Bahnhof Eisenhüttenstadt
Bahnhof im Landkreis Oder-Spree, Brandenburg
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Bahnhof Eisenhüttenstadt, ehemals Fürstenberg (Oder), ist der einzige Bahnhof der Stadt Eisenhüttenstadt und liegt an der Bahnstrecke Berlin–Guben. Bahnhofsdienstgebäude und Wartesaal sind denkmalgeschützt.[1] Der Bahnhof wurde 2022 täglich von rund 2000 Reisenden genutzt.[2]
| Eisenhüttenstadt | |
|---|---|
Straßenseite des Empfangsgebäudes, 2020 | |
| Daten | |
| Betriebsstellenart | Bahnhof |
| Lage im Netz | Zwischenbahnhof |
| Bauform | Durchgangsbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 2 |
| Abkürzung | BEHS |
| IBNR | 8011471 |
| Preisklasse | 5 |
| Eröffnung | 1846 |
| Profil auf bahnhof.de | Eisenhuettenstadt |
| Lage | |
| Stadt/Gemeinde | Eisenhüttenstadt |
| Ort/Ortsteil | Fürstenberg (Oder) |
| Land | Brandenburg |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 52° 8′ 53″ N, 14° 39′ 30″ O |
| Höhe (SO) | 43 m |
| Eisenbahnstrecken | |
| |
| Bahnhöfe in Brandenburg | |
Geschichte

Der Bahnhof Fürstenberg (Oder) wurde am 1. September 1846 in einer Entfernung von 1,0 km westlich der Innenstadt der Stadt Fürstenberg (Oder) zusammen mit dem Abschnitt Frankfurt–Bunzlau der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn in Betrieb genommen. Das erste Empfangsgebäude wurde um 1848 fertiggestellt.[3]
Aufgrund des steigenden Güterverkehrsaufkommens wurde der Bahnhof zwischen 1854 und 1910 um mehrere Güterschuppen ergänzt. Das Empfangsgebäude wurde 1898 und 1900 um Sanitäranlagen und einen Wartesaal erster und zweiter Klasse erweitert. Für das steigende Personenverkehrsaufkommen wurde 1908 ein neues zweistöckiges Empfangsgebäude in Massivbauweise mit Klinkerfassade errichtet[1] und danach das alte Empfangsgebäude zu einem Wohngebäude umgebaut.[3]
Um 1930 verband die Deutsche Reichsbahn gegen den Willen der Stadt Fürstenberg (Oder) die beiden Gebäude mit einem eingeschossigen Gebäudetrakt.[3] In den 1930er Jahren wurden im Bahnhof zwei mechanische Stellwerke der Bauform Einheit gebaut: Das Wärterstellwerk Fst, später W2 genannt, am Südkopf[4] und das Fahrdienstleiterstellwerk Frb, später B1, am Nordkopf.[5][6]
Ab 1950 wuchs die Bedeutung des Bahnhofs durch den Bau von Stalinstadt und des Eisenhüttenkombinats Ost. Aus diesem Grund plante die Deutsche Reichsbahn ein repräsentatives Empfangsgebäude, das zur neuen Stadt auf der Westseite ausgerichtet sein sollte. Diese Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt.[3] Noch vor der Eingemeindung von Fürstenberg (Oder) nach Eisenhüttenstadt 1961 wurde der Bahnhof 1959 oder 1960 in Eisenhüttenstadt umbenannt.[6][7]
Die beiden mechanischen Stellwerke im Bahnhof wurden am 2. Juli 2016 außer Betrieb genommen und durch ein am 11. Juli 2016 in Betrieb genommenes elektronisches Stellwerk der Bauform SIMIS D, das vom Bahnhof Frankfurt (Oder) Oderbrücke aus ferngesteuert wird, ersetzt.[4][5] Zwischen 2020 und 2022 wurde der Bahnhof umfassend saniert: Das Bahnsteigdach wurde neu gebaut, drei Aufzüge eingebaut und der Mittelbahnsteig mit zwei Bahnsteiggleisen auf eine Länge von 220 Metern verlängert. Dafür wurden 10 Millionen Euro aufgewendet.[2]
Das alte Bahnhofsgebäude von ca. 1848 wird heute als Wohnhaus genutzt.
Verkehrsanbindung
Regionalverkehr
Der Bahnhof wird von DB Station&Service in die Preisklasse 5 einsortiert.[8] Er liegt in der Tarifzone 6375 des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg.[9] Am Bahnhof stehen Fahrradstell- und Parkplätze bereit. Der Mittelbahnsteig ist von beiden Seiten durch einen Tunnel durch drei Aufzüge barrierefrei erreichbar. Außerdem ist der Bahnhof an das Busnetz angeschlossen und es gibt Taxiverbindungen. Die Adresse lautet Eisenbahnstraße 2.[10] Südlich des Personenbahnhofs liegen mehrere Ausweich- und Abstellgleise.
| Linie | Linienverlauf | Takt (min) | EVU |
|---|---|---|---|
| RE 1 | (Cottbus Hbf – Guben –) Eisenhüttenstadt – Frankfurt (Oder) | Mo–Fr HVZ-Zeit |
ODEG |
| RE 10 | Frankfurt (Oder) – Eisenhüttenstadt – Guben – Cottbus Hbf – Finsterwalde – Falkenberg (Elster) – Torgau – Eilenburg – Leipzig Hbf | 120 | DB Regio Nordost |
| RB 43 | Frankfurt (Oder) – Eisenhüttenstadt – Guben – Cottbus Hbf – Finsterwalde – Doberlug-Kirchhain – Falkenberg (Elster) | 120 | |
| Stand: 14. Dezember 2025 | |||
Die Linien RE 10 und RB 43 überlagern sich zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus zu einem Stundentakt. Die umstiegsfreien Zugverbindungen der Linie RE 1 von Eisenhüttenstadt nach Berlin und weiter nach Magdeburg entfallen in den Fahrplanjahren 2026 und 2027 baustellendedingt mit Ausnahme zweier Fahrten in den Tagesrandlagen.
Öffentlicher Busnahverkehr
Auf dem westlichen Bahnhofsvorplatz (Bhf/Glashüttenstr.) halten Busse des Busverkehr Oder-Spree. Hierzu zählen die Stadtverkehrslinien, die den Bahnhof mit den Ortsteilen von Eisenhüttenstadt verbinden, die Regionalverkehrslinien, sowie eine PlusBus-Linie des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, welche auf folgender Verbindung stündlich (am Wochenende zweistündlich) verkehrt:
- Linie 400: Eisenhüttenstadt ↔ Fünfeichen ↔ Schlaubetal ↔ Grunow ↔ Beeskow
Literatur
- Lothar Meyer: Eisenhüttenstadt. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 52. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2004, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 4 S.).
Weblinks
- Gleise in Serviceeinrichtungen (BEHS). DB InfraGO (PDF; 305 kB)
