Bahnstrecke Haguenau–Falck-Hargarten

Bahnstrecke in Frankreich von Haguenau nach Falck-Hargarten From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Haguenau–Falck-Hargarten ist eine normalspurige zweigleisige Eisenbahnstrecke in Lothringen und dem Elsass, die bis zum Zweiten Weltkrieg auch strategische Aufgaben hatte. Sie verläuft entlang der deutsch-französischen Grenze teilweise quer durch das Pays de Bitche (deutsch: Bitscher Land). Der Abschnitt SaargemündNiederbronn-les-Bains ist stillgelegt und wurde im Abschnitt Bitsch-Lager–Niederbronn demontiert. Die Strecke ist zwischen Béning und Falck-Hargarten elektrifiziert.

Weitere Informationen Haguenau–Falck-Hargarten ...
Haguenau–Falck-Hargarten
Der Bahnhof Saargemünd (Sarreguemines)
Der Bahnhof Saargemünd (Sarreguemines)
Streckennummer (SNCF):159 000
Kursbuchstrecke (SNCF):157
198
Kursbuchstrecke:17 (SNCF)
DR bis 1945:
267e (Falck-Hargarten–Sarreguemines)
284e (Sarreguemines–Haguenau)
Streckenlänge:125,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:25 kV 50 Hz (Béning–Falck-Hargarten) ~
Maximale Neigung: 15 
Minimaler Radius:300 m
Streckengeschwindigkeit:100 km/h
Zweigleisigkeit:Falck-Hargarten–Sarreguemines
Bahnstrecke Vendenheim–Wissembourg von Vendenheim
Abzweig geradeaus und von rechts
Bahnstrecke Steinbourg–Rastatt von Rastatt
Bahnhof
0,0 Haguenau (Hagenau) 146 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
Bahnstrecke Vendenheim–Wissembourg nach Wissembourg
Bahnhof
3,8 Schweighouse-sur-Moder (Schweighausen) 150 m
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
Bahnstrecke Steinbourg–Rastatt nach Steinbourg
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Bahnstrecke Mertzwiller–Seltz von Seltz
Bahnhof
10,8 Mertzwiller (Merzweiler) 165 m
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
12,4 Mietesheim 165 m
Brücke über Wasserlauf
13,9 Nördliche Zinsel
Haltepunkt / Haltestelle
15,2 Gundershoffen (Gundershofen) 172 m
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
16,8 Reichshoffen-Usines 175 m
Bahnhof
18,3 Reichshoffen-Ville (Reichshofen-Stadt) 188 m
Kopfbahnhof Strecke ab hier außer Betrieb
21,4 Niederbronn-les-Bains (Bad Niederbronn) 200 m
Grenze (Strecke außer Betrieb)
26,3 Grenze LothringenElsass
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
28,4 Philippsbourg (Philippsburg) 255 m
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
34,2 Bannstein 241 m
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
36,0 Éguelshardt (Egelshardt) 270 m
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
41,1 Bitche-Camp (Bitsch-Lager)
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
Anschluss Bitsch-Lager
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
44,9 Bitche (Bitsch) 290 m
Bahnübergang (Strecke außer Betrieb)
45,1 N 62
U-Bahn-Strecke querKreuzung geradeaus untenU-Bahn-Strecke von rechts (außer Betrieb)
Feldbahn Bitsch–Simserhof (600 mm) von Simserhof
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)U-Bahn-Bahnhof
53,1 Lemberg 390 m
StreckeU-Bahn-Strecke nach links (außer Betrieb)
Feldbahn Bitsch–Simserhof n. Saint-Louis-lès-Bitche
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
57,6 Enchenberg 370 m
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
61,9 Petit-Réderching (Kleinredingen) 345 m
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
64,8 Rohrbach-lès-Bitche (Rohrbach b. Bitsch) 360 m
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
72,4 Wœlfling-lès-Sarreguemines (Wölflingen) 342 m
Strecke mit Straßenbrücke (Strecke außer Betrieb)
N 62
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
78,9 von Homburg (Saar) 232 m
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
81,6 Sarreguemines-Est (Saargemünd Ost) 220 m
Blockstelle (Strecke außer Betrieb)
82,4 verschiedene Gleisanschlüsse
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
83,4 Viaduc de Steinbach (Saar) (118 m) 215 m
Brücke (Strecke außer Betrieb)
83,5 D 919, ehem. N 61
Abzweig ehemals geradeaus und von links
Bahnstrecke Mommenheim–Sarreguemines v. Mommenheim
Abzweig geradeaus, ehemals nach links und ehemals von links
Bahnstrecke Berthelming–Sarreguemines v./n. Berthelming
Bahnhof
84,0 Sarreguemines (Saargemünd) 220 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
Bahnstrecke Saarbrücken–Sarreguemines n. Saarbrücken
Tunnel
84,5 Tunnel de Sarreguemines (254 m)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
85,7 Welferding (Wölferdingen) 215 m
Strecke mit Straßenbrücke
87,1 N 61
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
89,1 Ippling (Iplingen) 216 m
Haltepunkt / Haltestelle
91,1 Hundling (Hundlingen) 225 m
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
93,4 Diebling (Dieblingen) 243 m
Abzweig geradeaus und ehemals von links
von Puttelange-aux-Lacs (Püttlingen)
Haltepunkt / Haltestelle
96,8 Farschviller (Farschweiler) 261 m
Haltepunkt / Haltestelle
101,6 Farébersviller (Pfarrebersweiler) 257 m
Abzweig geradeaus und von rechts
105,3 Forbacher Bahn von Saarbrücken
Bahnhof
106,5 Béning (Beningen) 213 m
Abzweig geradeaus und nach links
Forbacher Bahn nach Metz
Strecke mit Straßenbrücke
A 320
Strecke mit Straßenbrücke
N 3
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
108,2 Freyming-Merlebach
(Merlenbach-Freimengen)
Brücke über Wasserlauf
Rossel
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
111,1 Sainte-Fontaine (Heiligenbronn) 216 m
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
113,1 L’Hôpital (Spittel) 234 m
ehemaliger Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
114,6 ZA de Bantzenheim
(Spittel Nordschacht)
ehemaliger Bahnhof
117,0 Carling (Karlingen) 244 m
Brücke über Wasserlauf
120,7 Bist (41 m)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
121,3 Creutzwald (Kreuzwald)
Abzweig geradeaus und von rechts
Bahnstrecke Völklingen–Thionville von Völklingen
ehemaliger Bahnhof
125,7 Falck-Hargarten
Bahnstrecke Völklingen–Thionville nach Thionville
Schließen

Geschichte

Bahnhof von Bitsch zwischen den Weltkriegen (im Hintergrund die Festung, im Bild vorn die ehemalige Nationalstraße N 62)

Der Abschnitt zwischen Haguenau und Niederbronn wurde am 19. Dezember 1864 eröffnet,[1] am 16. Dezember 1865 von Saargemünd (Sarreguemines) nach Beningen (Béning)[2] und am 1. Mai 1866 von Beningen bis Karlingen (Carling) verlängert.[3] Die Verlängerung von Niederbronn über Bitsch (Bitche) bis Saargemünd ging am 8. Dezember 1869 in Betrieb[4], am 1. Mai 1882 wurde der Abschnitt von Karlingen über Falck-Hargarten nach Diedenhofen (Thionville) eröffnet.[5][6] Die Strecke war bereits vor dem Bau der Bahnstrecke Saarbrücken–Sarreguemines in Betrieb,[7] wurde aber südlich von Bliesbrücken am 24. Juli 1870 mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von einer Abteilung der 7. Ulanen unter Leutnant Karl von Voigt wieder zerstört. Auch östlich von Bitsch wurde im Kriegsverlauf die Strecke unbrauchbar gemacht.[8]

Bis zum Kriegsende wurde die Strecke zwischen Beningen (Béning) und Diedenhofen (Thionville) durchgehend mit Zügen befahren. Die Strecke wurde von Anfang an vor allem für militärische Zwecke konzipiert, in Friedenszeiten war die Bedeutung für den Frachtverkehr gegenüber dem Personenverkehr 3:1.[9] Insbesondere im Tal des Schwarzbachs im Elsass konnten mit der Bahn viele Industriebetriebe bedient werden.

Streckenverlauf

Die Bahnstrecke folgt zwischen Haguenau und Saargemünd in weiten Abschnitten der N 62 respektive der D 1062, wie sie aus verwaltungstechnischen Gründen im Elsass heißt. Sie verläuft in Südsüdost–Nordnordwest-Richtung entlang der deutsch-französischen Grenze und verbindet wichtige Bahnen miteinander:

Bahnhöfe

Saargemünd war und ist zentraler Umsteigebahnhof für die Linien nach Saarbrücken (Saarbahn) sowie die Bahnstrecke Mommenheim–Sarreguemines, nach Saarburg über Saarunion (TER-Linie 18) und nach Straßburg (TER-Linie 20).

Der erste Bahnhof von Haguenau wurde bereits 1855 an der Bahnstrecke Vendenheim–Wissembourg erbaut, 1892 aber durch einen anderen Bau ersetzt und 1944 durch Kampfhandlungen zerstört. Das heutige Gebäude datiert von 1950.

Infrastruktur

Die Strecke ist mit verschiedenen Streckenblocksystemen ausgestattet.[1] Der Bloc Automatique kommt von Falck-Hargarten nach Saargemünd zum Einsatz. Der Bloc Manuel wurde im stillgelegten Abschnitt zwischen Saargemünd und Bitsch eingesetzt, ab Niederbronn-les-Bains ist die Strecke mit dem Bloc automatique lumineux (BAL) bis Haguenau ausgestattet.[10] Im Sommer 1956 ging die Oberleitung zwischen Béning und Falck-Hargarten in Betrieb.[11] Die maximale Neigung beträgt von Hagenau nach Saargemünd 15 ‰, sonst bis zu 10 ‰. Außerdem weisen viele Kurven Radien von minimal 300 m auf.[12] Der Abschnitt Haguenau–Schweighouse-sur-Moder war früher zweigleisig.[13]

Verkehr

Zwischen Niederbronn und Haguenau verkehren als Linie A05 unter der Trägerschaft des TER Grand Est, davor unter Trägerschaft des TER Alsace, bis zu zehn Zugpaare täglich, überwiegend sind sie bis Straßburg durchgebunden.[14] Mit Busunterstützung wird eine regelmäßige Bedienung sichergestellt, wovon die meisten bis Bitsch weiterfahren.

Nur auf der Strecke zwischen Bitsch und Niederbronn ruht seit 1996 der Schienenverkehr komplett.[15] Auf dem Abschnitt wurde die Grenze der beiden ehemaligen Regionen Lothringen und Elsass überquert. Was nach der Demontage mit der Bahnstrecke geschehen soll, ist noch nicht geplant.

Bis Dezember 2011 verkehrten die Züge durchgehend zwischen Bitsch und Béning. Wegen zu geringer Rentabilität und Oberbauschäden wird der Abschnitt Bitsch–Saargemünd seitdem durch Schienenersatzverkehrsbusse bedient. Auf einem Teilabschnitt findet touristischer Verkehr mit Fahrraddraisinen statt.[16] Die Regionalzüge zwischen Saargemünd und Béning werden nach Metz-Ville durchgebunden und als Linie L16 des TER Grand Est geführt (ehemals Linie 17 beim TER Lorraine). Montag bis Freitag verkehren zwischen Béning und Metz sechs bzw. sieben Züge, Samstag zwei Zugpaare und Sonntag eines, die restlichen Fahrten werden durch Busse erbracht.[17]

Auf dem Streckenabschnitt Béning–Falck-Hargarten wird heute kein Personenverkehr mehr durchgeführt.

Fahrzeugeinsatz

Für die Züge des TER Lorraine werden die Baureihen X 73500 und X 76500 eingesetzt, beides sind Dieseltriebzüge. Beim TER Alsace kommt ebenfalls die Baureihe X 76500 zum Einsatz sowie Régiolis-Triebzüge der Baureihe B 83500.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI