Bahnstrecke Pönitz–Ahrensbök

ehemalige Bahnstrecke in Schleswig-Holstein, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Pönitz–Ahrensbök verband als Stich- und Nebenbahn den Ort Ahrensbök in Schleswig-Holstein mit dem an der Hauptstrecke Kiel–Lübeck liegenden Ort Pönitz, heute ein Teil der Gemeinde Scharbeutz im schleswig-holsteinischen Kreis Ostholstein.

Weitere Informationen Pönitz (Holst)–Ahrensbök ...
Pönitz (Holst)–Ahrensbök
Zustand im Jahr 2011
Zustand im Jahr 2011
Streckennummer (DB):1111
Kursbuchstrecke (DB):114k (1954)
Kursbuchstrecke:103b (1934)
114k (1946)
Streckenlänge:8 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Strecke
von Eutin
Bahnhof
0,0 Pönitz (Holst) bis 1934 Gleschendorf
Abzweig ehemals geradeaus und nach links
nach Lübeck
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Schwartau
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
3,77 Brauner Hirsch
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
5,72 Holstendorf bis 1914 Zuckerfabrik Ahrensbök
Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)
Anschluss Ziegelwerk
Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
7,95 Ahrensbök
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Geschichte

Die Strecke war acht Kilometer lang und als Kursbuchstrecke 114k verzeichnet. Sie wurde von der Eutin-Lübecker Eisenbahngesellschaft (ELE) am 10. Mai 1886 eröffnet.

1914 gab es Planungen, die Strecke nach Bad Oldesloe zu verlängern. Die Strecke sollte durch die Gemarkungen Cashagen, Obernwohlde, Krummbek, Mönkhagen, Heilshoop, Zarpen, Rehhorst, Havighorst, Poggensee, Sehmsdorf nach Oldesloe führen. In Oldesloe war die Einführung in den bestehenden Kleinbahnhof geplant. Die Streckenlänge von Ahrensbök nach Oldesloe war mit 30,7 Kilometern angegeben. Der Erste Weltkrieg und die nachfolgende Inflation vereitelten jedoch diese Pläne.[1]

Die ELE setzte auf der Nebenstrecke zunächst zwei Bn2-Tenderlokomotiven der österreichischen Firma Krauss ein. Ab 1907 kam eine dritte Lokomotive hinzu. Diese drei Nebenbahnlokomotiven legten 1911 zusammen 61556 Nutzkilometer auf der Strecke zurück.[2.1] Die beiden erstgenannten Lokomotiven wurden 1912 durch zwei T 1 von Henschel ersetzt, die zuvor 1903 von der Stargard-Cüstriner Eisenbahn beschafft worden waren.[2.2] Die ELE setzte diese Lokomotiven bis 1926 ein. Von 1926 bis zur Verstaatlichung der ELE 1941 waren dann zwei (teilweise auch drei) Cn2-Tenderlokomotiven von Borsig bzw. Jung (Typ: "Jung Typ Pudel") im Einsatz.[2.2] Ab 1932 erfolgte zusätzlich der Einsatz eines Triebwagens der Waggonfabrik Wismar.[2.3] Die Lokomotiven erhielten von der Bevölkerung den Spitznamen „Kule Kameruner“ - „Kule“ (als Bezeichnung für einen Dackel) wegen der kleinen Räder und „Kameruner“, da 1885 im Zeichen der Kolonisierung Kameruns stand, in dessen Schutztruppe auch Ahrensböker dienten, die entsprechend mit diesen Lokomotiven zu ihrem Einsatzort aufbrachen. Der Name hielt sich für alle auf der Strecke eingesetzten Lokomotiven bis hin zu denen der Baureihen 64 und 91 der Bundesbahn.[2.1]

Bis zum 15. Mai 1934 hieß der Abzweigbahnhof Gleschendorf.

Bahnhof Ahrensbök mit Doppeltraktion (Lok Bn2t – Krauss – und Lok 13 – Henschel), etwa 1910

Anfang der 1950er Jahre eröffnete ein Autobusunternehmer einen Liniendienst zwischen Ahrensbök, Pönitz und Eutin, was zu einem erheblichen Rückgang der Fahrgastzahlen für die Nebenbahn führte und zwischen Ahrensbök und Lübeck verkehrte weiterhin ein Postbus.[2.4] Der Personenverkehr wurde am 23. Mai 1954 eingestellt. Nach der Einstellung des Güterverkehrs am 29. Mai 1988 wurde die Strecke stillgelegt. Lediglich ein rund einen Kilometer langes Reststück bis zu einem Landhandel in Untersteenrade wurde noch etwas länger bedient. Bis hier ist das Streckengleis heute noch größtenteils vorhanden, wobei jedoch im Bahnhof Pönitz kein Anschluss mehr an das übrige Streckennetz besteht. Auf dem weiterführenden Abschnitt bis Ahrensbök wurden die Gleisanlagen 1991 demontiert. Die Trasse ab Holstendorf bis Ahrensbök ist ein Wanderweg.[1]

Betrieb

1928 wies der Fahrplan hin und zurück täglich sieben Fahrten und eine zusätzliche am Sonntagabend aus. Der Fahrplan von 1952 enthielt werktags neun und sonntags drei Züge in jeder Richtung. Alle Züge führten nur die 3. Wagenklasse und waren etwa 15 Minuten unterwegs.[1]

Literatur

  • Olaf Hamelau: Die Eisenbahn in Ostholstein. Sutton-Verlag, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-589-7.
  • Hans-Harald Kloth: Die Privatbahn Eutin–Lübeck (1870–1941). Verlag Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e. V., Hamburg 1983, ISBN 3-923999-08-9, S. 45–52.
  • Susanne Peyronnet: Als der Kaiser durch Ostholstein fuhr. In: Lübecker Nachrichten. Nr. 1/2022. Lübeck 1. Januar 2022, S. 12 (ln-online.de Online-Artikel hinter Bezahlschranke).

Einzelnachweise

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