in Fredericia, Dänemark) war ein dänisch-norwegischer Offizier, zuletzt Generalmajor.

Biographie
Rye war der Sohn von Hauptmann Matthias A. Rye und Elisabeth Johanne, geb. Lind. Er wuchs in der ländlichen Telemark in Norwegen auf und absolvierte seine militärische Ausbildung 1804 am Norwegischen Militärinstitut, die er im Mai 1808 abschloss. Er wurde dem Thelemark-Infanterieregiment zugeteilt und diente gemeinsam mit Hans Helgesen und Friderich Adolph Schleppegrell, den späteren berühmten Kommandeuren, im Dänisch-Schwedischen Krieg sowie im Küstenschutz gegen die feindliche Royal Navy. Nach dessen Ende und der Abspaltung Norwegens verweigerte Rye den Treueeid auf den schwedischen König und verblieb mit Helgesen und Schleppegrell, mit denen ihn mittlerweile eine enge Freundschaft verband, in Diensten des dänischen Königs. Er reiste mit ihnen zusammen im Frühjahr 1815 nach Kopenhagen. Wegen der Rückkehr Napoleons wurde ihnen empfohlen, sich bei der preußischen Armee zu bewerben. Sie reisten daraufhin nach Lüttich, wo sie am 30. April 1815 eintrafen und sich den preußische Besatzungstruppen anschlossen. Anschließend beteiligten sie sich an der alliierten Besetzung Frankreichs zum Ende der Koalitionskriege und wechselten zum dänischen Hilfskorps unter Prinz Friedrich von Hessen in Nordfrankreich. Rye kehrte schließlich nach Rendsburg zurück, wo er bis zu seiner Beförderung zum Major (1840) und Oberstleutnant 1842 blieb und als Kommandeur des 1. Linieninfanteriebataillons nach Kopenhagen versetzt wurde. Während seiner Zeit in Rendsburg heiratete er zweimal, verlor jedoch beide Frauen im Kindbett und seine Kinder an Krankheiten. In Kopenhagen heiratete er ein drittes Mal und hatte einen Sohn, der ihn überlebte.
Der Ausbruch der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848 brachte ihn in eine schwierige Lage, da sein Schwager und mehrere Freunde sich auf die Seite der Schleswig-Holsteiner schlugen. Dennoch zögerte er nicht und führte sein Bataillon mit großem Geschick in der Schlacht bei Bau, ebenso wie in der Schlacht von Schleswig.
Am 29. April wurde er Brigadekommandeur und im Mai zum Oberst befördert. Am 28. Mai führte er seine Brigade erstmals im Gefecht bei Nybøl und nahm am 5. Juni an der Schlacht bei Dybbøl teil. Nach kurzer Zeit als Kommandeur auf Alsen übernahm er am Ende des Feldzugs das Kommando über die 5. Brigade, die an der jütländischen Grenze stationiert war.
Bei Wiederaufnahme der Kampfhandlungen 1849 erhielt er die Beförderung zum Generalmajor. Während des neuerlichen Vormarschs der deutschen Bundestruppen, wurde ihm nach der Schlacht von Kolding der Rückzug der dänischen Armee durch Jütland übertragen, eine Aufgabe, die er mit großem Geschick erfüllte. Es gelang ihm, die Deutschen so weit nach Jütland zurückzulocken, dass die schleswig-holsteinische Armee vor der Festung Fredericia schließlich allein stand. Rye, der seine Infanterie bis Helgenæs zurückgeführt hatte, ließ sie von dort aus nach Fünen und von dort weiter nach Fredericia einschiffen, wo sie die Ausbruchsstreitmacht in der belagerten Stadt entscheidend verstärkte. Bei der Ausfallschlacht aus Fredericia am 6. Juli 1849 führte Rye wiederum die 5. Brigade der nunmehr, nach der Zusammenführung großer Kontingente in der Stadt, überlegenen dänischen Armee.
Der Plan sah vor, dass Rye seine Brigade auf dem rechten Flügel nach Norden zum Übergang am Rands Fjord führen sollte, um einen Rückzug der Schleswig-Holsteiner oder die Ankunft von Verstärkungen auf diesem Weg zu verhindern. Dazu mussten seine Truppen die stärkste Schanze der des Gegners, die sog. Treldeskansen (deutsch: Trelde-Schanze) erobern. Rye unterschätze die Stärke des Gegners und wies zwei seiner fünf Bataillone an, die Schanze zu umgehen, während die übrigen Bataillone die Redoute von Artillerie unterstützt angriffen. Im Vormarsch auf die Redoute büßte Rye zweimal sein Reitpferd ein. Bei einem weiteren Angriff der wechselvollen Kämpfe gegen 3:00 Uhr morgens erlitt er einen Schuss in den Oberschenkel und den Unterleib und erlag kurz darauf seinen Verletzungen.
Rye wurde am 15. September auf dem Garnisonsfriedhof in Kopenhagen beigesetzt.
Auszeichnungen und Andenken
Rye war 1840 zum Ritter des Dannebrogordens und 1848 zum Dannebrogsmann ernannt worden.
Als Identifikationsfigur besitzt Rye bis heute eine große Bedeutung. Viele dänische Straßen und Wege sind nach ihm benannt. Das dänische KFOR-Lager im Kosovo Camp Olaf Rye und die Ryes Kaserne in Fredericia tragen seinen Namen. In Oslo befindet sich der Olaf-Ryes-Platz (Olaf Ryes plass).
Galerie
- Der Ryeshügel (dänisch: Ryeshøj) in Fredericia mit Blumen geschmückt am 6. Juli 2014
- Gedenkstein für Rye – an seiner Todesstelle, etwa 200 Meter nördlich des Ryeshøj
- Statue von Olaf Rye auf dem Ryes Plads in Fredericia
Literatur
- P. Fr. Rist: Olaf Rye. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 14: Resen–Saxtrup. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1900, S. 448–453 (dänisch, runeberg.org).
- Nick B. Svendsen: Generals of the Danish Army in the First and Second Schleswig-Holstein Wars, 1848-50 and 1864. 2013. ISBN 978-1-908916-46-4.
Weblinks
- Olaf Rye. In: gravsted.dk. Abgerufen am 13. März 2026 (dänisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rye, Olaf |
| ALTERNATIVNAMEN | Rye, Ole |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer Generalmajor |
| GEBURTSDATUM | 16. November 1791 |
| GEBURTSORT | Brunlaug bei Larvik, Norwegen |
| STERBEDATUM | 6. Juli 1849 |
| STERBEORT | Fredericia, Dänemark |