Bachirou Salou
deutscher Fußballspieler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Bachirou Salou (* 15. September 1970 in Lomé) ist ein ehemaliger togoisch-deutscher Fußballspieler. Der ehemalige togoische Nationalspieler spielte auf der Position des Mittelstürmers. Salou ist gebürtiger Togolese mit Nago-Benino-Wurzeln.
| Bachirou Salou | ||
Bachirou Salou (2012) | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 15. September 1970 | |
| Geburtsort | Lomé, Togo | |
| Größe | 190 cm | |
| Position | Sturm | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| OC Agaza Lomé | ||
| –1988 | Omnisport Lomé | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1989–1990 | Panthère Sportive | |
| 1990–1995 | Borussia M’gladbach | 86 (13) |
| 1995–1998 | MSV Duisburg | 95 (26) |
| 1998–1999 | Borussia Dortmund | 26 (5) |
| 1999–2000 | Eintracht Frankfurt | 34 (8) |
| 2001–2003 | Hansa Rostock | 46 (7) |
| 2004 | Alemannia Aachen | 14 (3) |
| 2004 | KAS Eupen | 12 (3) |
| 2005–2006 | SC Kapellen-Erft | |
| 2011–2013 | VfL Meckenheim[1] | |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1989–1998 | Togo | 39 (17) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Karriere
Salou wurde als 19-Jähriger von Anton Ondruš, einem früheren Nationalspieler der Tschechoslowakei, während dessen Urlaub in Kamerun bei einem dortigen Provinzverein entdeckt. Salou spielte Ende der 1980er Jahre in Kamerun für Panthère Sportive, wo er Torschützenkönig der Liga wurde. Ondruš vermittelte Salou 1990 zu Borussia Mönchengladbach, wo er schnell Publikumsliebling wurde.
Nach fünf Jahren wechselte er zum MSV Duisburg; dort gelang es ihm, sich als Stürmer in der Bundesliga zu etablieren. Im DFB-Pokalfinale 1998 gegen den FC Bayern München erzielte Salou das zwischenzeitliche 1:0 für den MSV Duisburg, nachdem er sich in einem Sprint gegen Lothar Matthäus durchgesetzt hatte. Duisburg verlor die Partie jedoch mit 1:2. Salou musste in der zweiten Halbzeit nach einem Foul von Michael Tarnat verletzt ausgewechselt werden, was nach Ansicht von Beteiligten den Spielverlauf entscheidend beeinflusste. Das Finale gilt bis heute als sportlicher Höhepunkt seiner Zeit in Duisburg.[2]
Salou wurde 1998 für eine damals hohe Ablösesumme von rund 4,5 Millionen Euro verpflichtet. Der Transfer fiel in eine Phase sportlicher Umbrüche beim BVB: Nachdem Trainer Nevio Scala ihn verpflichtet hatte, übernahm kurz darauf Michael Skibbe, unter dem Salou nicht mehr in die taktische Ausrichtung passte.
Bei Borussia Dortmund, wo er nur ein Jahr blieb, als auch bei seinen späteren Stationen konnte er nicht mehr an die Leistungen aus Duisburger Tagen anknüpfen. Während seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt geriet Salou unter Trainer Felix Magath zunehmend ins Abseits. Er kritisierte später öffentlich Magaths Trainingsmethoden als körperlich überfordernd und machte diese Phase für einen erheblichen Leistungsabfall verantwortlich.[3] Zur Saison 1999/2000 für etwa 7 Millionen Mark aus Dortmund verpflichtet, wurde er durch Eintracht Frankfurt anderthalb Jahre später für nur noch 700.000 Mark an Hansa Rostock weiterverkauft.
Nach 14 Jahren in den beiden deutschen Bundesligen wechselte Salou im Sommer 2004 zunächst in die 2. belgische Liga zur KAS Eupen, kehrte jedoch bereits zur Winterpause zurück nach Deutschland, wo er bis 2006 beim SC Kapellen-Erft aktiv war; bereits 2003 hatte er kurzzeitig für den niederrheinischen Verbandsligisten gespielt.
Salou absolvierte insgesamt 253 Spiele in der Bundesliga und 47 Spiele in der 2. Bundesliga, er erzielte dabei 51 Erstliga- und 11 Zweitligatore. Für Togo bestritt er 39 Länderspiele, in denen er 17 Tore schoss.
Nach dem Ende seiner Spielerkarriere plante Salou unter anderem die Gründung einer Spielerberater-Agentur gemeinsam mit ehemaligen Mitspielern aus Mönchengladbach.[4]
Erfolge
- DFB-Pokal-Sieger (Borussia Mönchengladbach – 1995)
- drei DFB-Pokal-Endspielteilnahmen (Borussia Mönchengladbach – 1992, MSV Duisburg – 1998 und Alemannia Aachen – 2004)
Zitate
„Eigentlich kenne ich Diktatoren nur noch in Afrika. Doch Trainer Magath ist der letzte Diktator in Europa.“
Persönliches
Salou lebt in der Nähe von Mönchengladbach und ist für den togoischen Fußballverband tätig.[5] Während der WM 2006 in Deutschland war er als Teammanager für die togoische Nationalmannschaft im Einsatz.
Er ist der ältere Bruder von Tadjou Salou und der jüngere Bruder von Rafiou Moutairou. Sein Sohn Mamoudou Salou (1989–2026)[6] war ebenfalls Fußballer und spielte als Stürmer mit dem SV Uedesheim in der Oberliga Niederrhein.[7]
Salou ist Botschafter für die Initiative „go for children – momentum for change!“, die Bildungsprojekte in Afrika mit Fußball verknüpft. Er gibt seine Erfahrung unter anderem als Trainer in der Fußballschule von Thomas Kastenmaier an den Nachwuchs weiter.[8]
Literatur
- Robert Rosentreter, Günter Simon: Immer hart am Wind. 40 Jahre F.C. Hansa Rostock. Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-504-5, S. 233.
Weblinks
- Bachirou Salou in der Datenbank von weltfussball.de
- Bachirou Salou in der Datenbank des Deutschen Fußball-Bundes
- Bachirou Salou in der Datenbank von fussballdaten.de
- Bachirou Salou in der Datenbank von National-Football-Teams.com (englisch)
- Bachirou Salou als Botschafter bei go for children