Aztec Challenge

Computerspiel aus dem Jahr 1983 From Wikipedia, the free encyclopedia

Aztec Challenge ist ein Computerspiel aus dem Jahr 1982, das vom US-amerikanischen Studio Cosmi entwickelt und im deutschsprachigen Raum vom Publisher Ariolasoft veröffentlicht wurde. Eine Besonderheit des Geschicklichkeitsspiels ist, dass es mit völlig unterschiedlichen Inhalten für unterschiedliche Computer entstand.

Leitende EntwicklerRobert Bonifacio (Atari)
Paul Norman (C64)
KomponistPaul Norman (C64)
Schnelle Fakten Entwickler, Publisher ...
Aztec Challenge
Entwickler Cosmi
Publisher Cosmi
Leitende Entwickler Robert Bonifacio (Atari)
Paul Norman (C64)
Komponist Paul Norman (C64)
Veröffentlichung 1982
Plattform Atari 8-bit, Commodore 64, Commodore VC 20, TI-99/4A
Genre Geschicklichkeitsspiel
Sprache Englisch
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Handlung

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Einwohners von Tenochtitlan im Jahr 1500. Er wurde auserkoren, dem Sonnengott Huitzilopochtli geopfert zu werden. Seine einzige Chance, seinem Schicksal zu entkommen, liegt darin, eine aus sieben Aufgaben bestehende Herausforderung zu meistern.

Spielprinzip und Technik

Atari-Version

Die Atari-Version des Spiels ist ein Jump-’n’-Run-Spiel im Stil eines Side-Scrollers.[1] Es ist in sieben Level unterteilt.

C64-Version

Dem eigentlichen Spiel ist eine Demoversion vorgeschaltet: Die sieben Level werden jeweils kurz gezeigt, wobei der Computer die Spielfigur steuert.[2]

Die einzelnen Level sind:

  1. The Gauntlet: Die Spielfigur läuft auf eine Pyramide zu. Links und rechts stehen Priestergehilfen und werfen Speere in zwei verschiedenen Höhen auf die Spielfigur, die sich zum Schutz ducken oder springen muss.
  2. The Stairs: Die Spielfigur läuft eine Treppe zum Tempel hinauf, während Steinquader von oben herabrollen. Der Spieler muss nach links oder rechts ausweichen.
  3. The Temple: Die Spielfigur muss nach rechts gesteuert werden, dabei fallen Steine oder Speere von der Decke. Außerdem öffnen sich Falltüren im Boden, und der Spieler muss Spanische Reiter überspringen. Alle Fallen sind zufallsgeneriert.
  4. The Vermin: In einem morastartigen Gebiet in der Mitte des Tempels schwimmt Getier, das nicht berührt werden darf.
  5. Hopaztec: Dieser Level basiert auf dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip. Der Spieler muss einen Raum mit verzierten Mosaikplatten durchqueren. Aber die meisten Bodenplatten lösen Pfeil-Fallen aus. Nur eine bestimmte Reihenfolge von Platten ist gefahrlos begehbar. Nach jedem Neuversuch ändert sich der sichere Pfad.
  6. Piranhas: Auf dem Weg in die rettenden Berge muss der Spieler einen von Piranhas bewohnten See durchqueren und den aggressiven Fischen ausweichen.
  7. The Bridge: Als letztes gilt es, eine Hängebrücke zu überqueren, die zahlreiche Lücken enthält.

Im Falle des Todes der Spielfigur wird bis zum Verbrauchen des letzten Lebens das Spiel im jeweils aktuellen Level neu gestartet, so dass man nicht komplett von vorne beginnen muss. Hat der Spieler das letzte Level gemeistert, beginnt das Spiel mit einem höheren Schwierigkeitsgrad von vorn. Der letzte von vier Durchläufen findet nachts bei schlechter Sicht statt.

VC-20- und TI-99-Versionen

Die Versionen für den Commodore VC 20 und den TI-99/4A basieren auf der Atari-Version, verfügen aber nur über fünf Levels.[3] Die TI-99-Version ist in TI Extended BASIC geschrieben.[4]

Entwicklungs- und Veröffentlichungsgeschichte

Aztec Challenge wurde ursprünglich von Robert Bonifacio unter dem Titel The Bonifas für die Atari-8bit-Heimcomputer geschrieben, die damals in den Vereinigten Staaten populär waren. Er erreichte 1981 einen Veröffentlichungsvertrag über Ataris Vertriebsplattform Atari Program Exchange (APX), der ihm die Möglichkeit einräumte, das Spiel auch anderweitig zu vertreiben.[5] Nur wenige Tage später bot Cosmi einen Vertrag an, unter der Bedingung, dass Bonifacio einige technische Erweiterungen vornähme und das Spiel in Aztec Challenge umbenannt würde. Bonifacio nahm an.

Wie bei damaligen Computerspielen nicht unüblich erfolgten Portierungen für andere Heimcomputer. Die Portierung für den Commodore VC 20 wurde von Bonifacio selbst programmiert, die TI-99-Version von einem anderen Freelancer. 1983 erschien eine nochmals verbesserten Atari-Version des Spiels.[1] Mit der C64-Version beauftragte Cosmi den Profimusiker Paul Norman, der zuvor für Cosmi bereits Forbidden Forest entwickelt hatte. Norman behielt Setting, Handlung und Levelstruktur des Atari-Vorbilds bei, programmierte aber ein inhaltlich stark abweichendes Spiel, das aber 1983 unter demselben Namen und mit identischer Verpackung vertrieben wurde.

Den Vertrieb in Nordamerika und Großbritannien übernahm Cosmi selbst. In Deutschland fungierte das Gütersloher Unternehmen Ariolasoft als Publisher. Auf der deutschen Spielverpackung wurde der Titel Aztec Challenge um den Untertitel Die Rituale der Azteken ergänzt.[6] Im Spiel selbst kam der Untertitel nicht vor; die Lokalisierung bestand aus einer Übersetzung der englischen Anleitung.[2]

Rezeption

Weitere Informationen Wertungsspiegel, Publikation ...
Wertungsspiegel
PublikationWertung
Zzap!6472 %
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Für das deutsche Printmagazin Computer Persönlich lobte Redakteur Klaus Schmiedl anhand der C64-Version das Spielprinzip der „interessanten Neuerscheinung“, die auf Geschicklichkeit setze, statt den Spieler zu zwingen, „irgendwelche Gestalten auf dem Bildschirm zu beschießen“. Er lobte auch die „gute musikalische Untermalung“, die mit jedem Level an Intensität zunehme.[2] Die Fachzeitschrift TeleMatch bewertete die C64-Version von Aztec Challenge als „grafisch hervorragendes Spiel, das nicht für eine Sekunde Langeweile aufkommen“ ließe. Redakteur Hartmut Huff erwähnte einen beeindruckenden 3D-Effekt beim Annähern an die Pyramide im ersten Level.[7]

Das britische Zzap!64-Magazin gab einer 1987 von Top Ten Software vertriebenen Budget-Version der C64-Fassung eine gemischte Bewertung. Einerseits seien Grafiken und Animationen fünf Jahre nach der Erstausgabe „lachhaft schlecht“, andererseits sei das Spiel wegen des albernen Plots und dem süchtig machenden Gameplay „merkwürdig vergnüglich“.[8]

Einzelnachweise

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