Bahnhof Flammersfeld

Bahnhof in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bahnhof Flammersfeld war ein Bahnhof der Bahnstrecke Engers–Au. Von 1912 bis 1945 zweigte hier zudem die Bahnstrecke Linz (Rhein)–Flammersfeld ab. Er lag auf dem Gebiet der Gemeinde Seelbach etwa drei km südöstlich der namensgebenden Ortschaft Flammersfeld im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz.

Schnelle Fakten Flammersfeld, Daten ...
Flammersfeld
Bahnhof Flammersfeld (um 1912)
Bahnhof Flammersfeld (um 1912)
Bahnhof Flammersfeld (um 1912)
Daten
Lage im Netz ehem. Trennungsbahnhof
Bauform ehem. Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise ehem. 3
Eröffnung 2. Oktober 1911
Lage
Stadt/Gemeinde Seelbach (Westerwald)
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 38′ 15″ N,  33′ 42″ O
Höhe (SO) 185 m ü. NN
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Flammersfeld
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz
Schließen
i16

Geschichte

Am 31. Mai 1884 wurde der Abschnitt Siershahn–Altenkirchen der Bahnstrecke Engers–Au eröffnet, allerdings noch ohne Bahnstation in Seelbach. Zu dieser Zeit gab es bereits Pläne für einen Bahnbau durchs Wiedtal Richtung Rhein. Der Bau der Bahnstrecke wurde 1905 genehmigt, allerdings noch mit dem bereits vorhandenen Bahnhof Seifen als Ausgangspunkt. Insbesondere der Altenkirchener Landrat Robert von Görschen kritisierte 1906 die geplante Streckenführung, da dadurch auf der Linie Altenkirchen–Linz mit Seifen ein unnötiger Kopfbahnhof entstünde. Stattdessen forderte er einen Bahnhof auf Seelbacher Gemeindegebiet, welcher insbesondere der Ortschaft Flammersfeld zugutekommen sollte. Diesem Einwand gab 1907 die zuständige Eisenbahndirektion Cöln statt und wählte als Ausgangspunkt den neu zu bauenden Bahnhof Flammersfeld. Am 2. Oktober 1911 wurde der Bahnhof eröffnet, die teilweise als Zahnradbahn ausgeführte Bahnstrecke Linz (Rhein)–Flammersfeld selbst erst am 1. Oktober 1912.[1]

Straßenseitige Ansicht (2020)

Das zweigeschossige Empfangsgebäude des Bahnhofs wurde mit einem Walmdach ausgeführt. Es wird durch einen angeschlossenen Güterschuppen in Fachwerkbauweise ergänzt, wobei die Gefache mit Backsteinen ausgemauert sind. Die Station besaß sechs durchgehende Gleise – davon drei mit Bahnsteig – ein Stumpfgleis mit einer Kopf- und Seitenladerampe sowie eine Ladestraße. Zeitweise war auch ein Gleisanschluss zu einem Landhandel vorhanden.[2] Allerdings hielt sich die betriebliche Bedeutung in Grenzen. Die Züge Linz–Flammersfeld wurden meist bist Altenkirchen weitergeführt, teilweise wurde allerdings in Flammersfeld von Zahnrad- auf Adhäsionslokomotiven umgespannt.[3] Während des Regiebetriebs 1923/24 war Flammersfeld Endpunkt für die von französischen Eisenbahnern gefahrenen Züge aus Linz.[4]

Während des Westfeldzugs war ein Sonderzug von Heinrich Himmler, Hans Heinrich Lammers und Joachim von Ribbentrop für drei Wochen im Mai 1940 auf dem Bahnhof abgestellt. Der Zug bestand aus 9 Schlaf-, Salon- und Speisewagen sowie zwei Flakwagen und sollte bei Luftangriffen in den nahen Seifener Tunnel gefahren werden.[5][6]

Am 11. März 1945 kam der Bahnverkehr auf den angrenzenden Strecken zum Erliegen, da die Wehrmacht zahlreiche Brücken in der Umgebung sprengte. Der durchgehende Verkehr Altenkirchen–Au wurde 1946 wieder aufgenommen, die Strecke nach Linz wurde ab Flammersfeld aber wegen zu geringen Verkehrsaufkommens nicht wieder aufgebaut. Flammersfeld war danach nur noch ein einfacher Durchgangsbahnhof. Der Personenverkehr wurde am 1. Juni 1984 eingestellt. Spätestens 1990 wurde der Güterverkehr im Bahnhof wegen des Rückbaus des verbliebenen Gütergleises beendet. Weitere Gleise wurden 1992 entfernt,[7] heute liegt nur noch ein durchgehendes Hauptgleis. Das Empfangsgebäude samt Güterschuppen steht unter Denkmalschutz.[8]

Literatur

  • Yvette Schäck und Wilfried Klein: Bahnhof Flammersfeld. 2018.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI