BT-Serie
sowjetischer Panzertyp
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Die Panzer der BT-Baureihe (russisch Быстроходный Танк, Bystrochodni Tank, dt.: schnellfahrender Panzer) sind eine frühe Entwicklung der sowjetischen Rüstungsindustrie der 1930er-Jahre. Aufgrund der hohen Fertigungs-Stückzahlen stellt der BT-Panzer neben dem T-26 einen der ersten in Großserie gebauten Panzertypen des 20. Jahrhunderts dar.
| BT-2 | |
|---|---|
BT-2 | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 3 (Kommandant/Funker, Fahrer, Schütze) |
| Länge | 5,35 m |
| Breite | 2,23 m |
| Höhe | 2,20 m |
| Masse | 10,2 Tonnen |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 6–13 mm |
| Hauptbewaffnung | 37 mm Model 30; 96 Granaten |
| Sekundärbewaffnung | 1 × Koaxial-MG DT |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | Mikulin M-5-Ottomotor[1] 400 PS |
| Federung | Christie-Federung |
| Geschwindigkeit | 72 km/h (auf Rädern) und 52 km/h (auf Ketten) |
| Leistung/Gewicht | 39,00 PS/Tonne |
| Reichweite | 300 km (Straße) und 100 km (Gelände) |
| BT-5 | |
|---|---|
BT-5 mit abgenommenen Ketten für Räderbetrieb | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 3 (Kommandant/Funker, Fahrer, Schütze) |
| Länge | 5,35 m |
| Breite | 2,23 m |
| Höhe | 2,20 m |
| Masse | 11,5 Tonnen |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 6–13 mm |
| Hauptbewaffnung | 45 mm Mod. 32 L/46; 72–115 Granaten |
| Sekundärbewaffnung | 1 × Koaxial-MG DT; 2709 Patronen |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | M-5-Ottomotor 400 PS |
| Federung | Christie-Federung |
| Geschwindigkeit | 72 km/h (auf Rädern) und 52 km/h (auf Ketten) |
| Leistung/Gewicht | 34,78 PS/Tonne |
| Reichweite | 200 km (Straße) und 90 km (Gelände) |
| BT-7 | |
|---|---|
BT-7 | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 3 (Kommandant/Funker, Fahrer, Schütze) |
| Länge | 5,66 m |
| Breite | 2,23 m |
| Höhe | 2,42 m |
| Masse | 13,8 Tonnen |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 6–22 mm |
| Hauptbewaffnung | 45 mm Mod.34 L/46; 132–146 Granaten |
| Sekundärbewaffnung | 1 × Koaxial-MG DT, 1 × Fla-MG DT; 2394 Patronen |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | Mikulin M-17T-Ottomotor 400–500 PS |
| Federung | Christie-Federung |
| Geschwindigkeit | 72 km/h (auf Rädern) und 52 km/h (auf Ketten) |
| Leistung/Gewicht | 34,78–36,23 PS/Tonne |
| Reichweite | 250 km (Straße) und 120 km (Gelände) |
| BT-7A (BT-7Art.) | |
|---|---|
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 3 (Kommandant/Funker, Fahrer, Schütze) |
| Länge | 5,66 m |
| Breite | 2,29 m |
| Höhe | 2,42 m |
| Masse | 14,0 Tonnen |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 6–22 mm |
| Hauptbewaffnung | 76,2-mm-Geschütz KT-28 |
| Sekundärbewaffnung | 2 × Koaxial-MG DT (vorne/hinten), 1 × Fla-MG DT |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | Mikulin M-15T/Mikulin M-17T-Ottomotor 400–500 PS |
| Federung | Christie-Federung |
| Geschwindigkeit | 72 km/h (auf Rädern) und 50 km/h (auf Ketten) |
| Leistung/Gewicht | 34,78–36,23 PS/Tonne |
| Reichweite | 250 km (Straße) und 120 km (Gelände) |
| BT-7M (BT-8) | |
|---|---|
BT-7M (BT-8) | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 3 (Kommandant/Funker, Fahrer, Schütze) |
| Länge | 5,66 m |
| Breite | 2,29 m |
| Höhe | 2,45 m |
| Masse | 14,7 Tonnen |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 6–22 mm |
| Hauptbewaffnung | 45 mm Mod.34 L/46 / 45 mm Mod.38 L/46; 188 Granaten |
| Sekundärbewaffnung | 1 × Koaxial-MG DT, 1 × Turmheck-MG DT, 1 × Fla-MG DT; 2394 Patronen |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | Dieselmotor W-2 500 PS |
| Federung | Christie-Federung |
| Geschwindigkeit | 86 km/h (auf Rädern) und 65 km/h (auf Ketten) |
| Leistung/Gewicht | 34 PS/Tonne |
| Reichweite | 700 km (Straße) und 400 km (Gelände) |
Vorgeschichte
Die militärischen Führer der jungen Sowjetunion erkannten die Bedeutung von Panzerkampfwagen, welche diese zum Ende des Ersten Weltkrieges erlangt hatten. Man beschäftigte sich zu Beginn der 1930er Jahre, wie in allen Nationen mit dem Thema der technischen Zuverlässigkeit von Kettenlaufwerken und Motoren und suchte international nach Lösungen, wozu sowjetische Spezialisten weltweit führende Rüstungsfirmen besuchten und Entwürfe studierten.
Da die Kettensysteme von Panzerfahrzeugen des Ersten Weltkrieg nur wenige Betriebsstunden ohne Instandsetzung ermöglichten, war die Reichweite und Einsatzdauer dieser Fahrzeuge extrem begrenzt. Gerade in einem von weiten Distanzen geprägten Land, wie dem ehemaligen russischen Zarenreich, hatten jedoch raumgreifende Operationen einen besonders hohe Bedeutung und es bestand ein ausgeprägter Wunsch nach einem Fahrzeug, welches wie zuvor die Kavallerie einsetzbar war. Hierzu wurde verschiedenste Laufwerklösungen begutachtet und erprobt.
Entwicklung

Das Laufwerk der BT-Baureihe geht auf die Konstruktion des Amerikaners John Walter Christie zurück. Im Jahre 1931 wurden zwei Prototypen gekauft und in Lizenz weiterentwickelt. In der Erprobungsphase wurden verschiedene Bewaffnungen getestet und jeweils nur in geringer Stückzahl gebaut (BT-1 bis BT-4).
Ende 1932 begann die Produktion des BT-5, im Jahre 1935 der verbesserten Version BT-7. Kleinere Verbesserungen wurden 1938 umgesetzt (teilweise werden diese letzten Fahrzeuge als BT-8 bezeichnet).
Die BT-Serie besaß ein Christie-Laufwerk mit vier großen Scheibenrädern. Eine Besonderheit bestand in der Möglichkeit, auf der Straße als Radpanzer ohne Ketten zu fahren. Wegen des hohen Aufwandes (30 Minuten Umbauzeit) wurde in der Praxis von dieser Möglichkeit jedoch so gut wie nie Gebrauch gemacht. Dennoch zeichnete sich das Fahrwerk dadurch aus, auch mit Ketten hohe Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Daher werden Fahrzeuge der BT-Reihe oft auch als Kavallerie-Panzer bezeichnet. Doch konnten die Panzer aufgrund der taktischen Lage der Sowjetunion ihren größten Vorteil, die Geschwindigkeit, nur selten ausnutzen. Die Mobilität des BT beeindruckte den britischen Oberstleutnant Martel bei einem Manöverbesuch so sehr, dass er in der Folge in Großbritannien auch den Lizenzkauf des Christie-Laufwerks durchsetzte, das die Basis für die britischen Cruiser Tanks bildete.
Modelle des BT-Panzer
- BT-1 – Bezeichnung der beiden Fahrzeuge aus der Fertigung von Christie
- BT-2 – Erste Versuchsserie mit einem frühen Turm mit 37-mm-Kanone und einem DT-Maschinengewehr mit zwei Mann Besatzung
- BT-3 – Ab 1932 gefertigte Serien-Version des BT-2 bei dem die Herstellunterlagen und Abmessungen auf metrische Maßeinheiten statt des imperialen Maß (Christie) umgestellt worden waren
- BT-4 – Überarbeitete Ausführung des BT-2 gemäß den Plänen des Entwicklungsbüro Charkow unter der Leitung des Ingenieurs A. Oh. Oh. Firsova
- BT-5 – Umstellung auf neuen Turm mit 45-mm-Kanone und DT-Maschinengewehr der nunmehr drei Mann Besatzung ermöglichte. Das Fahrzeug der Ausführung BT-5 wurde in der folgenden Zeit kontinuierlich weiterentwickelt und der Turm, der nach Einführung auch auf dem T-26 verwendet wurde, erhielt später ein zweites nach hinten feuerndes in einer Blende und ein MG zur Fliegerabwehr. Vom BT-5 wurde auch eine Funkausführung als Führungsfahrzeug mit einer Hufeisen-förmigen Antenne am Turm gefertigt, dies Version wurde als BT-5TU bezeichnet.
- BT-5A – Versuchsweise wurde eine Version des BT-5 als Unterstützungpanzer für die Infanterie mit einer 75-mm-Bewaffnung erprobt
- BT-7 – Erfahrungen des spanischen Bürgerkriegs führten dazu, dass eine Modernisierung des Entwurfs als erforderlich gesehen wurde. Wesentliches Merkmal ist der Ausführung BT-7 ist der konischer Turm. Auch vom BT-7 gab es einen Führungs- bzw. Befehlspanzer mit Funkausrüstung, den BT-7TU. Dieser verfügte ebenfalls über die hufeisenförmige Rahmenantenne am Turm. Auch die Formgebung der Wannenfront wurde verbessert.
- BT-7A – Zwischen 1934 und 1935 wurde eine Kleinserie von 155 Fahrzeugen als Unterstützungpanzer auf Basis des BT-7 gefertigt. Diese waren mit einem im elliptischen Turm installierten 76,2-mm-Geschütz KT-28 ausgestattet.
- OT-7 – In der Sowjetunion wurde frühzeitig mit Flammpanzern zur Bekämpfung von befestigten Stellungen entwickelt. Der OT-7 war die Flammpanzerversion des BT-7.
- BT-7M (BT-8) – Mit der leistungsgesteigerten Version BT-7M wurde erstmals in der BT-Serie ein Dieselmotor (B-2) in diesem Panzertypen verbaut. Ziel war eine größere Reichweite, mehr Leistung und die Verringerung der Brandgefahr, um Beschädigungen des Fahrzeuge durch Störungen am Motor zu reduzieren. Äußerlich war der BT-7M nur durch eine veränderte Kommandantenluke zu erkennen.
Die BT-Serie diente als Plattform für eine Vielzahl verschiedener Versuchs-, Spezial- und Prototypen-Fahrzeuge, darunter waren Flammpanzer, Amphibienpanzer und zahlreiche verschiedene Waffenträger.
Weiterentwicklungen der BT-Serie, wie der BT-SW und Modifikationen des BT-8, führten als Grundlage zu den Prototypen (A20, T40) und waren konzeptionelle Vorläufer des T-34.
Einsatz im Zweiten Weltkrieg
In Europa
Die BT-Panzer waren die meistgebauten Panzer der UdSSR in den 1930er-Jahren. Sie kamen im Sowjetisch-Finnischen Krieg zum Einsatz und wurden auch im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republikaner eingesetzt.
Bei dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 erwies sich die leichte Panzerung der BT als deren größte Schwäche. Operativ war die Sowjetarmee zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, die hohe Beweglichkeit des Panzers gewinnbringend einzusetzen.
Die Rote Armee verlor nach dem Angriff der Wehrmacht im Juni 1941 tausende Panzer der BT-Baureihe.[2] Darunter waren viele mit defekten Kupplungen und Lenkgetrieben liegengebliebene Fahrzeuge, die auch von der Wehrmacht nur mit Mühe instand gesetzt werden konnten. 15 einsatzfähige BT-Panzer wurden wegen ihrer Kampfschwäche im Jahr 1941 an Sicherungseinheiten der Wehrmacht und Einheiten der Ordnungspolizei im besetzten Hinterland abgegeben, wo sie nachweislich bis 1944 zur Partisanenbekämpfung eingesetzt wurden. Die bei Wehrmacht und Ordnungspolizei eingesetzten BT-Panzer wurden im Rigaer Arsenal mit übergroßen Balkenkreuzen an den beiden Turmseiten und am Turmheck markiert, um irrtümlichen Beschuss durch eigene Einheiten zu verhindern. Die BT-Panzer wurden in speziellen Beutepanzereinheiten der Wehrmacht und der Ordnungspolizei eingesetzt.
In Asien

Die BT-7-Panzer wurden im Japanisch-Sowjetischen Grenzkonflikt eingesetzt.
In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden BT-7 bei der sowjetischen Offensive gegen Japan (Operation Auguststurm) eingesetzt, dies war der letzte Einsatz von BT-Panzern.
Verwendung durch andere Nationen

Spanien
Während des Spanischen Bürgerkriegs verkaufte die Sowjetunion neben einer größeren Anzahl an T-26 Panzern auch frühe BT-Modelle an die Streitkräfte der spanischen Republik.
Finnland
Finnland setzte während des Fortsetzungskrieges erbeutete BT-7 der Baureihe 1937 in veränderter Form als BT-42-Unterstützungspanzer ein. Insgesamt wurden 18 solcher Geschütze mit verändertem Turm und einer 114-mm-Haubitze aus britischer Fertigung[3] hergestellt. Sie kamen erstmals 1943 zum Einsatz, jedoch waren sie gegen die sowjetischen T-34 hoffnungslos unterlegen und wurden in die Rolle einer Selbstfahrlafette gedrängt. Später wurden sie durch StuG III aus deutschen Waffenlieferungen ersetzt.
Weiterhin gab es Bestrebungen, einen gepanzerten Mannschaftstransporter auf Basis des BT-7 zu bauen. Ein entsprechender Vorschlag sah 20 solcher Panzer vor. Die Modifikationen an den sowjetischen Beutepanzern sahen unter anderem die Entfernung des Turms und ein Anbringen einer hölzernen Plattform für die zu transportierenden Soldaten vor. Jedoch entstand nur ein Prototyp des BT-43 genannten Entwurfs auf Basis eines erbeuteten BT-7.
Deutsches Reich
Die deutsche Bezeichnung der BT-Panzer war Panzerkampfwagen BT 742 (r). Wegen der mangelhaften Qualität der BT-Panzer gab es immer wieder Klagen der deutschen Einheiten über die ständigen Ausfälle.
Spezifikationen
| BT-5 | BT-7 | BT-7M (BT-8) | |
|---|---|---|---|
| Besatzung | 3 | ||
| Gewicht | 11,5 t | 13,8 t | 14,7 t |
| Länge | 5350 mm | 5660 mm | |
| Breite | 2230 mm | 2290 mm | |
| Höhe | 2200 mm | 2420 mm | 2450 mm |
| Bodenfreiheit | 350 mm | 400 mm | 390 mm |
| mittlerer Bodendruck | 0,65 kg/cm² | 0,68 kg/cm² | |
| Panzerung | 6–13 mm | 6–22 mm | |
| Hauptbewaffnung | 45 mm Mod.32 L/46; 72–115 Granaten |
45 mm Mod.34 L/46; 132–146 Granaten |
45 mm Mod.34 L/46 oder 45 mm Mod.38 L/46; 188 Granaten |
| Sekundärbewaffnung | 1 × Koaxial-MG DT; 2709 Patronen |
1 × Koaxial-MG DT, 1 × Fla-MG DT; 2394 Patronen |
1 × Koaxial-MG DT, 1 × Turmheck-MG DT, 1 × Fla-MG DT; 2394 Patronen |
| Motor | Mikulin M-5 | Mikulin M-17T | W-2 |
| Kraftstoff | Benzin | Diesel | |
| Leistung | 400 PS | 400–500 PS | 500 PS |
| Höchstgeschwindigkeit auf Rädern | 72 km/h | 86 km/h | |
| Höchstgeschwindigkeit auf Ketten | 52 km/h | 65 km/h | |
| Stückzahl | 1884 | 4613 | 788 |
Siehe auch
Literatur
- Chris Bishop (Hrsg.): Waffen des zweiten Weltkriegs: eine Enzyklopädie. über 1500 Waffensysteme: Handfeuerwaffen, Flugzeuge, Artillerie, Kriegsschiffe, U-Boote. Dt. Erstausg. Auflage. Bechtermünz, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-5385-9 (Originaltitel: The Encyclopedia of weapons of World War II: the comprehensive guide to over 1,500 weapons systems, including tanks, small arms, warplanes, artillery, ships, and submarines. 1998. Übersetzt von Neumann & Nürnberger).
- Christopher F. Foss: Die Panzer des Zweiten Weltkrieges, Das Nachschlagewerk. Podzun-Pallas Verlag, Friedberg, Hessen 1988, DNB 890399697, S. 100–103 (zum BT-7).
- Alexander Lüdeke: Beutepanzer der Wehrmacht – Großbritannien, Italien, Sowjetunion und USA 1939–45. Motorbuch, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-613-03359-7.



