Axel Hägerström

schwedischer Philosoph From Wikipedia, the free encyclopedia

Axel Anders Theodor Hägerström (* 6. September 1868 im Kirchspiel Vireda, Gemeinde Aneby; † 7. Juli 1939 in Uppsala) war ein schwedischer Philosoph, der vor allem durch seine rechtsphilosophischen Auffassungen bekannt geworden ist.

Axel Hägerström

Leben

Hägerström wurde in Vireda geboren. Zuerst studierte er Theologie an der Universität Uppsala, brach dieses Studium aber innerhalb eines Jahres zugunsten des Studiums der Philosophie ab. Es mangelte ihm an Geld; mit Hilfe der Erteilung von Unterricht konnte er nur gerade eben auskommen. Nach dem Studienabschluss wurde er Dozent und bis zum Ruhestand 1933 Professor für praktische Philosophie[1] an der Universität Uppsala.

Auffassungen

Hägerström meint, moralische Wertungen seien weder wahr noch falsch; es handele sich bei solchen Urteilen nur um Emotionen. Diese Betrachtungsweise gleicht der von den Vertretern des Emotivismus. Objektive Werte gibt es seines Erachtens nicht, ebenso wenig wie einen freien Willen. Zur Rechtsphilosophie sagt Hägerström, Rechtsvorstellungen seien großenteils metaphysisch und magisch, was für ihn heißt, sie seien absurd. Sein Einfluss auf das Denken von Alf Ross, Karl Olivecrona sowie Anders Vilhelm Lundstedt, und daher auf die Entwicklung des Rechtsrealismus, ist groß. Sein philosophischer Stil, der durch analytische Methoden, Konzeptanalyse und Kritik traditioneller metaphysischer Annahmen geprägt war, wirkte nach.

Der deutsche Soziologe Theodor Geiger folgt der „Uppsala-Schule“[2] in ihrer Analyse des Entstehens von Werturteilen, kennzeichnet aber in Gegensatz zu Hägerström diese aufgrund ihres erkenntnisillegitimen Charakters als Ideologie.[3]

In Uppsala gibt es in memoriam die Hägerström Lectures – eine Reihe hochrangiger Gastvorträge renommierter internationaler Philosophen.[4]

Literatur

  • Max Lyles: A call for scientific purity. Axel Hägerström's critique of legal science (= Rättshistoriskt Bibliothek. Bd. 65). Institutet för rättshistorisk forskning, Stockholm 2006, ISBN 91-85190-76-4.
  • "Axel Hägerström", in: Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen, Bd. 7, Leipzig 1929, S. 111–159.
  • Ernst Cassirer: Axel Hägerström. Eine Studie zur schwedischen Philosophie der Gegenwart. Göteborg 1939
  • Charlie Dunbar Broad: Hägerström's Account of Sense of Duty and Certain Allied Experiences. In: Philosophy, Band 26, 1951, S. 99–113.
  • John Passmore: Hägerström's Philosophy of Law. In: Philosophy, Band 36, 1961, S. 143–160.
  • M. Waller: Axel Hägerström. Mannisker som fa Kände. Stockholm 1961.
  • Konrad Marc-Wogau: Studier till Axel Hägerströms filosofi Prisma, 1968
  • D Lang: Wertung und Erkenntnis. Untersuchungen zu Axel Hägerstöms Moraltheorie. Amsterdam 1981.

Einzelbelege

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