Austen Albu

britischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Austen Harry Albu, FCGI (* 21. September 1903; † 23. November 1994) war ein britischer Politiker der Labour Party und von 1948 bis 1974 Mitglied des House of Commons. Er war außerdem zwischen 1965 und 1967 Staatsminister im Wirtschaftsministerium.

Leben

Austen Harry Albu, Sohn von Ferdinand und Beatrice Rachel Albu, absolvierte nach dem Besuch der Tonbridge School in Kent ein Studium der Fachrichtung Bauingenieurwesen am City and Guilds College, das er mit einem Bachelor of Science (B.Sc. Engineering) beendete und wurde Fellow des Imperial College London (FCGI). Daraufhin arbeitete er den 1930er und frühen 1940er Jahren bei Aladdin Industries in Greenford, ein Hersteller und Händler von Lunchboxen, Petroleumlampen, Kochern und Thermobehältern für Lebensmittel. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war er in den späten 1940er Jahren stellvertretender Vorsitzender der Regierungs-Unterkommission der British Control Commission in Deutschland während der alliierten Besatzung in Deutschland. Dort setzte er sich für die Einführung einer zentralisierten Planwirtschaft ein und befürwortete damit den sozialdemokratischen Ansatz. Nach seiner Rückkehr war er 1947 kurze Zeit stellvertretender Direktor des neu gegründeten British Institute of Management.

Nach dem Tode von Evan Durbin[1] am 3. September 1948 wurde Albu bei der dadurch notwendigen Nachwahl im Wahlkreis Edmonton am 13. November 1948 erstmals Mitglied des House of Commons, des Unterhauses des britischen Parlaments, und gehörte diesem bis zur Unterhauswahl am 28. Februar 1974 an, woraufhin Edward „Ted“ Graham[2] neuer Abgeordneter wurde.[3] Er verfasste zudem mehrere Essays, von denen „Sozialismus und das Studium des Menschen“ (Socialism and the study of man) das bekannteste ist, und war Mitautor der New Fabian Essays (1952). Als Nachfolger von John Parker[4] war er von 1953 bis zu seiner Ablösung durch Harold Wilson[5] 1954 Vorsitzender der Fabian Society, eine 1884 gegründete britische sozialistische intellektuelle Bewegung, die durch ihre wegweisende Arbeit im späten 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg bekannt wurde. Nach dem Sieg der Labour Party bei der Unterhauswahl am 15. Oktober 1964 übernahm er im Kabinett Wilson I übernahm er als Nachfolger von Anthony Crosland[6] am 27. Januar 1965 den Posten als Staatsminister im Wirtschaftsministerium und bekleidete dieses Amt vom 31. März 1966 bis zu seiner Ablösung durch Thomas Urwin[7] am 7. Januar 1967 auch im Kabinett Wilson II. In dieser Funktion war er enger Mitarbeiter der damaligen Wirtschaftsminister George Brown[8] beziehungsweise ab dem 11. August 1966 Michael Stewart.[9] Später trat er aus der Labour Party aus und wurde Mitglied der 1981 gegründeten Sozialdemokratischen Partei SDP (Social Democratic Party). Er war zwei Mal verheiratet. Aus seiner 1929 geschlossenen Ehe mit Rose Marks, die 1956 verstarb, gingen zwei Söhne hervor. 1958 heiratete er in zweiter Ehe die anglo-österreichische Sozialpsychologin Marie Jahoda (1907–2001).

Commons: Austen Albu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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