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Bahnhof Berlin Wuhletal

Station der S- und U-Bahn Berlin From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bahnhof Berlin Wuhletal ist ein kombinierter S- und U-Bahnhof im Berliner Ortsteil Hellersdorf an der Grenze der Ortsteile Biesdorf und Kaulsdorf im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Er liegt am Nordrand des namensgebenden Landschaftsparks Wuhletal und wird von der Linie U5 der Berliner U-Bahn sowie der Linie S5 der Berliner S-Bahn bedient. Die Anlage befindet sich im Eigentum der Berliner Verkehrsbetriebe und wird dort unter der Betriebsstellenabkürzung Wh geführt. Für die S-Bahn lautet das Kürzel BWT. Betrieblich gehört das nördliche Bahnsteiggleis der S-Bahn zum Bahnhof Kaulsdorf, während das südliche Gleis noch zur freien Strecke gehört. Die Anlagen des Bahnhofs stehen unter Denkmalschutz.

Schnelle Fakten Berlin Wuhletal, Daten ...
Berlin Wuhletal
S- und U-Bahnhof Wuhletal
S- und U-Bahnhof Wuhletal
S- und U-Bahnhof Wuhletal
Daten
Betriebsstellenart Bahnhofsteil
Bahnsteiggleise S-Bahn: 2
U-Bahn: 2 (Großprofil)
Abkürzung S-Bahn: BWT
U-Bahn: Wh
IBNR 8089049
Eröffnung 1. Juli 1989
Webadresse S-Bahn: sbahn.berlin
U-Bahn: bvg.de
Lage
Stadt/Gemeinde Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 45″ N, 13° 34′ 31″ O
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Berlin Wuhletal
Bahnhöfe in Berlin
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Historie und Bauwerk

Vorgeschichte

Ende der 1970er Jahre begannen die Planungen für die Großsiedlung Hellersdorf. Es gab verschiedene Planungsvarianten für eine Erschließung des neuen Wohngebietes mit einer Schnellbahn. Die Lösung mit einer von der Strausberger Strecke abzweigenden S-Bahn-Strecke wurde verworfen, da die bestehende S-Bahn in die Innenstadt bereits mit dem Verkehr in die vorher entstandenen Wohngebiete in Marzahn und Hohenschönhausen an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen war.[1] Stattdessen bot sich eine Verlängerung der U-Bahn an. Eine Strecke vom Bahnhof Berlin-Lichtenberg parallel zur S-Bahn wäre einfach zu realisieren gewesen, hatte jedoch nur einen geringen Verkehrswert. Schließlich entschied man sich für die verkehrsmäßige Erschließung des Wohnungsbaustandortes Kaulsdorf-Hellersdorf in Berlin durch eine oberirdische Verlängerung der U-Bahnlinie E von Bf Tierpark nach Kaulsdorf-Hellersdorf (so der seinerzeitige Planungstitel).[1] Diese konnte größtenteils die Trasse der VnK-Strecke, einer größtenteils nicht mehr genutzten Eisenbahnverbindung, nutzen.

Die neue U-Bahn sollte zwischen den Bahnhöfen Biesdorf und Kaulsdorf die S- und Fernbahngleise der Ostbahn kreuzen. Auch hier gab es verschiedene Überlegungen, wie der Übergang dort gestaltet werden sollte. Der Bauherr, die Deutsche Reichsbahn, hatte seinen Entwurfs- und Vermessungsbetrieb (EVDR) mit der Verkehrslösung beauftragt.[2] Es gab sowohl Ideen für eine einfache Streckenkreuzung ohne Umsteigebahnhof als auch für zwei nebeneinanderliegende Bahnhöfe der S- und der U-Bahn. Am Ende setzte sich jedoch die Lösung mit einem kombinierten Bahnhof für beide Verkehrsmittel durch. Nach einem Zeitzeugenbericht hatte sich der Verkehrsingenieur Rudi Rettig mit dieser Idee gegen viele Widerstände durchgesetzt, obwohl diese Lösung aufwändiger als andere Ansätze war.[2] Für den neuen Bahnhof wurden sechs Meter dicke sumpfige Ablagerungen bis auf den tragenden Baugrund abgebaggert. Eine bereits verlegte zentrale Trinkwasserleitung für das Neubaugebiet musste umgelegt werden und die zweifache Unterquerung der Eisenbahngleise durch die U-Bahn erforderte starke Trassenneigungen bis zu 40 Promille.[2]

U-Bahn-Züge der Baureihen D und E im Bahnhof Wuhletal, 1990
Gleis der Bahnstrecke nach Küstrin (links) und Zug auf der Gleisverbindung zur U-Bahn, 1990
Zugang von der Altentreptower Straße, 2013

Der zunächst unter dem Namen Kaulsdorf-West geplante Bahnhof wurde gemeinsam mit den übrigen Stationen der Strecke zwischen Elsterwerdaer Platz bis Hönow am 1. Juli 1989 eröffnet.

Anlagen

Der Bahnhof liegt auf dem Damm der bestehenden S-Bahn auf der Strecke der Ostbahn, die hier die für die U-Bahn genutzte VnK-Strecke kreuzt. Der Bahndamm wird von der Wuhle sowie zwei Fußgängertunneln unterquert.

Im Bahnhof gibt es zwei Mittelbahnsteige. Am nördlichen Bahnsteig fahren die Züge stadtein-, am südlichen Bahnsteig stadtauswärts. Die U-Bahn nutzt die beiden mittleren Gleise, die S-Bahn die beiden äußeren. Aufgrund der gemeinsamen Nutzung von U- und S-Bahn-Zügen handelt es sich mit einer Länge von 160 Metern um die längsten Bahnsteige im gesamten Berliner U-Bahn-Netz.

Südlich des Bahnhofs befindet sich das einzige Verbindungsgleis zwischen der Berliner U-Bahn und dem Netz der DB InfraGO,[2] das die Trasse der ehemaligen VnK-Strecke nutzt.

Bis 2013 waren an den S-Bahn-Gleisen noch die Zugzielanzeiger mit Glasscheiben aus der Eröffnungszeit vorhanden. Die U-Bahn-Gleise sind mit elektronischen DAISY-Anzeigern mit Leuchtdioden ausgerüstet, während die S-Bahn-Gleise mit den typischen Monochrom-LCD-Anzeigern ausgestattet sind.

Am östlichen Zugang zum Bahnhof befindet sich eine kostenfreie P+R-Anlage.[3]

Laut Angaben der Senatsverwaltung für Verkehr ist der Einbau eines Aufzuges erst nach 2030 geplant, im August 2024 befand sich die Planung im Status der Standortprüfung des geplanten Aufzuges.[4]

Besonderheit

Einmalig in Berlin: S- und U-Bahn teilen sich denselben Bahnsteig

Am Bahnhof halten – einmalig im Berliner Nahverkehrsnetz – U-Bahn und S-Bahn im Richtungsbetrieb am selben Bahnsteig, die U-Bahn auf den inneren Gleisen, die S-Bahn auf den äußeren.

Ebenfalls im Richtungsbetrieb halten S- und U-Bahnen in Frankfurt am Main in der Station Konstablerwache.

In anderen Konfigurationen gibt es in Deutschland weitere Kombibahnsteige zwischen S- und U- bzw. Straßenbahn an den Bahnhöfen Bahnhof München-Neuperlach Süd, Köln-Chorweiler und in Leinfelden.

Zusammen mit acht weiteren Bahnhöfen auf der Linie U5 wurde Wuhletal im November 2023 unter Denkmalschutz gestellt.[5]

Anbindung

Neben den Linien S5 und U5 wird der Bahnhof von den Omnibuslinien 191 und 291 sowie den Nachtlinien N5, N62, N64, N91 und N96 der Berliner Verkehrsbetriebe bedient.[6]

Literatur

  • Wolfgang Kramer, Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins S-Bahnhöfe. Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra Verlag, 1998, ISBN 3-930863-25-1.
  • Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins U-Bahnhöfe. Die ersten hundert Jahre. 2. korr. und erw. Auflage. be.bra Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-930863-16-2, S. 308 f.
  • Erich Preuß: Berlin Wuhletal. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 69. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2007, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 4 S.).

Einzelnachweise

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