August von Quistorp
preußischer General
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Ulrich August Wilhelm von Quistorp (* 17. Februar 1786 in Vorwerk bei Lassan; † 6. Dezember 1849 in Krenzow) war ein preußischer Oberstleutnant.
Leben
Herkunft
August war das fünfte Kind des am 8. März 1782 in den Reichsadelsstand erhobenen Johann von Quistorp (1752–1825) und dessen Ehefrau Dorothea, geborene von Behr (1756–1796).
Militärkarriere
Im Alter von 15 Jahren begann seine Militärkarriere in Frankfurt (Oder) im Infanterieregiment Nr. 24 der Preußischen Armee unter General von Zenge. 1804 kam er in die Militärische Gesellschaft unter Scharnhorst.
Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon in der Schlacht bei Jena und Auerstedt schloss sich Quistorp, u. a. gemeinsam[1] mit Friedrich von Lilienthal, Adolph von Lützow, Friedrich von Pückler und Adolf von Rochow-Stülpe, Ferdinand von Schill an und nahm als Kommandeur der 1. Infanteriekompanie 1807 an der Verteidigung Kolbergs teil. Im Alter von 21 Jahren erhielt Quistorp den Orden Pour le Mérite.
Nach der Einnahme Stralsunds durch die Franzosen konnte Quistorp mit einem Boot nach Rügen flüchten. Er schloss sich nun der Schwarzen Schar Friedrich Wilhelms von Braunschweig an und war 1809 Befehlshaber des Schill’schen Fußvolks. In Böhmen musste er eine schwere Verwundung auskurieren. In Preußen war Quistorp inzwischen in Abwesenheit als Deserteur verurteilt worden.
Er ging 1810 nach England und kam im August 1811 in die Kings German Legion, um mit ihr im Spanienfeldzug weiter am Kampf gegen die napoleonischen Truppen teilzunehmen.[2]
Als er 1814 seinen Abschied bei der Legion genommen hatte und nach Preußen zurückkehrte, wurde er im Oktober 1814 als Deserteur in der Festung Küstrin arrestiert, jedoch schon im Februar 1815 wieder freigelassen und ins Heer aufgenommen. Er nahm am Sommerfeldzug von 1815 teil und bekam das Eiserne Kreuz verliehen. Zuletzt stand er als Kommandeur des 2. Bataillons im 15. Landwehr-Regiment in Paderborn. Am 13. April 1836 nahm Quistorp als Oberstleutnant mit Pension und der Berechtigung zum Tragen der Armeeuniform seinen Abschied. Er bewirtschaftete darauf seine Güter in Krenzow und Zarentin bei Lassan in Vorpommern.[3]
Familie
Er heiratete 1821 Anna Duesberg (1797–1864). Sein erster Sohn und Gutserbe[4] August von Quistorp-Crenzow (1822–1877) war der Vater[5] von Wernher von Quistorp. Ferner hatte er mehrere Töchter:
- Marie (1824–1886) ⚭ 1842 Eduard von Below (1815–1894), Herr auf Salchow, Eltern von Eduard von Below
- Elisabeth (* 1825) ⚭ 1852 Georg von Linsingen (1819–1904)
- Mathilde (* 1852) ⚭ 1852 Alfons von Linsingen (1817–1856)[6]
Literatur
- Bernhard von Poten: Quistorp, Ernst und August von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 27, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 48–51.
- Moritz Maria von Weittenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter. 1879. Vierter Jahrgang, Buschak & Irrgang, Brünn/Wien 1878, S. 445 f. (Digitalisat)