Bahnstrecke Budapest–Hegyeshalom

Eisenbahnstrecke in Ungarn From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Budapest–Hegyeshalom stellt eine der wichtigsten Bahnstrecken Ungarns und die schnellste Verbindung zwischen Budapest und Westungarn bzw. Österreich dar. Die gesamte Strecke ist zweigleisig und elektrifiziert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt zwischen Kelenföld und Budaörs 120 km/h, zwischen Budaörs und Tata 140 km/h und seit 2008 sind zwischen Tata und Hegyeshalom 160 km/h erlaubt. Als Teil des TEN-Korridors IV zwischen Dresden und Arad ist diese Strecke im internationalen Personen- und Güterverkehr eine Hauptachse. Alle zwei Stunden fährt ein Railjet von Budapest-Keleti kommend über Hegyeshalom und Wien nach München, außerdem verkehren hier auch EuroNight-Züge zwischen München bzw. Zürich und Budapest sowie zwischen Wien und Bukarest.

Weitere Informationen Budapest-Keleti–Hegyeshalom ...
Budapest-Keleti–Hegyeshalom
Streckenverlauf
Streckennummer:1
Kursbuchstrecke (MÁV):1
Streckenlänge:188 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C3
Stromsystem:Budapest–Hegyeshalom: 25 kV 50 Hz ~
Hegyeshalom–Grenze: 15 kV 16,7 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:durchgehend
Kopfbahnhof Streckenanfang
0,0 Budapest-Keleti
Abzweig geradeaus und nach links
nach Salgótarján
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Közlekedési Múzeum (geplant)
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)
Budapest-Józsefváros–Salgótarján
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
von Budapest-Józsefváros
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Népliget (geplant)
Bahnhof
7,0 Ferencváros
Abzweig geradeaus und nach links
nach Ferencváros Keleti rendező
Abzweig geradeaus, nach links und von links
nach und von Ferencváros Nyugati rendező
Kreuzung geradeaus oben (Querstrecke außer Betrieb)
Marhavásártér–Ferencváros
Abzweig geradeaus und nach links
nach Beograd
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Danubius (geplant)
Kreuzung geradeaus oben (Querstrecke außer Betrieb)
Budapest-Dunapart–Ferencváros
Kreuzung geradeaus oben
HÉV-Linie Vorortzug H7  Boráros tér–Csepel
Brücke über Wasserlauf
Eisenbahnverbindungsbrücke (477 m; Donau)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Nádorkert (geplant)
ehemalige Blockstelle
Buda elágazás (Abzw)
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Verbindungskurve nach Budapest-Déli
Kreuzung geradeaus unten
Budapest-Déli–Pragersko
Abzweig geradeaus und von links
von Budapest-Déli
Bahnhof
12,7 Budapest-Kelenföld
Abzweig geradeaus und nach links
nach Murakeresztúr
Abzweig geradeaus und nach links
nach Szentlőrinc
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Kőérberek
Bahnhof
18,3 Budaörs
Abzweig geradeaus und nach links
Anst DEPO
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
22,3 Budaörs-ISG iparvágány kiágazás (2,5 km)
Haltepunkt / Haltestelle
22,6 Törökbálint
Strecke von linksAbzweig ehemals geradeaus und nach rechts

Neutrassierung
Strecke nach linksAbzweig ehemals geradeaus und von rechts
 
 
Strecke von linksAbzweig ehemals geradeaus und nach rechts
Neutrassierung
StreckeBrücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Eisenbahnviadukt Biatorbágy (81 m; Füzes-patak)
BahnhofBahnhof (Strecke außer Betrieb)
29,9 Biatorbágy
Strecke nach linksAbzweig ehemals geradeaus und von rechts
Bahnhof
37,8 Herceghalom
Haltepunkt / Haltestelle
45,4 Bicske alsó
Bahnhof
47,4 Bicske
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
nach Székesfehérvár
Strecke von linksAbzweig ehemals geradeaus und nach rechts
Neutrassierung
StreckeHaltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Szár megálló
Haltepunkt / HaltestelleStrecke (außer Betrieb)
54,3 Szár früher Szár alsó
Strecke nach linksAbzweig ehemals geradeaus und von rechts
Bahnhof
58,7 Szárliget früher Szár
Abzweig ehemals geradeaus und nach linksStrecke von rechts

Neutrassierung
Abzweig ehemals geradeaus und von linksStrecke nach rechts
ehemalige Blockstelle
≈ 63,2 Szárliget elágazás (Abzw)
Strecke von linksAbzweig ehemals geradeaus und nach rechts
Neubaustrecke
StreckeBahnhof (Strecke außer Betrieb)
0,0 Felsőgalla früher Tatabánya felső
StreckeAbzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)Strecke von rechts (außer Betrieb)
Strecke nach linksAbzweig ehemals geradeaus und von rechtsDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
Tatabánya-Szénrakodó
ehemalige BlockstelleStrecke (außer Betrieb)
1,6
65,7
Tatabánya elágazás (Abzw)
Haltepunkt / HaltestelleStrecke (außer Betrieb)
66,7 Alsógalla (seit 1978)
Abzweig geradeaus und ehemals von linksStrecke nach rechts (außer Betrieb)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
67,5 Tatabánya (bis 1977)
Bahnhof
70,8 Tatabánya früher Tatabánya alsó
Abzweig geradeaus und nach links
nach Pápa
Haltepunkt / Haltestelle
74,8 Vértesszőlős
Haltepunkt / Haltestelle
78,5 Tóvároskert
Bahnhof
81,1 Tata
Abzweig geradeaus und von rechts
von Esztergom
Bahnhof
89,8 Almásfüzitő
Bahnhof
93,2 Almásfüzitő felső
Haltepunkt / Haltestelle
99,2 Szőny
Abzweig geradeaus und von links
von Székesfehérvár
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
103,4 Komárom-Rendező
Bahnhof
104,2 Komárom
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Nové Zámky
Bahnhof
113,3 Ács
Bahnhof
123,4 Nagyszentjános
Betriebs-/Güterbahnhof Streckenanfang und querAbzweig geradeaus und von rechts
9,0 Gönyű
Bahnhof
0,0
133,0
Győrszentiván
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Győri ipartelepek
Blockstelle
138,3 Győrszentiván elágazás (Abzw)
Abzweig geradeaus und nach links
Verbindungskurve nach Győrszabadhegy elág.
Haltepunkt / Haltestelle
139,2 Győr-Gyárváros
Abzweig geradeaus und von links
von Graz Hbf
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
140,3 Győr-Rendező
Bahnhof
141,4 Győr
Abzweig geradeaus und nach links
nach Sopron
Haltepunkt / Haltestelle
149,3 Abda
Bahnhof
154,5 Öttevény
Bahnhof
160,7 Lébény-Mosonszentmiklós
Bahnhof
169,0 Kimle-Károlyháza
Bahnhof
176,6 Mosonmagyaróvár
Haltepunkt / Haltestelle
183,7 Levél
Abzweig geradeaus und von links
von Porpác
Bahnhof
187,8 Hegyeshalom
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Bratislava-Petržalka
Grenze
192,7 Staatsgrenze Ungarn–Österreich
Strecke
nach Wien Hbf

Quellen: [1][2][3][4][5][6][7][8]
Schließen

Streckenverlauf

Die Bahnstrecke nimmt ihren Ausgang am Budapester Ostbahnhof, Budapest-Keleti, von wo aus sie zunächst in der Donauebene in einer ost- und dann südwestwärts gerichteten Schleife an die Donau und nach deren Überbrückung mittels der Südlichen Eisenbahnbrücke in den Stadtteil Kelenföld samt gleichnamigem Bahnhof gelangt. Von Kelenföld aus tritt die Bahnstrecke westwärts in die Budaer Berge ein und verläuft dann ab etwa Biatorbágy am Südrand des Beckens von Zsámbék. Anschließend wird in die Furche zwischen Vértes-Gebirge und Gerecse-Gebirge nordwestlich eingebogen und Tatabánya erreicht. Bis hierher verläuft mehr oder weniger locker parallel auch die Autobahn M1. Ab Tatabánya tritt die Bahnstrecke in die Kleine Ungarische Tiefebene ein und entfernt sich strikt nordwärts von der westlich abdrehenden Autobahn: Die Eisenbahn gelangt nun bei Almásfüzitő in die Nähe des südlichen Donauufers und verbleibt hier, wieder Richtung Westen strebend, bis Komárom. Ab Komárom hält sich die Bahnlinie weiter südlich der Donau an die Ebene, geradlinig bis Győr verlaufend. Hier trifft sie auf die Raab kurz vor ihrer Mündung in die Donau und wendet sich Richtung Nordwesten über Mosonmagyaróvár, stets südlich der mäandrierenden Moson-Donau (Kleinen Donau) in langer Gerade angelegt, bis nach Hegyeshalom, wo der Grenzbahnhof zu Österreich und seiner Ostbahn steht.

Geschichte

Am 24. Dezember 1855 wurde die Verlängerung der aus Wien kommenden Ostbahn von Bruck an der Leitha nach Győr (Raab) eröffnet, vom 11. August 1856 an fuhren die Züge bereits bis Újszőny, dem heutigen Komárom.[9] Erst am 16. Juni 1884 wurde die Lücke zwischen Kelenföld und Újszőny geschlossen, was auch am rechten Donauufer einen durchgehenden Bahnbetrieb zwischen Wien und Budapest ermöglichte.[10] Die internationalen Züge, wie etwa der Orient-Express, fuhren aber weiterhin über Szob–Bratislava–Marchegg, da auf dieser Strecke höhere Geschwindigkeiten möglich waren. Erst viele Jahre später wurden sie auf die Strecke über Győr umgelegt, da dadurch ein Grenzübertritt weniger notwendig wurde, was die Fahrzeit ungemein kürzte.

Mitte der 2000er Jahre wurde als Pilotprojekt ETCS L1 zwischen Wien und Budapest installiert, mittlerweile wurde es aber wieder deaktiviert.

Unfälle

Beim Anschlag auf das Eisenbahnviadukt Biatorbágy am 13. September 1931 stürzten die Lokomotive und sechs der zwölf Wagen des Nachtschnellzugs Budapest–Wien von der 20 m hohen Brücke. Dabei kamen 22 Menschen ums Leben und 17 wurden schwer verletzt.

Am Abend des 6. Februar 2007 ereignete sich zwischen Almásfüzítő und Komárom ein Auffahrunfall zwischen einem Güterzug und dem von Tatabánya nach Wien Südbahnhof (Ost) verkehrenden EURegio 9438, der mit der ÖBB 1116.017 bespannt war. Da die Sicherungsanlage ausgefallen war, musste auf Sicht gefahren werden. Im Gegensatz zum Lokführer des Güterzuges tat dies jener des EURegio nicht, weshalb er mit knapp 100 km/h auf den Schluss des Güterzuges auffuhr. Der letzte Wagen, ein Flachwagen, spaltete bis zur Mitte der Lok den Kasten vom Rahmen ab, der vorletzte Wagen des Güterzuges zerstörte in diesem Bereich die Lok oberhalb des Rahmens komplett.[11] Der Lokführer des EURegio verstarb noch an der Unfallstelle, weiterhin wurden vier Reisende verletzt. An der ÖBB 1116.017 war Totalschaden entstanden, sie wurde mit einem Neubaukasten von Siemens komplett neu aufgebaut und befindet sich heute als ÖBB 1116.017 II wieder im Bestand der ÖBB (derzeit an Rail Cargo Hungaria vermietet).

Am Abend des 23. Dezembers 2013 stieß die Lok 1116.212, die den RJ 165 von Zürich nach Budapest bespannte, in der Nähe von Győr mit einem auf dem Bahnübergang stehenden Auto zusammen, das eine Panne hatte. Die Lok fing sofort Feuer, der vordere Führerstand brannte vollständig aus, die Elektronik der Lok wurde großteils beschädigt.[12]

Commons: Bahnstrecke Budapest–Hegyeshalom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI