Wikiwand AI

Bagienice (Mrągowo)

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Bagienice [baɡʲɛˈnit͡sɛ] (deutsch Alt Bagnowen, 1938–1945 Althöfen) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Mrągowo (Landgemeinde Sensburg) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Bagienice
?
Bagienice (Polen)
Bagienice (Polen)
Bagienice
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Mrągowo
Gmina: Mrągowo
Geographische Lage: 53° 51′ N, 21° 14′ O
Einwohner: 99 (2011)
Postleitzahl: 11-700[1]
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NMR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 16: GrudziądzOlsztynBiskupiecSorkwityMrągowoOrzyszEłkAugustówOgrodniki (–Litauen)
Eisenbahn: Czerwonka–Ełk (nicht in Betrieb)
Nächster int. Flughafen: Danzig
Schließen

Geographische Lage

Das Dorf liegt in der Region Masuren im historischen Ostpreußen, sechs Kilometer südwestlich der Kreisstadt Mrągowo (deutsch Sensburg) und etwa 47 Kilometer nordöstlich von Allenstein (Olsztyn).

Geschichte

Das kleine, um 1785 Stara Bagnowo und bis 1938 Alt Bagnowen genannte Dorf wurde 1566 gegründet.[2] Eingegliedert war ab 1928 das Gut Bagnower Wald[3] (1938 bis 1945 Gut Althöfen, polnisch Bagnowski Dwór).

Von 1874 bis 1945 war Alt Bagnowen Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk,[4] der am 15. November 1938 in „Amtsbezirk Althöfen“ umbenannt wurde. Alt Bagnowen gehörte zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905 Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreussen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Alt Bagnowen stimmten 100 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[5]

Am 3. Juni (amtlich bestätigt am 16. Juli) 1938 wurde das Dorf aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch scheinender Ortsnamen in „Althöfen“ umbenannt.[4]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee erobert und nach Kriegsende von der Sowjetunion zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens – militärische Sperrgebiete ausgenommen – der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der Region begann danach die Zuwanderung von Polen. Soweit die deutschen Einwohner nicht vor Kriegsende geflohen waren, wurden sie nach 1945 von der polnischen Administration vertrieben.

Das Dorf erhielt den neuen polnischen Ortsnamen „Bagienice“. Heute ist es Sitz eines Schulzenamtes (polnisch Sołectwo) und als solches eine Ortschaft innerhalb der Gmina Mrągowo im Powiat Mrągowski. Der Ort gehörte bis 1998 zur Woiwodschaft Olsztyn, seither zur Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1946
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782sechs Feuerstellen (Haushalte)[6]
1818114[7]
1867126am 3. Dezember[8]
1871113am 1. Dezember, davon 97 Evangelische und 16 Katholiken[8]
1910111davon 86 Evangelische und 25 Katholiken (69 mit deutscher und 42 mit masurischer Muttersprache)[9][10]
1933175[11]
1939148[11]
Schließen
Weitere Informationen Jahr ...
Anzahl Einwohner nach dem Zweiten Weltkrieg
Jahr2011
Einwohner99[12]
Schließen

Amtsbezirk Bagnowen/Althöfen (1874–1945)

Zum Amtsbezirk Bagnowen (1938 bis 1945 Amtsbezirk Althöfen) gehörten ursprünglich sechs Dörfer[4]:

Weitere Informationen Name, Geänderter Name 1938 bis 1945 ...
NameGeänderter Name
1938 bis 1945
Polnischer NameBemerkungen
Alt BagnowenAlthöfenBagienice
Bagnowenwolka(ab 1929:)
Tiefendorf
Wólka Bagnowska
Bagnower WaldGut AlthöfenBagnowski Dwór1928 nach Alt Bagnowen eingemeindet
Klein Bagnowen(ab 1929:)
Bruchwalde
Bagienice Małe
MertinsdorfMarcinkowo
Neu BagnowenBorkenauNowe Bagienice
Schließen

Am 1. Januar 1945 gehörten die Orte Althöfen, Borkenau, Bruchwalde, Mertinsdorf und Tiefendorf zum Amtsbezirk Althöfen.

Kirche

Alt Bagnowen resp. Althöfen war bis 1945 sowohl evangelischer- als auch katholischerseits in die jeweilige Stadtpfarre Sensburg eingegliedert. Der kirchliche Bezug zur Kreisstadt ist auch nach 1945 geblieben.

Verkehr

Bagienice liegt an der bedeutenden Ost-West-Achse der polnischen Landesstraße 16 (einstige deutsche Reichsstraße 127), die drei Woiwodschaften miteinander verbindet. Seit 1898 war der Ort außerdem Bahnstation an der Bahnstrecke Czerwonka–Ełk (Rothfließ–Lyck), die aber nicht mehr befahren wird.

Persönlichkeiten

Aus dem Ort gebürtig

  • Gerhard Herder (* 13. August 1928 in Alt Bagnowen), ehemaliger deutscher Diplomat, Botschafter der DDR

Literatur

  • Allmoyen, Dorf, Kreis Sensburg, Regierungsbezirk Allenstein, Ostpreußen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Allmoyen (meyersgaz.org).

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks