Bahnhof Angoulême

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Der Bahnhof Angoulême ist Fernverkehrsbahnhof der Stadt Angoulême im Département Charente. Er befindet sich mit dem TGV 2 Stunden und 10 Minuten entfernt von Paris und 55 Minuten entfernt von Bordeaux, zugleich gibt es Verbindungen zu den Städten Royan, Limoges und Poitiers.

Schnelle Fakten Angoulême, Daten ...
Angoulême
Bahnhofsgebäude
Bahnhofsgebäude
Bahnhofsgebäude
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
IBNR 8700063
Eröffnung 10. Oktober 1852[1]
Profil auf sncf.fr Code: frang
Lage
Stadt/Gemeinde Angoulême
Département Département Charente
Region Nouvelle-Aquitaine
Staat Frankreich
Koordinaten 45° 39′ 13″ N,  9′ 52″ O
Höhe (SO) 46 m
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Angoulême
Liste der Bahnhöfe in Frankreich
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i16i18

Lage

Als Trennungsbahnhof befindet er sich am Streckenkilometer 449,384 der Bahnstrecke Paris–Bordeaux, am Kilometer 519,904 der Bahnstrecke Limoges–Angoulême und am Kilometer 67,462 der Bahnstrecke Beillant–Angoulême.[2] Seine Höhe über dem Meeresspiegel beträgt 46 Meter. Er befindet sich nördlich der Innenstadt und ist an das öffentliche Busnetz angeschlossen.

Geschichte

Bahnhof Angoulême
Bahnhof Angouleme Ville im Vordergrund, 1911–1917
Bahnhof Angouleme Ville im Vordergrund, 1911–1917[Anm. 1][3]
Elektrische Straßenbahn Angoulême nach Ruelle[4]
Strecke von linksU-Bahn-Kreuzung mit Eisenbahn geradeaus oben (Strecke geradeaus außer Betrieb)
Strecke Limoges–Angoulême (PO) von Limoges
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)U-Bahn-Kreuzung mit Eisenbahn geradeaus unten (Strecken außer Betrieb)Strecke quer (außer Betrieb)Strecke quer (außer Betrieb)Strecke von rechts (außer Betrieb)
Strecke Angoulême–Confolens (EC) von Confolens[5][6]
Abzweig geradeaus und von rechtsU-Bahn-Strecke (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
Strecke Paris–Bordeaux (PO) von Paris
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)U-Bahn-Kreuzung mit Eisenbahn geradeaus unten (Strecken außer Betrieb)Strecke quer (außer Betrieb)Strecke von rechts (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)
Strecke Angoulême–Roumazières (EC) von Roumazières[7]
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)U-Bahn-Kreuzung mit Eisenbahn geradeaus unten (Strecken außer Betrieb)Strecke von rechts (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
Strecke Angoulême–Matha (CFD) von Rouillac
StreckeU-Bahn-Strecke (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
Angoulême-Echange (CFEC)
StreckeU-Bahn-Strecke (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)Bahnhof (Strecke außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
Angoulême-ETAT
StreckeU-Bahn-Strecke (außer Betrieb)Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
Angoulême-CFD
BahnhofU-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
Angoulême-PO (heute Bahnhof Angoulême (SNCF))
StreckeU-Bahn-Strecke (außer Betrieb)Tunnelanfang (Strecke außer Betrieb)Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
Angoulême-Ville (CFEC)
StreckeU-Bahn-Abzweig geradeaus, nach links und nach rechts (Strecke außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb) (im Tunnel)Tunnelanfang (Strecke außer Betrieb)
Elektrische Straßenbahn Angoulême (1000 mm Spur)
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)Strecke Tunnelanfang und quer (außer Betrieb)Strecke quer (außer Betrieb) (im Tunnel)Kreuzung mit Tunnelstrecke (Strecken außer Betrieb) (im Tunnel)Strecke nach rechts (außer Betrieb) (im Tunnel)
Strecke Angoulême–Barbezieux (CFEC) nach Blanzac
TunnelTunnelende (Strecke außer Betrieb)
Strecke nach linksAbzweig von rechts und ehemals von linksStrecke quer (außer Betrieb)Strecke nach rechts (außer Betrieb)
ehem. Trasse vom Bf. Angoulême-État (bis 1892)
Abzweig geradeaus und nach links
Bahnstrecke Paris–Bordeaux nach Bordeaux-St-J.
Bahnstrecke Beillant–Angoulême nach Beillant
Stationsanlagen Anfang des 20. Jahrhunderts

Die Stadt Angoulême wird wegen ihrer Lage an der Strecke Paris–Bordeaux bereits seit 1852 von der Eisenbahn angefahren. Die Strecke wurde von zwei verschiedenen Unternehmen gebaut und in mehreren Etappen eröffnet. Während der Abschnitt Paris–Orléans auf die Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans zurückgeht, betrieb die Compagnie du chemin de fer d’Orléans à Bordeaux die Strecke Orléans–Bordeaux, an der seit 1852 auch Angoulême angebunden wurde. Am 12. Juli 1853 eröffnete der Abschnitt von Poitiers nach Angoulême, mit der die Stadt Anschluss an Paris erhielt.[8] Für den Betrieb der Linie in Charente war insbesondere der Bau zweier Viadukte über die Flüsse Touvre (Eisenbahnviadukt Foulpougne) und Coutaubières sowie der Bau von drei Tunneln[9] nötig. Die dafür erforderlichen Arbeiten standen unter der Leitung von Monsieur Rampnoux-Duvignaud, einem Brücken- und Straßenbauingenieur. Fünf Arbeiter starben beim Bau des Tunnels von Livernan, ein Arbeiter bei jenem von Angoulême.[10] Die Elektrifizierung der Strecke wurde im Jahr 1938 vollzogen.

Nach diesem Schild in der Haupthalle zufolge war von 1818 bis 1830 in dem Bahnhofsgebäude eine königliche Marineschule untergebracht.

Anfangs existierten zwei Bahnhöfe: der Bahnhof Angoulême, der wegen seiner Lage an der Strecke Paris–Orléans auch gare d’Orléans hieß, war zum Teil im Gebäude der ehemaligen königlichen Marineschule integriert und wurde von Napoleon III. am 10. Oktober 1852 feierlich eingeweiht.[10] Auf der gegenüberliegenden Seite der avenue Gambetta entstand der von der Compagnie des Charentes gebaute und später umbenannte gare de l’État. Für den von hier aus seit 1875 eingerichteten Zugverkehr nach Saintes und Limoges musste ein zweiter Tunnel unter der Stadt gegraben werden.[11] Das eingeschossige, niemals richtig fertiggestellte Bahnhofsgebäude wurde während des Zweiten Weltkrieges bei einer Bombardierung zerstört.

Nördlich von diesem entstand 1896 ein Industriebahnhof und ein Regionalbahnhof der Compagnie de chemins de fer départementaux (Meterspurnetz, die Strecke wird in Charente Petit Rouillac genannt). 1900 wurde am Bahnhof eine Haltestelle der elektrischen Straßenbahn Angoulême eingerichtet. 1910 kam noch ein Bahnhof der Compagnie des chemins de fer économiques des Charentes (Le Petit Mairat) hinzu.

Im September 1939 erreichte der Bahnhof Angoulême seine bis dahin maximale Auslastung: täglich reisten bis zu 18000 Flüchtlinge aus dem Département Moselle an.

Im Oktober 1942 wurden vom Bahnhof in Viehwaggons Charenter Juden ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert.

Die Zerstörung des Bahnhofs begann 1943. Am 15. Juni 1944 wurde er von amerikanischen Flugzeugen bombardiert, dabei gab es 140 Tote.

Anschlüsse

Intermodaler Verkehr

Vom Bahnhof Angoulême existiert eine vom TER betriebene Reisebuslinie über Jonzac nach Pons. Sie verbindet die Départements Charente und Charente-Maritime und fährt kleinere Städte wie etwa Barbezieux-Saint-Hilaire an. Endstation ist der Bahnhof Pons.[12]

Zukunftspläne

Als Ergebnis des Umweltgipfels von 2007 ist bis zum Jahr 2016 der Bau einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Tours und Bordeaux als Teil der LGV Sud Europe Atlantique geplant, an der auch der Bahnhof Angoulême Anschluss erhalten soll. Die Fahrtzeit zwischen Angoulême und Bordeaux soll sich auf weniger als 35 Minuten verkürzen.

Commons: Bahnhof Angoulême – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Die Bildüberschrift der am 24. Juli 1917 gestempelten Postkarte lautet „Blick auf den Bahnhof der Staats- und Wirtschaftsbahnen (Vue sur la gare de l'État et des Chemins de Fer Économiques)“. Das weiße Gebäude links auf dem Bild ist das Bahnhofsgebäude der meterspurigen Wirtschaftsbahn. Der Gare de l’État und einige Züge dieser Gesellschaft sind in der Mitte im Hintergrund zu sehen, rechts davon ein halbmondförmiger Ringlokschuppen. Der Fotograf stand rechts oberhalb der EC-Tunneleinfahrt. Unterhalb des zweiten (unleserlichen) Poststempels ist ein EC-Zug zu sehen, der in Richtung des nächsten Bahnhofs Angoulême Échange hinunterfährt. Dort gabelte die Wirtschaftsbahn in zwei Strecken: die Bahnstrecke Angoulême–Confolens und die Bahnstrecke Angoulême–Montbron–Roumazières.

Einzelnachweise

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