August Löffler
deutscher Maler
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August Löffler (* am 4. oder 5. Mai[1] 1822 in München, Königreich Bayern; † 19. Januar 1866 ebenda) war ein deutscher Landschaftlsmaler, Lithograf und Radierer. Er signierte seine Werke unter anderem mit den Initialen AL.

Leben
Löffler war ein Sohn des Kupfer- und Landkartenstechers Georg Löffler. Zum Tag seiner Geburt gibt es unterschiedliche Angaben, vom 4.,[2] 5.[3][4] oder 24.[5] Mai 1822. Er sollte eigentlich zum Theologen ausgebildet werden, entschloss sich jedoch nach dem Abschluss der Lateinschule dazu, sich der Kunst zuzuwenden. Den ersten Unterricht im Zeichnen hatte er durch seinem Vater erhalten. Als Lehrling der Maler Heinrich Adam und Julius Lange und schloss er sich schließlich dem Stil von Carl Rottmann an, ohne dass er dessen Schüler war. Er war allerdings mit dessen Sohn befreundet. Nach dem Tod des Vaters musste er mit seinem Einkommen auch seine Mutter und die Geschwister versorgen.
Anfangs malte er überwiegend Bilder aus dem Isartal bei München. Er studierte zudem die Werke von Gaspard Poussin und Claude Lorrain und reiste 1844 nach Istrien, wo das Ölgemälde Das Amphitheater in Pola mehrere Landschaftsbilder entstanden. Eine zweite Reise führte Löffler gemeinsam mit Erich Correns nach Oberitalien, wo er die Lombardei, Triest und Venedig besuchte. Im Jahr 1846 besuchte er mit Correns die Malschule von Karl Schorn, wo auf Ferdinand und Karl Theodor Piloty sowie Ludwig Thiersch und Julius Zimmermann traf.
Ulrich Halbreiter, der kurz zuvor von einer längeren Orientreise zurückgekehrt war und ein großes Rund- oder Panoramabild von Jerusalem aufgezeichnet hatte, bat Löffler für ihn die landschaftlichen Ausführung zu übernehmen (es kam als Geschenk Maximilians II. von Bayern, in den Lateran). Inspiriert von diesem Gemälde und getrieben von der Sahnsucht nach dem Süden ging Löffler 1849 über Triest und Griechenland nach Smyrna, und bereiste Ägypten, Kleinasien, Palästina und Syrien. Hier fertigte er eine Vielzahl an Skizzen und Ansichten, um sie später für seine Gemälde zu verwenden.
Ende 1850 kehrte er nach München zurück und kam 1851 über Dresden nach Berlin. In den folgenden Jahren entstand eine bedeutende Anzahl von Landschaftsbildern, die er für die Könige von Preußen und Württemberg herstellte. 1853 begleitete Löffler Ernst Rietschel und Ludwig Thiersch nach Athen, von wo aus er ganz Griechenland bereiste und weitere Studien und Skizzen anfertigte. Anschließend malte er das große Bild Delphi. 1856 folgte ein Studienaufenthalt in Venedig und Mailand, wo er die alten Meister studierte. Er fertigte neben Landschaften auch Werke mit biblischen Themen. Im Jahr 1864 führte er für den Freiherrn von Hirsch in Brüssel ein großes Wandgemälde Gebirgsgegend am Meere aus. Nachdem er sich auf einer Reise in Schlesien stark erkältet hatte, führte dies schließlich 1866 zu seinem Tod, da er bereits seit längerem an einem Lungenleiden litt.
König Ludwig erwarb aus seinem Nachlass zweiundzwanzig Ölskizzen von Ansichten aus dem Heiligen Land, Ägypten, Kleinasien und Griechenland für die Neue Pinakothek.[6]
Werke (Auswahl)


Gemälde
- Der See Genezareth in Palästina. (als Aquarell und Lithografie)
- Das Kloster Santa Saba in der Judäischen Wüste um 1849
- Palmenwald mit der Aussicht auf Kairo 1851
- Dorf am Nil (Neue Pinakothek München)
- Rundgemälde von Jerusalem (nach Originalstudien des Malers Ulrich Halbreiter ausgeführt und von Ferdinand und Karl Piloty ausstaffiert)
- Jerusalem (für König Friedrich Wilhelm IV., Schloss Bellevue, Berlin)
- sechs Bilder aus dem heiligen Land: Bethlehem, Das tote Meer, Jerusalem, Jaffa, Kloster St. Saba, Damascus 1857 (für König Wilhelm von Württemberg)
- Die al-Aqsa-Moschee, Jerusalem 1859
- Griechische Landschaft bei Athen 1860 (Museum der bildenden Künste Leipzig)
- Athen vom Hain von Kolonos aus 1863
- Ansicht Jerusalems vom Ölberg 1863
- Der Tempel von Baalbek und der Libanon (Aquarell)
- Die Insel Rhodos (Aquarell)
- Die wilde Jagd
- Die Findung Moses’ (Nillandschaft)
- Gott erscheint dem Elias auf dem Berg Horeb oder Die Erscheinung Gottes im brennenden Busch
Federzeichnungen
- Die Kraniche des Ibycus
- Der Kampf mit dem Drachen
Wandmalereien
- Memphis, Jerusalem, Athen und Rom für den Gesellschafts- und Speisesaal eines Badeetablissements seines Schwager in Kochel am See
- Zwei Landschaften aus Palästina 1859, für das chemischem Laboratorium von Justus von Liebig (stereochrom)
Grabstätte

Die Grabstätte von August Löffler befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 16 – Reihe 14 – Platz 1/2, Standort).
Literatur
- Beschreibung des Rundgemäldes von Jerusalem mit Umgegend vom Thurme der Himmelfahrtskirche auf dem Oelberge aufgenommen von Ulr. Halbreiter, gemalt von August Löffler in München. (digitale-sammlungen.de – um 1847 bis 1849).
- Carl Albert Regnet: August Löffler – Landschaftsmaler. In: Münchener Künstlerbilder: ein Beitrag zur Geschichte der Münchener Kunstschule in Biographien und Charakteristiken. Band 2. T. O. Weigel, München 1871, S. 31–39 (digitale-sammlungen.de).
- Löffler, August. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 10, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 867.
- Löffler, August. In: Friedrich von Boetticher (Hrsg.): Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 1/2, Bogen 31–61: Heideck–Mayer, Louis.. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Dresden 1895, S. 889–890 (Volltext [Wikisource]).
- Löffler, August. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 23: Leitenstorfer–Mander. E. A. Seemann, Leipzig 1929, S. 316–317 (biblos.pk.edu.pl).
- Hyacinth Holland: Löffler, August. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 19, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 101 f.
- H. L.: Löffler, August. In: Münchner Maler im 19. Jahrhundert. Bruckmann, München 1981, ISBN 3-7654-1633-9, S. 69 (Textarchiv – Internet Archive).
- Löffler, August. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 6: Kraatz-Menges. K. G. Saur, München 2006, ISBN 3-598-25036-3, S. 507 (books.google.de).
Weblinks
- Literatur von und über August Löffler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- August Löffler (deutsch, 1822–1866) artnet.de