Bahnstrecke Hanušovice–Głuchołazy

Eisenbahnverbindung in Tschechien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Hanušovice–Głuchołazy ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien und Polen, die ursprünglich von der Österreichischen Lokaleisenbahngesellschaft (ÖLEG) als staatlich garantierte Lokalbahn errichtet wurde. Sie zweigt in Hanušovice (Hannsdorf) von der Bahnstrecke Šternberk–Lichkov ab und führt über den Ramzovské sedlo (Ramsauer Sattel; 765 m n.m.) und Jeseník (Freiwaldau) nach Głuchołazy (Ziegenhals), wo sie in die Bahnstrecke Nowy Świętów–Głuchołazy einmündet. Der Abschnitt über den Ramsauer Sattel ist wegen der komplizierten Trassierung auch als Schlesischer Semmering (Slezský Semmering) bekannt.

Weitere Informationen Hanušovice–Głuchołazy 1913: Hannsdorf–Ziegenhals ...
Hanušovice–Głuchołazy
1913: Hannsdorf–Ziegenhals
Kursbuchstrecke (SŽ):292
Streckenlänge:57,150 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C4
Maximale Neigung: 33 
Streckengeschwindigkeit:60 km/h
Strecke
von Šternberk (vorm. MGB)
Bahnhof
0,000 Hanušovice früher Hannsdorf
Abzweig geradeaus und nach links
nach Lichkov (vorm. MGB) und nach Staré Město pod Sněžníkem
Brücke über Wasserlauf
Morava
Haltepunkt / Haltestelle
3,191 Potůčník
Bahnhof
6,277 Jindřichov na Moravě früher Heinrichsthal
Haltepunkt / Haltestelle
8,799 Nové Losiny früher Neu Ullersdorf
Bahnhof
12,445 Branná früher Goldenstein
Bahnhof
18,094 Ostružná früher Spornhau
Haltepunkt / Haltestelle
20,139 Ramzová früher Ramsau
Bahnhof
26,534 Horní Lipová früher Ober Lindewiese
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
29,150 Horní Lipová zastávka
Bahnhof
31,082 Lipová Lázně früher Nieder Lindewiese
Abzweig geradeaus und nach links
nach Bernartice u Javorníka
Haltepunkt / Haltestelle
33,315 Lipová Lázně zastávka
Bahnhof
35,746 Jeseník früher Freiwaldau-Gräfenberg
Haltepunkt / Haltestelle
39,130 Česká Ves früher Böhmischdorf
Haltepunkt / Haltestelle
40,325 Česká Ves bazén
Bahnhof
43,655 Písečná u Jeseníku früher Sandhübel-Saubsdorf
Haltepunkt / Haltestelle
45,037 Hradec-Nová Ves früher Gröditz
Bahnhof
48,947 Mikulovice u Jeseníku früher Niklasdorf
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Zlaté Hory
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Buchberg (bis Mai 1945)
Grenze
51,500
5,650
Staatsgrenze TschechienPolen
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
2,200 Ziegenhals Stadt (bis Mai 1945)
Brücke über Wasserlauf
Bělá
Abzweig geradeaus und von links
von Głuchołazy Zdrój
Abzweig geradeaus und von rechts
von Krnov (vorm. MSCB)
Bahnhof
0,000 Głuchołazy früher Ziegenhals
Strecke
nach Nowy Świętów (vorm. OSE)

Frühere Namen Stand 1913.[1][2][3]
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Geschichte

Am 5. März 1885 erhielt die Österreichische Lokaleisenbahn in Prag „das Recht zum Baue und Betriebe einer als normalspurige Localbahn auszuführenden Locomotiveisenbahn von der Station Hannsdorf der Mährischen Gränzbahn über Goldenstein, Lindewiese und Freiwaldau an die Reichsgränze zum Anschlusse an das preußische Eisenbahnnetz in der Richtung nach Ziegenhals“ erteilt. Teil dieser Konzession war zudem die Verpflichtung, auf Verlangen des Staates Zweigbahnen nach Barzdorf und nach Kunzendorf zu erbauen. Für die Fertigstellung der konzessionierten Linie wurde eine Frist von zweieinhalb Jahren ab Konzessionserteilung gesetzt.[4]

Bahnhof Niklasdorf (um 1910)

Eröffnet wurde die Strecke in zwei Abschnitten am 26. Februar 1888 (Niederlindewiese–Ziegenhals) und 1. Oktober 1888 (Hannsdorf–Niederlindewiese). Bereits am 1. Januar 1889 wurde die Strecke verstaatlicht. Eigentümer und Betreiber waren jetzt die k.k. Staatsbahnen (kkStB). In deren Regie wurde dann auch die Zweigbahn von Niederlindewiese nach Barzdorf realisiert. Die geplante Linie von Sandhübel nach Kunzendorf kam dagegen nicht zur Ausführung.

Der Fahrplan von 1912 verzeichnete zwischen Hannsdorf und Ziegenhals vier Personenzugpaare 2. und 3. Klasse, die mehrheitlich von Nezamislitz über Olmütz und Mährisch Schönberg nach Jägerndorf durchgebunden waren. Drei weitere Zugpaare bedienten darüber hinaus die Relation Nieder Lindewiese–Jägerndorf. Zwischen Hannsdorf und Wichstadtl-Lichtenau gab es drei Personenzugpaare. Dazu kamen drei weitere zwischen Grulich und Wichstadtl-Lichtenau, die von und nach Mährisch Schildberg durchgebunden waren.[5]

Nach dem Ersten Weltkrieg traten an Stelle der kkStB die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Oppeln. Im Reichskursbuch war die Verbindung zunächst als Kursbuchstrecke 129q und später als 151v Hannsdorf–Ziegenhals Hbf enthalten. Der Sommerfahrplan von 1939 verzeichnete acht Personenzugpaare zwischen Hannsdorf und Ziegenhals, die zum Teil von und nach Neisse durchgebunden waren. Dazu kamen Eilzüge in den Relationen Liegnitz–Spornhau und Beuthen OS–Oberlindewiese.[6]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder vollständig zu den ČSD.

Reisezug der ČD bei Ramzová (2009)
Zugkreuzung im Bahnhof Branná (2020)

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Dismembration der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC), heute: Správa železnic.

Zwischen Juli 2015 und Juni 2017 wurde der Abschnitt Hanušovice–Jeseník grundlegend modernisiert. Neben den Gleisen wurde auch die Leit- und Sicherungstechnik neu gebaut und alle Wegübergänge mit Blinklicht- bzw. Schrankenanlagen ausgerüstet. Die Bahnsteige erhielten eine einheitliche Systemhöhe von 550 Millimetern über Schienenoberkante. Die Kosten für die Modernisierung betrugen insgesamt 838.854.863 , wovon die Europäische Union 558.156.573 Kč über ein Förderprogramm finanzierte.[7]

Bis 2031 soll die Strecke Bludov–Hanušovice–Jesenik im Rahmen der Dekarbonisierung des Eisenbahnbetriebs elektrifiziert werden. Teil des Projektes ist auch eine Anhebung der Streckengeschwindigkeit von 60 auf 70 km/h. Die Arbeiten sollen 2029 beginnen und etwa fünf Milliarden Kronen kosten. In diesem Zusammenhang plant auch der polnische Streckenbetreiber PKP Polskie Linie Kolejowe (PLK) eine Instandsetzung der Strecke zwischen der Staatsgrenze und Głuchołazy.[8]

Streckenbeschreibung

Bis Ramzová führt die Bahn durch das Tal der Branná und hat auf dem Ramsauer Sattel auf 765 Metern ihren Scheitelpunkt. Danach folgt die Strecke den Flüssen Staříč und Bělá/Biała Głucholaska.

Fahrzeugeinsatz

Literatur

Einzelnachweise

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