Augustin Pfleger
Komponist und Kapellmeister
From Wikipedia, the free encyclopedia
Leben und Wirken
Weder Geburtsjahr noch Geburtsort von Augustin Pfleger sind präzise dokumentiert. Voraussichtlich wurde er zwischen 1630 und 1640 geboren. Der bislang in der musikwissenschaftlichen Literatur mit Schlackenwerth angegebene Geburtsort lässt sich nach Forschungen des Musikwissenschaftlers Cosimo Stawiarski durch den Abgleich mit den regionalen Kirchenbüchern nicht verifizieren.[1][2] Annemarie Nausch nahm in ihrer Studie über Leben und Werk Pflegers an,[3] das Pfleger in Nürnberg bei Johann Erasmus Kindermann studierte.[4]
Pfleger selbst bezeichnet sich in seinem Opus 1 im Jahr 1661 als Kapellmeister des Herzogs Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg,[5] Ende der 1650er Jahre ist sein Wirken in Julius Heinrichs Residenz in Schlackenwerth nachweisbar.[1][5] Ab 1662 wirkte er am Fürstenhof Mecklenburg-Güstrow als Vize-Kapellmeister neben Kapellmeister Daniel Daniélis. Aus der Geschichte der Güstrower Hofkapelle geht hervor, dass er erneut eingestellt wurde, weshalb man annimmt, dass er in den 1650er Jahren schon einmal dort tätig war. Nachdem Daniélis 1664 entlassen worden war, wurde Pfleger zum Kapellmeister ernannt und nahm eine Neustrukturierung der Hofkapelle vor. Aus der Zeit in Güstrow gibt es ein von ihm eigenhändig angefertigtes Verzeichnis über 89 geistliche Konzerte in kleiner Besetzung.
Ab 1665 war er Kapellmeister am Hof von Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf auf Schloss Gottorf. Pfleger wurde die musikalische Gestaltung des Festakts zur Einweihung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Oktober 1665 übertragen, wofür er mehrere Kompositionen anfertigte. Im Jahre 1668 fand unter seiner Leitung die erste Opernaufführung in Schloss Gottorf statt.
Pfleger verließ Gottorf im Jahr 1673 mit unbekanntem Ziel. Es wird zwar teilweise in Quellen angegeben, er sei 1681 nach Güstrow zurückgekehrt, um nach dem wiederholten und endgültigen Weggang Daniélis’ erneut die Kapellmeisterstelle zu übernehmen, in der Geschichte der Güstrower Hofkapelle wurde dies jedoch nicht verzeichnet, sodass dies nicht sicher ist. Später kehrte er in seinen Heimatort Schlackenwerth zurück, wo er starb.[6][5][7]
Werke (Auswahl)
- Geistliche Konzerte Nr. 1–11 aus dem Evangelien-Jahrgang
- Geistliche Konzerte Nr. 12–23 aus dem Evangelien-Jahrgang
- Passionsmusik über die Sieben Worte Jesu Christi am Kreuz (um 1670) für Solostimmen, Chor und Instrumente, Hg. von Fritz Stein (= Das Chorwerk, 52). Möseler, Wolfenbüttel 1938
- Dialogus in festo annuntiationis Mariae – Adventsmusik über Maria Verkündigung
- Missus est angelus
- Laudate Dominum
- Kantaten
- Motetten
- Psalmen
Kompositionen für die Einweihung der Kieler Universität
- Veni sancte spiritus
- Te Deum
- 6 weltliche Oden
Literatur
- Clemens Meyer: Geschichte der Güstrower Hofkapelle. Darstellung der Musikverhältnisse am Güstrower Fürstenhofe im 16. und 17. Jahrhundert. In Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 83, 1919.
Weblinks
- Werke von und über Augustin Pfleger in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Noten und Audiodateien von Augustin Pfleger im International Music Score Library Project
- Augustin Pfleger bei Discogs
- Augustin Pfleger bei AllMusic (englisch)
- Augustin Pfleger im Répertoire International des Sources Musicales (RISM)