Bahnhof Kitzingen
Haltestelle in der kreisfreien Stadt Kitzingen, Unterfranken, Deutschland
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Der Bahnhof Kitzingen an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg ist ein Durchgangsbahnhof der Deutschen Bahn in der unterfränkischen Stadt Kitzingen.
| Kitzingen | |
|---|---|
Empfangsgebäude des Bahnhofs Kitzingen | |
| Daten | |
| Betriebsstellenart | Bahnhof |
| Lage im Netz | Zwischenbahnhof, ehemals Trennungsbahnhof |
| Bauform | Durchgangsbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 4 |
| Abkürzung | NKN |
| IBNR | 800479 |
| Eröffnung | 19. Juni 1865 |
| Lage | |
| Stadt/Gemeinde | Kitzingen |
| Land | Bayern |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 49° 43′ 57″ N, 10° 9′ 20″ O |
| Höhe (SO) | 205 m ü. NHN |
| Eisenbahnstrecken | |
| |
| Bahnhöfe in Bayern | |
Geschichte
Der Bahnhof geht auf die Anlage der Bahnstrecke Fürth–Würzburg als direkte Verbindung zwischen Nürnberg und Würzburg in den Jahren 1862 bis 1865 zurück. Zusammen mit den anderen an der Strecke gelegenen Bahnhöfen wurde der Bahnhof Kitzingen am 19. Juni 1865 eingeweiht. Mit damals etwas über 5000 Einwohnern war Kitzingen der einwohnerreichste und wirtschaftlich bedeutendste neu erschlossene Ort. In der Folge wurde das Empfangsgebäude besonders groß und repräsentativ gestaltet. Entworfen wurden die meisten Bahnhofsbauten an der Strecke vom Architekten Gottfried von Neureuther.
Dabei entschied man sich, die Trasse weit vor der alten Stadt im Osten anzulegen. Zeitgleich mit dem Bahnhofsbau wurden Stadterweiterungsmaßnahmen umgesetzt. Es entstand das sogenannte Mühlberggebiet, das aus Bürgerhäusern, Villen und Weinhandlungen bestand.[1] Das Bahnhofsgelände war im Zweiten Weltkrieg mehrfach Ziel von alliierten Luftangriffen. Besonders verheerend wirkte sich die Attacke vom 23. Februar 1945 auf die Baulichkeiten aus. In der Folge war der Zugverkehr unterbrochen.
Der Wiederaufbau der zerstörten Anlage begann unmittelbar nach Kriegsende, wobei auch der linke Flügel des Empfangsgebäudes rekonstruiert wurde. Daneben errichtete man eine Reihe weiterer Bauten im Umfeld der Anlage, in denen die technischen Stellwerke untergebracht wurden. In den 1970er Jahren wurde der Bahnhof um einen schmucklosen Verlängerungsbau erweitert. Ein weiterer Eingriff in die ursprüngliche Bausubstanz wurde mit dem Bau der Überdachung des Eingangsbereichs, ebenfalls in den 1970er Jahren, vorgenommen.[2]
Architektur


Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude des Bahnhofs Kitzingen präsentiert sich als dreigeschossiger Bau, der durch fünf Achsen gegliedert wird. Er schließt mit einem Walmdach ab. Dabei entspricht das Gebäude dem Normtyp der Gattung II, der auf der Strecke Fürth–Würzburg nur hier anzutreffen ist. Zur Stadt hin übernimmt ein Mittelrisalit mit Giebeln und drei Rundbogen die Funktion einer Schaufassade. Keilsteine an allen Fenstern und vertiefte Brüstungsfelder mit einer Schmuckrosette übernehmen darüber hinaus die Gliederung auf der Stadtseite. Die Sockelzone wird mit Muschelkalk gegliedert. In der Mittelachse ist eine Bahnhofsuhr zu finden.[3]
Das Hauptgebäude wird von zwei eingeschossigen Flügelbauten flankiert. Diese führen die Rundbogenarchitektur des Erdgeschosses weiter. Beide schließen mit flachen Satteldächern ab. Beide Flügel wurden ursprünglich dreiachsig fertiggestellt, der südliche Anschluss erhielt aber zwischen 1900 und 1920 eine Erweiterung um eine Achse. Das Hauptgebäude zu den Gleisen hin war lange Zeit von einer Signalglocke dominiert, die an den Aufbau auf dem Palazzo Vecchio in Florenz erinnerte. Diese wurde vor 1920 entfernt.
Um das Empfangsgebäude haben sich Reihe weiterer Anlagen erhalten, die ebenfalls Teil des Baudenkmals Kitzinger Bahnhof sind. Bereits bei der Einweihung bestand eine Güterhalle, die bis zu dessen Zerstörung 1945 um eine Frachtgut-/Güterabfertigung in Form eines steinsichtigen Hauses mit Walmdach ergänzt wurde. In den 1950er Jahren ergänzte man ein hohes Stellwerksgebäude an der Bahnunterführung Richtung Kaltensondheim. Ab den 1970er Jahren waren die technischen Einbauten in einem Anbau des Hauptgebäudes untergebracht. Darüber hinaus hat sich eines von ursprünglich zwei Bahnwärterhäuschen erhalten. Es wurde im Kreuzhaus-Typus errichtet und lehnt sich in seinem Erscheinungsbild an das Hauptgebäude an.
Verkehr
Regionalverkehr
| Linie | Verlauf | Frequenz |
|---|---|---|
| (Nürnberg Hbf – ) Fürth (Bay) Hbf – Neustadt (Aisch) Bahnhof – Kitzingen – Rottendorf – Würzburg Hbf | 60 min Fürth–Rottendorf |
Busverkehr
Vor dem Bahnhof befindet sich eine Bushaltestelle, die Kitzingen mit den Orten des Umlandes verbindet. Darunter sind Buslinien nach Volkach, Etwashausen und in kleinere Gemeinden in Stadtnähe.
Literatur
- Doris Badel: Von der Pferdekutsche zum Dampfross. „Eine Lebensfrage für die Stadt Kitzingen“. In: Jahrbuch für den Landkreis Kitzingen 2016. Im Bannkreis des Schwanbergs. Verlag J. H. Röll, Dettelbach 2015, ISBN 978-3-89754-471-0. S. 33–66.
- Harald Knobling: Der Bahnhof zu Kitzingen. In: Jahrbuch für den Landkreis Kitzingen 2022. Im Bannkreis des Schwanbergs. Verlag J. H. Röll, Dettelbach 2021, ISBN 978-3-89754-593-9. S. 171–188.
