Bahnstrecke Kars–Naxçıvan
Bahnverbindung von der Türkei nach Aserbaidschan
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Die Bahnstrecke Kars–Naxçıvan ist eine geplante, internationale Bahnverbindung von der Türkei nach Aserbaidschan.
Geografische Lage
Naxçıvan ist die Hauptstadt der Autonomen Republik Nachitschewan, einer zu Aserbaidschan gehörenden Exklave, die vom Hauptteil des Landes durch Armenien getrennt ist. Die einzige Bahnstrecke, die beide Landesteile verband, war die Bahnstrecke Ələt–Culfa, die am Nordufer des Aras, aber über armenisches Gebiet verlief und auf der der Betrieb seit 1989 ruht.
Kars ist seit 1990 die östliche Betriebsspitze des türkischen Eisenbahnnetzes, nachdem der Streckenabschnitt nach Gjumri als Folge der Grenzschließung zwischen der Türkei und Armenien nicht mehr befahren wird. Kars ist zugleich Ausgangspunkt für die Bahnstrecke Kars–Tiflis, die über Georgien und die Verbindung Kars–Tiflis–Baku nach Aserbaidschan führt.
Der Oberlauf des Aras bildet auf eine längere Strecke die Grenze zwischen Armenien im Nordosten und der Türkei im Südwesten. Weiter flussabwärts grenzt auf einer Strecke von wenigen Kilometern die Türkei an Nachitschewan, bevor im weiteren Verlauf des Flusses dieser die Grenze zwischen Nachitschewan und dem Iran bildet. Es ist die einzige Stelle, an der sich Aserbaidschan und die Türkei direkt berühren.[1]
Vorgeschichte
Aserbaidschan und die Türkei fühlen sich aufgrund ähnlicher Kultur und Sprache verbunden. Zwischen diesen beiden Staaten und Armenien herrscht nach Genozid und einer Reihe von Kriegen dagegen Erbfeindschaft – Armenien verlor zuletzt den Krieg um Bergkarabach 2020 und im September 2023 eroberte Aserbaidschan das Gebiet vollständig zurück. Somit besteht in Aserbaidschan und der Türkei ein großes Interesse an Verkehrsverbindungen, die Armenien umgehen.
Vorbereitung und Bau
Anlässlich eines Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Nachitschewan unterzeichneten er und der Gastgeber, Präsident İlham Əliyev, am 25. September 2023 eine Absichtserklärung zum Bau der Bahnstrecke Kars–Naxçıvan[2], die den kurzen gemeinsamen Grenzverlauf südlich von Aralık[Anm. 1] nutzen soll, um dort die Grenze zwischen beiden Staaten parallel zur Europastraße 99 zu queren. Die Bauarbeiten begannen nach einer Quelle Anfang 2025[3], nach einer anderen fand der Erste Spatenstich am 22. August 2025 statt.[4] Die Arbeiten sollen bis 2030 abgeschlossen sein.[5]
Technische Parameter
Die Streckenlänge soll 224 km betragen, zweigleisig ausgeführt und elektrifiziert werden. Zwischen den Endpunkten sollen fünf weitere Bahnhöfe errichtet werden: Digor, Tuzlucu, Igdir, Aralik und Dilucu. Weiter werden fünf Tunnel und 13 größere Brücken erforderlich sein. Angestrebt wird eine Kapazität von 15 Mio. Tonnen Fracht im Jahr. Die Baukosten sollen 2,4 Mrd. Euro betragen.[6] In welcher Spurweite der Bau ausgeführt wird, ob in russischer Breitspur, die die Aserbaidschanische Staatsbahn verwendet, oder in der von der türkischen Eisenbahn verwendeten Normalspur und wo der auf jeden Fall erforderliche Spurwechsel stattfinden soll, wurde nicht veröffentlicht.
Anmerkungen
- Die Stadt wird in manchen Quellen auch „Borualan“ genannt (Neil Robinson: World Rail Atlas. Bd. 8: The Middle East and Caucasus. 2006. ISBN 954-12-0128-8, Tafel 48).