Bahnstrecke Jelenia Góra–Żagań

stillgelegte Bahnstrecke in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Jelenia Góra–Żagań ist eine Eisenbahnverbindung in der Wojewodschaft Niederschlesien in Polen. Sie zweigt in Jelenia Góra (Hirschberg) von der Bahnstrecke Wrocław Świebodzki–Zgorzelec ab und führt über Lwówek Śląski (Löwenberg in Schlesien) und Zebrzydowa (Siegersdorf) nach Żagań (Sagan), wo sie in die Bahnstrecke Miłkowice–Jasień einmündet.

Weitere Informationen Jelenia Góra–Żagań 1944: Hirschberg (Rsgb) Hbf–Sagan ...
Jelenia Góra–Żagań
1944: Hirschberg (Rsgb) Hbf–Sagan
Streckennummer:283
Kursbuchstrecke (PKP):250
Streckenlänge:104,730 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Strecke
von Wrocław Świebodzki
Abzweig geradeaus und von links
von Kamienna Góra
Bahnhof
0,000 Jelenia Góra früher Hirschberg (Rsgb) Hbf
Brücke über Wasserlauf
Bóbr
Haltepunkt / Haltestelle
0,969 Jelenia Góra Zabobrze
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Görlitz/Zgorzelec
Abzweig geradeaus und ehemals von links
1,866 bocz. Przedsiębiorstwo Energetyki Cieplnej
Kreuzung geradeaus unten
Wrocław Świebodzki–Görlitz/Zgorzelec
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
2,140 Infrastrukturgrenze PLK / DSDiK
Haltepunkt / Haltestelle
3,519 Jeżów Sudecki früher Grunau (Rsgb)
Haltepunkt / Haltestelle
7,321 Siedlęcin früher Boberröhrsdorf
Brücke über Wasserlauf
10,665 Bobertalsperre (131 m)
Haltepunkt / Haltestelle
11,168 Pilchowice Zapora früher Talsperre
Tunnel
11,610 Pilchowicki I (187 m)
Brücke
13,575 (50 m)
Tunnel
13,723 Pilchowicki II (154 m)
Abzweig geradeaus und ehemals von links
Haltepunkt / Haltestelle
14,815 Pilchowice Nielestno früher Mauer-Waltersdorf
Brücke über Wasserlauf
14,940 Bóbr
ehemaliger Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
15,555 Pilchowice Nielestno Towarowe
Tunnel
17,380 Pilchowicki III (320 m)
Bahnhof
18,004 Wleń früher Lähn
Haltepunkt / Haltestelle
22,903 Marczów früher Märzdorf (Kr Löwenberg)
Haltepunkt / Haltestelle
26,633 Dębowy Gaj früher Siebeneichen
Abzweig geradeaus und ehemals von links
von Pobiedna
Bahnhof
32,636 Lwówek Śląski früher Löwenberg (Schles)
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
nach Legnica
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
33,316 Infrastrukturgrenze DSDiK / PLK
Haltepunkt / Haltestelle
35,711 Rakowice Wielkie früher Gross Rackwitz
Abzweig geradeaus und von rechts
von Rakowice Żwirownia ZKGM
ehemalige Blockstelle
36,320 Rakowice Żwirownia
Haltepunkt / Haltestelle
37,735 Radłówka früher Hartelangenvorwerk
Bahnhof
41,230 Niwnice früher Neuland
Abzweig geradeaus und ehemals von links
bocz. kopalna gipsu i anhydritu
Haltepunkt / Haltestelle
45,910 Gościszów früher Giessmannsdorf (Kr Bunzlau)
Haltepunkt / Haltestelle
48,277 Gościszów Dolny früher Nieder Gießmannsdorf
Abzweig geradeaus und ehemals von links
48,800 bocz. Welczów BZMO
Bahnhof
51,618 Nowogrodziec früher Naumburg (Queis)
Brücke über Wasserlauf
Queis
Abzweig geradeaus und nach links
53,315 bocz. Surmin-Kaolin
Haltepunkt / Haltestelle
53,316 Ołdrzychów früher Ullersdorf (Queis)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Zebrzydowa Wieś früher Siegersdorf Ort
Abzweig geradeaus und von rechts
von Miłkowice
Bahnhof
61,030 Zebrzydowa früher Siegersdorf
Abzweig geradeaus und nach links
nach Jasień
Strecke mit Straßenbrücke
Autostrada A4
ehemaliger Bahnhof
67,134 Tomisław früher Thommendorf
Abzweig geradeaus und von links
bocz. Kopalnia Piasków Szklarskich Osiecznica
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
71,549 Osiecznica Kliczków früher Wehrau-Klitschdorf
ehemaliger Bahnhof
75,759 Przejęsław früher Prinzdorf
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
77,526 Ławszowa früher Lorenzdorf
77,621
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
82,206 Luboszów früher Lipschau
Brücke (Strecke außer Betrieb)
Autostrada A18
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
84,876 Luboszów Przystanek früher Dohms
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
87,237 Świętoszów früher Neuhammer (Queis)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
90,010 Łozy früher Loos
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
94,410 Dobre nad Kwisą
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
96,492 Trzebów früher Tschiebsdorf
Abzweig ehemals geradeaus und von rechts
von Łódź Kaliska
Bahnhof
104,730 Żagań früher Sagan
Strecke
nach Forst (Lausitz)

Quellen: [1][2][3][4]
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Der Abschnitt Jelenia Góra–Rakowice Żwirownia ist seit 2016 betrieblich gesperrt, aber nicht stillgelegt. Zwischen Rakowice Żwirownia und Zebrzydowa gibt es noch regelmäßigen Güterverkehr. Die weitere Strecke ist Stand 2025 nur noch bis Osiecznica Kliczków (Wehrau-Klitschdorf) befahrbar. Zwischen Świętoszów (Neuhammer am Queis) und Żagań ist sie stillgelegt.

Eine Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme der Gesamtstrecke für den Reise- und Güterverkehr ist vorgesehen.

Geschichte

Vorgeschichte und Bau

Hirschberg–Löwenberg

Die Strecke von Hirschberg nach Löwenberg ist als Bobertalbahn bekannt und wurde als letzter Streckenabschnitt zwischen 1906 und 1909 in Betrieb genommen. Ihr Bau war eng mit der Errichtung der Bobertalsperre verbunden. Erste Pläne für einen Bahnstrecke gab es bereits in den 1880er Jahren, doch wurden sie aufgrund der schwierigen topografischen Gegebenheiten erst später umgesetzt. Nach dem Hochwasser von 1897 entschied man sich für den Bau der Talsperre bei Mauer, wobei die Eisenbahn als zentrales Transportmittel für die Baumaterialien diente. Der Bau begann 1902 und stellte insbesondere im Abschnitt nahe der Talsperre bis Lähn eine große Herausforderung dar, da dort drei Tunnel und mehrere Viadukte errichtet werden mussten.[5]

  • Hirschberg–Mauer: 1. Oktober 1906
  • Lähn–Löwenberg: 1. Juli 1909
  • Mauer–Lähn: 28. August 1909
Löwenberg–Siegersdorf

Die Strecke von Löwenberg nach Siegersdorf nahm die preußische Staatsbahn am 20. Juli 1904 in Betrieb.

Siegersdorf–Sagan

Die Strecke von Siegersdorf nach Sagan wurde zwischen 1902 und 1905 in Betrieb genommen.

  • Siegersdorf–Lorenzdorf: 25. November 1902
  • Lorenzdorf–Neuhammer am Queis: 1. November 1904
  • Neuhammer am Queis–Sagan: 1. August 1905

Betrieb bis 1945

Die Reichsbahndirektion Breslau betrieb die Strecken Hirschberg–Siegersdorf und Siegersdorf–Sagan betrieblich als Einheit. Im Reichskursbuch vom Sommer 1939 war die Verbindung als Kursbuchstrecke 123m Sagan–Siegersdorf–Löwenberg (Schles)–Hirschberg (Rsgb) verzeichnet. Über die Gesamtstrecke liefen täglich drei Personenzugpaare durch, dazu kamen weitere Züge auf Teilstrecken. Sonntags verkehrte zusätzlich ein beschleunigter Personenzug für Ausflügler, der die 105 Kilometer lange Strecke von Sagan nach Hirschberg in 136 Minuten bewältigte.[6]

Unmittelbar am Ende des Zweiten Weltkrieges sprengte die Wehrmacht am 8. Mai 1945 die drei Tunnel bei Mauer.

Im Betrieb der PKP nach 1945

Dieseltriebzug der Baureihe SA102 in Wleń (2007)

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 liegt die Strecke auf polnischem Staatsgebiet. Betreiber der Strecke waren fortan die polnischen Staatsbahnen Polskie Koleje Państwowe (PKP). Die deutschen Betriebsstellennamen wurden durch (zunächst provisorische) polnische ersetzt. Die PKP fassten die bislang eigenständigen Strecken auch administrativ zusammen. Ausgehend von Jelenia Góra wurde die Strecke bis Żagań durchgehend neu kilometriert. Die gesprengten Tunnel bei Pilchowice wurden bis Oktober 1946 wieder aufgebaut.

Am 30. September 1991 stellten die PKP den Personenverkehr zwischen Zebrzydowa und Żagań ein. Am 20. Oktober 1994 wurde der Abschnitt Ławszowa–Żagań stillgelegt. Der Reiseverkehr zwischen Jelenia Góra und Zebrzydowa wurde hingegen noch eine Zeitlang aufrechterhalten, bis der abgängige Oberbau dessen Stilllegung erzwang. Der Reiseverkehr im Betrieb der PKP endete zwischen Lwówek Śląski und Zebrzydowa am 2. Juni 1996. Zwischen Jelenia Góra und Lwówek Śląski ging der Reiseverkehr am 4. Juli 2005 zunächst auf einen Schienenersatzverkehr über. Danach wurde die Strecke zwischen Jelenia Góra und Zebrzydowa ab 2006/2007 wieder durchgängig betrieben, wobei dann auch ein neuer Dieseltriebzug zum Einsatz kam.

Am 1. März 2011 übernahm das neu begründete, wojewodschaftseigene Eisenbahnverkehrsunternehmen Koleje Dolnośląskie (KD) den Betrieb der Reisezüge. Am 11. Dezember 2016 stellte KD den Reiseverkehr ersatzlos ein. Seitdem ist die Strecke nur noch zwischen Rakowice Żwirownia und Ławszowa für den Güterverkehr in Betrieb.

Ausblick

Zugewachsene, aber noch betriebsfähige Anlagen im Bahnhof Osiecznica Kliczków mit einem Sonderzug. (2016)

Die Wojewodschaft Niederschlesien plant die Instandsetzung und Modernisierung der Strecke zwischen Jelenia Góra und Lwówek Śląski. Im Jahr 2023 ging der betrieblich gesperrte Abschnitt zwischen Jelenia Góra und Lwówek Śląski für 30 Jahre kostenfrei in den Besitz des wojewodschaftseigenen Eisenbahninfrastrukturunternehmens Dolnośląska Służba Dróg i Kolei we Wrocławiu (DSDiK) über. Mittelfristig soll der Reiseverkehr in der Relation Jelenia Góra–Lwówek Śląski–Legnica wieder aufgenommen werden.

Die Strecke zwischen Zebrzydowa und Żagań wird mit finanziellen Mitteln des polnischen Verteidigungsministeriums instandgesetzt und wieder aufgebaut. Auch dort sollen die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des planmäßigen Schienenpersonennahverkehrs geschaffen werden. Die Arbeiten sollen bis 2026 abgeschlossen werden. Von Seiten der Woiwodschaft Lebus gibt es Überlegungen, die Strecke in das Projekt Magistrala Zachodnia („Westmagistrale“) einzubinden. Dafür wäre auch eine Elektrifizierung notwendig.[7][8]

Einzelnachweise

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