Bahnhof Großenhain Cottb Bf

Denkmalgeschützter Bahnhof in Großenhain, Sachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bahnhof Großenhain Cottb Bf[1] („Cottbuser Bahnhof“) ist der Personenbahnhof der Stadt Großenhain. Er ist Ausgangspunkt der eingleisigen Bahnstrecken Großenhain–Priestewitz und Großenhain–Cottbus, außerdem ist er über eine ebenfalls eingleisige, etwa ein Kilometer lange Verbindungsbahn an den Berliner Bahnhof und damit an die Bahnstrecke Berlin–Dresden angebunden.

Schnelle Fakten Großenhain Cottb Bf, Daten ...
Großenhain Cottb Bf
Empfangsgebäude, Straßenseite
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung DGC
IBNR 8011749
Eröffnung 14. Oktober 1862
Profil auf bahnhof.de grossenhain-cottb-bf
Lage
Stadt/Gemeinde Großenhain
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 17′ 29″ N, 13° 31′ 25″ O
Höhe (SO) 116,18 m ü. NN
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Großenhain Cottb Bf
Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen
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Geschichte und Beschreibung

Cottbuser Bahnhof um 1900

Der Cottbuser Bahnhof wurde am 14. Oktober 1862 von der Zweigeisenbahngesellschaft zu Großenhain in Betrieb genommen und hatte über Priestewitz Anschluss an die Bahnstrecke Leipzig–Dresden. Die Strecke nach Cottbus ging am 20. April 1870 in Betrieb. Mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Berlin–Dresden am 17. Juni 1875 wurde auch die 920 Meter lange Verbindungsbahn zum neuen Berliner Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Dresden in Betrieb genommen. Der Bahnhof wurde auch als Leipziger Bahnhof bezeichnet.[2] Dem Cottbuser Bahnhof waren später die Bahnhöfe Großenhain Berliner Bahnhof und Böhla unterstellt.

Heute gibt es zwei Bahnsteiggleise, wobei Züge von und nach Elsterwerda nur am Bahnsteig 2 halten können. Um diesen zu benutzen, müssen die Reisenden das Gleis 1 über einen ebenerdigen, mit Schranken gesicherten Personenübergang überqueren. Beide Bahnsteige haben eine Höhe von 38 Zentimetern, der Bahnsteig 1 ist 135 Meter lang, Bahnsteig 2 mit 265 Meter Nutzlänge dagegen fast doppelt so lang.[3] Zusätzlich gibt zwei weitere Hauptgleise ohne Bahnsteige sowie ein Ladegleis an der Westseite. Die maximale Länge zum Abstellen von Zügen beträgt dort 442 Meter.[4] Personenzüge von und nach Elsterwerda, die an diesem Bahnhof halten, können sich zwischen Priestewitz und Großenhain Berl Bf nicht begegnen. Bis auf das Ladegleis sind alle elektrifiziert.

Für den sicheren Ablauf des Bahnbetriebes sind heute das Befehlsstellwerk B1 und das Wärterstellwerk W2 vorhanden. Beide sind elektromechanische Stellwerke, die in den Jahren 1991 und 1992 in Betrieb gingen. Sie steuern heute zehn Weichen, elf Hauptsignale und acht Bahnübergänge. Zuvor waren beide mechanische Stellwerke mit Schlüsselwerken ohne Streckenblock. Im Bahnhofsbereich befanden sich drei Vollschrankenanlagen, die nicht signalabhängig waren. In die Bahnhofsgleise 1, 2, 13 und 14 konnte signalmäßig eingefahren werden.

Der Lokschuppen kurz vor dem Abriss
Letzter Güterzug vom Anschluss Agro-Service, 2008

Zwischen den Gleisen existierte bis Dezember 2007 noch ein Lokschuppen. Für den Güterverkehr gab es eine Anschlussbahn zum Agro Service Großenhain, die einige Meter parallel zur Berlin-Dresdner Bahn in Richtung Süden verlief. Eine zweite Anschlussbahn verlief links neben dem Hauptgleis Richtung Lampertswalde und erschloss in unterschiedlichen Zeitabschnitten den Flugplatz, die ehemalige Papierfabrik und eine Recyclinganlage der Firma Bothur. Auch Zementumschlag zum Ausbau der Autobahn bei Thiendorf fand dort statt. Sämtliche Anschlüsse wurden inzwischen stillgelegt und zum großen Teil zurückgebaut.

Verkehr

In der Reichsbahnzeit verkehrten vier Eilzugpaare Dresden–Cottbus (–Frankfurt/Oder) und ein Eilzugpaar Dresden–Angermünde. Zwei Eilzugpaare führten Weitstreckenwagen der sowjetischen Staatsbahn als Kurswagen mit, die als Lademaßüberschreitung verkehrten. Im Nahverkehr fuhren Züge der Relationen Priestewitz–Hoyerswerda und Priestewitz–Cottbus sowie Lübbenau. Täglich wurden Nahgüterzugpaare aus Ruhland und Richtung Coswig aufgelöst und gebildet, welche häufig mit Überlänge verkehrten. Ein- und Ausfahrt dieser Züge fand immer aus Gleis 14 (Richtung Ruhland) und aus Gleis 13 (Richtung Coswig) statt. Die Auflösung und Bildung dieser Züge geschah im Abstoßverfahren. Außerdem wurden die Anschlüsse bedient.

Bahnsteige des Cottbuser Bahnhofs mit einem Zug der Linie RE 18 nach Cottbus

Mit dem ElbeRöderSprinter existierte ab 1996 für kurze Zeit eine Direktverbindung nach Riesa über Priestewitz.[5]

Seit dem 15. Dezember 2002 wird der gesamte Personenverkehr über den Cottbuser Bahnhof abgewickelt. Der Berliner Bahnhof wurde als Reisezughalt aufgelassen. Zudem wurde eine moderne Übergangsstelle zum Regional- und Stadtbusverkehr der Kreisverkehrsgesellschaft Riesa-Großenhain (später Verkehrsgesellschaft Meißen) geschaffen.

Heute verkehren folgende Nahverkehrslinien:

Weitere Informationen Linie, Strecke ...
Linie Strecke Takt (min) Betreiber
RE15 Dresden HbfCoswig (b Dresden)Großenhain Cottb BfRuhlandHoyerswerda 120 DB Regio Nordost
RE18 Dresden Hbf – Coswig (b Dresden) – Großenhain Cottb Bf – Ruhland – SenftenbergCottbus 120 DB Regio Nordost
RB31 Dresden Hbf – Coswig (b Dresden) – Großenhain Cottb BfElsterwerdaElsterwerda-Biehla 120 (in der HVZ 60) DB Regio Nordost
Stand: 15. Dezember 2024
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Regelmäßig werden Fern- und Güterzüge bei Bauarbeiten auf der Berliner Strecke über den Cottbuser Bahnhof umgeleitet.

Siehe auch

Literatur

  • Thielo Bauer: Großenhain. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 78. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2008, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 6 S.).
Commons: Großenhain Cottbuser Bahnhof – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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