Bahnhof Brennersee

Bahnhof auf der österreichischen Seite des Brenners From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bahnhof Brennersee war ein von Oktober 1928 bis Dezember 2007 genutzter Durchgangsbahnhof am gleichnamigen See an der Brennerbahn. Das Aufnahmegebäude steht unter Denkmalschutz.[1]

Schnelle Fakten Brennersee, Daten ...
Brennersee
Stationsgebäude Brennersee, 2009
Stationsgebäude Brennersee, 2009
Stationsgebäude Brennersee, 2009
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2 (2007)
Eröffnung Oktober 1928
Schließung Dezember 2007 (Personenverkehr)
Architektonische Daten
Baustil Heimatstil
Lage
Stadt/Gemeinde Gries am Brenner
Ort/Ortsteil Brennersee 236
Bundesland Tirol
Staat Österreich
Koordinaten 47° 0′ 51″ N, 11° 30′ 29″ O
Höhe (SO) 1351 m ü. A.
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Wenige hundert Meter südlich befindet sich seit 1989 das betrieblich selbständig geführte Terminal Brennersee, das Endpunkt der Rollenden Landstraße aus Wörgl ist.

Bau

Am 6. Oktober 1928 wurde die Elektrifizierung der Brennerbahn ab Innsbruck mit 15 kV, 16 2/3 Hz und 15-Kilovolt-Oberleitungen fertiggestellt. Der Bahnhof Brenner war jedoch mit dem italienischen Stromsystem 3600 V, 16 2/3 Hz Drehstrom und zwei horizontal nebeneinander angeordneten Fahrdrähten elektrifiziert. Da es die Italienischen Staatsbahnen zunächst ablehnten, den Bahnhof Brenner mit zwei Stromsystemen zu elektrifizieren und als gemeinsamen Grenzbahnhof zu betreiben, wurde vom Herbst 1927 bis zum Frühling 1928 der Bahnhof Brennersee gebaut. Er befindet sich 763 Meter nördlich der Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien und 1,313 Kilometer vom Bahnhof Brenner entfernt.

Eine kostenintensive architektonische Besonderheit bestand beim Bau des Aufnahmegebäudes darin, dass zunächst ein großer Bretterraum errichtet wurde. Auf diesem unteren Holzhaus wurde hierauf das steinerne Haus gemauert.

Bahnbetrieb

Vom Oktober 1928 bis April 1934 standen jederzeit mehrere Dampflokomotiven (z. B. BBÖ 170) im Bahnhof Brennersee betriebsbereit, um als Vorspannlokomotiven die Züge auf dem kurzen Abschnitt bis zum Bahnhof Brenner zu ziehen. Zugleich war der Bahnhof Brennersee Grenzbahnhof, in dem die österreichische Pass- und Zollkontrolle stattfand.

Nachdem der Bahnhof Brenner mehrfach umgebaut worden war, wurde dort 1933 ein Inselbahnsteig in Betrieb genommen. Die Elektrifizierung dieser Gleise erfolgte mit dem österreichischen Stromsystem. Somit war die Kühlung der Wechselstrommotoren österreichischer Lokomotiven (z. B. BBÖ 1170, BBÖ 1670) sichergestellt. Die Elektrifizierung vom Brennersee bis zum Brenner war am 1. April 1934 abgeschlossen. Anschließend sollten der Bahnhof Brennersee, der durch die Erweiterungen am Bahnhof Brenner seine Funktion als Grenzbahnhof verloren hatte, geschlossen und das Aufnahmsgebäude in ein Wohnhaus umgebaut werden. Brennersee wurde jedoch als Haltestelle für Personenzüge beibehalten und in den letzten Jahrzehnten von den ÖBB als Haltestelle unbesetzt eingestuft.

Südwestlich der Haltestelle wurde 1988 und 1989 der Bahnhof Terminal Brennersee errichtet, der seit 1. Dezember 1989 Ziel- und Ausgangspunkt für Rollende-Landstraße-Verbindungen aus bzw. nach Norden ist.[2]

Die Haltestelle Brennersee wurde in den letzten Betriebsjahren nur noch von einzelnen Regionalzügen bedient; im Fahrplanjahr 2007 beispielsweise nur von zwei morgens nach Innsbruck fahrenden Zügen. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 wurde die Nutzung im Personenverkehr vollständig aufgegeben.[3]

Von den ehemals vier Gleisen und Weichen des Bahnhofes waren bereits viele Jahre vorher die zwei direkt am Gebäude liegenden Gleise bis zum Beginn des Grundstückes entfernt worden. Die Richtung Süden verbliebenen Teile dieser Gleise werden als Abstellgleise für das Terminal Brennersee genutzt. Eine Aufschüttung hinter den Prellböcken schützt zusätzlich gegen Abrollen der Zuggarnituren in Richtung Gries.

Eisenbahnunfall

Am frühen Morgen des 10. Februar 2014 wurde der südliche Anbau des Bahnhofes durch einen Eisenbahnunfall beschädigt. Ein führerloser Güterzug rollte vom Bahnhof Brenner talwärts. Da die Voraussetzungen für die Durchführung der Zugfahrt nicht gegeben waren, war die Fahrstraße zur Sicherung auf eines der beiden Stumpfgleise am Brennersee gestellt. Dort kam es zu einem Zusammenstoß mit einer abgestellten Zuggarnitur. Diese wurde über den Prellbock gedrückt und stürzte die Böschung vor dem Bahnhof hinunter.[4]

Literatur

  • Günter Denoth: 150 Jahre Eisenbahnen in Tirol. Sutton, 2008, ISBN 978-3-86680-316-9.
  • Günter Denoth: Brennerbahn und Pustertaler Bahn in rund 160 historischen Fotografien, eine Reise in die Geschichte der Südbahngesellschaft Tirol. Sutton, 2016, ISBN 978-3-95400-662-5.
  • Hans Kramer: Die Siedlung Brenner seit 1918. In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Band 26/29, 1946–1949, S. 537–554 (zobodat.at [PDF; 8,7 MB]).

Einzelnachweise

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