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Bahnstrecke Uelzen–Langwedel

Bahnstrecke durch die Lüneburger Heide in ost-westlicher Richtung From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Uelzen–Langwedel ist eine überwiegend eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn, welche die Lüneburger Heide in ost-westlicher Richtung erschließt. Bekannt wurde die Strecke als Teil der sogenannten Amerikalinie.

Weitere Informationen Uelzen–Langwedel ...
Uelzen–Langwedel
Regionalzug im Bahnhof Soltau (2012)
Regionalzug im Bahnhof Soltau (2012)
Streckennummer (DB):1960
Kursbuchstrecke (DB):116 (Uelzen–Bremen)
Kursbuchstrecke:187 (1934)
209 (1946)
Streckenlänge:97,4 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Streckengeschwindigkeit:80 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Zweigleisigkeit:Uelzen–Uelzen Fischerhof
Strecke
Strecke von Stendal
Abzweig geradeaus und von links
Strecke von Hannover
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
−0,390 Uelzen Gbf (Bft)
Bahnhof
0,0 Uelzen
Abzweig geradeaus und nach rechts
Strecke nach Hamburg, Strecke nach Dannenberg
Überleitstelle / Spurwechsel
2,2 Uelzen Fischerhof
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
5,1 Westerweyhe
Bahnhof
11,7 Ebstorf (Kr Uelzen)
Haltepunkt / Haltestelle
22,5 Brockhöfe
Abzweig geradeaus und von links
Strecke von Beckedorf
Bahnhof
33,6 Munster (Örtze)
Brücke über Wasserlauf
Örtze
Abzweig geradeaus und nach links
Bundeswehranschluss
ehemaliger Bahnhof
41,4 Emmingen
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)
44,8 Neubaustrecke Hannover–Hamburg (geplant)
Strecke mit Straßenbrücke
Bundesautobahn 7
Blockstelle
45,1 Soltau-Harber (Awanst)
Kreuzung geradeaus unten
Strecke Lüneburg–Soltau
Kreuzung geradeaus unten
Heidebahn Hannover–Buchholz
Brücke über Wasserlauf
Böhme
Abzweig geradeaus und von links
Heidebahn von Buchholz
Bahnhof
52,1 Soltau (Han)
Abzweig geradeaus und nach links
Heidebahn nach Hannover
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)
ehem. Strecke Neuenkirchen–Soltau
ehemaliger Bahnhof
59,9 Frielingen (Kr Fallingbostel)
ehemaliger Bahnhof
65,8 Riepholm
Blockstelle
67,5 Visselhövede Stadt (Awanst)
Abzweig geradeaus und ehemals von links
ehem. Strecke von Walsrode
Bahnhof
70,2 Visselhövede
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
ehem. Strecke nach Rotenburg (Wümme)
Kreuzung geradeaus oben (Querstrecke außer Betrieb)
Bahnstrecke Bremervörde–Walsrode
ehemaliger Bahnhof
73,8 Jeddingen
ehemaliger Bahnhof
79,1 Bendingbostel
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
87,4 Kirchlinteln (im Bau bis Dez. 2026)
ehemaliger Bahnhof
88,4 Kirchlinteln
Strecke mit Straßenbrücke
Bundesautobahn 27
Kreuzung geradeaus unten
Strecke Rotenburg–Verden
Abzweig geradeaus und von links
Strecke von Hannover
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
97,4 Langwedel
Strecke
Strecke nach Bremen
Schließen

Geschichte

Länderbahnzeit

Die „Bremer Staatsbahn“ wurde ursprünglich vom Bremer Senat errichtet und 1873 eröffnet.

Der Bau wurde anfänglich durch den Ingenieur Rudolph Berg geleitet, der 1872 zum Oberbaurat in Bremen ernannt wurde.[1] Die Linie führt vom niedersächsischen Langwedel nach Osten durch die Lüneburger Heide nach Uelzen. In Langwedel schloss sie an die Eisenbahnstrecke nach Wunstorf an, die je zur Hälfte Bremen und Hannover gehörte und von den Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen betrieben wurde. Die auf dem Abschnitt Langwedel–Uelzen erwirtschafteten Gewinne wurden zunächst im Verhältnis zwei (Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft, die die Amerikalinie betrieb) zu eins (Bremen) geteilt, bis der Betrieb durch Preußen übernommen wurde. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts rückte die Strecke als kürzeste Verbindung Berlins mit dem Flottenstützpunkt Wilhelmshaven in den Blickpunkt, weshalb mehrere Kasernen und Truppenübungsplätze in Munster (Örtze) eingerichtet und die Strecke 1904–1906 zweigleisig ausgebaut wurde.

Reichsbahnzeit

In der Zwischenkriegszeit verkehrten weiter einzelne Schnellzüge zwischen Berlin und Wilhelmshaven sowie Norddeich über diese Bahnstrecke. Im Zweiten Weltkrieg waren die Bahnhöfe wiederholt Ziele von Luftangriffen. Ende der 1930er Jahre kam es im Bereich eines inzwischen nicht mehr existierenden Bahnübergangs bei Walle (Landkreis Verden, heute auch Stadt Verden) – heute ist hier eine Überführung der B 215 über die Bahnstrecke – zu einer Kollision eines Omnibusses mit dem Zug Adolf Hitlers, bei der mehrere Menschen starben. Der Führerzug setzte nach kurzem Aufenthalt in Kirchlinteln seine Fahrt fort.[2] Im Februar 1945 wurde bei einem Luftangriff nahe den Ortschaften Scharnhorst und Walle ein Flüchtlingszug zerstört, wobei es zahlreiche Todesopfer gab. Die Strecke war zwischen zurückweichenden Wehrmachtverbänden und der vorrückenden britischen Armee heftig umkämpft.

Bundesbahnzeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verbindung durch die Lüneburger Heide schrittweise bis 1987 zu einer eingleisigen Nebenbahn zurückgebaut und einige Haltepunkte und Bahnhöfe für den Personenverkehr geschlossen, daneben wurden auch viele Güterverkehrsanlagen aufgehoben. 1987 wurden die meisten wärterbedienten Schranken durch automatische Bahnübergangssicherungsanlagen ersetzt.

Heutige Situation

Streckenverlauf

Baulicher Zustand

Auch nach dem Fall der Mauer befindet sich die Verbindung als nicht elektrifizierte Strecke von geringer Bedeutung im Bestand der DB Netz. Sie wurde bisher kaum modernisiert. So finden sich zwischen Langwedel und Uelzen viele für Eisenbahnfreunde attraktive Bauwerke wie beispielsweise alte Stellwerksanlagen, Telegrafenmasten, Formsignale und Empfangsgebäude.

Sanierung

Im Frühjahr 2009 wurden Sanierungsarbeiten an der Trasse zwischen Langwedel und Soltau abgeschlossen, die seit den 1990er Jahren immer wieder aufgeschoben worden waren. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hatte der Deutschen Bahn unter Fristsetzung angedroht, den Betrieb zwischen Langwedel und Soltau ganz zu untersagen. Daraufhin wurde der Zugverkehr im Winterfahrplan 2008/2009 bis zum Februar zwecks umfassender Arbeiten an der Strecke und im Bahnhof Visselhövede unterbrochen. Diese Baumaßnahmen dienten der Existenzsicherung der Strecke.

Die Bedeutung der Strecke steigt heute wieder. Das liegt zum einen am neuen Tiefwasserhafen JadeWeserPort und zum anderen an den weiter steigenden Gütermengen der Bremer Häfen, für die diese Strecke eine direkte Verbindung in Richtung Osten/Südosten darstellt. Aus diesem Grund wurde in der zweiten Jahreshälfte 2012 die bis dahin bei der Instandhaltung vernachlässigte Strecke zwischen Langwedel und Soltau gesperrt, um umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, unter anderem 36 km Gleiserneuerung.

Im Frühjahr 2013 wurde der Abschnitt zwischen Soltau und Ebstorf ebenfalls umfangreich saniert, so dass das Gleis jetzt auf ganzer Länge inklusive aller Bahnhofsgleise in Visselhövede, Soltau, Munster und Ebstorf erneuert wurde.

Personenverkehr

Hundertwasserbahnhof Uelzen
Bahnhof Visselhövede

Personenverkehr fand bis zum Dezember 2008 in Form eines durch die DB Regio betriebenen, nicht durchgehend vertakteten Regionalbahnverkehrs der Relation Uelzen–Bremen statt. Im Fahrplanjahr 2009 verkehrten die Regionalbahnen für ein Jahr nur noch zwischen Uelzen und Langwedel, wo in Richtung Bremen umgestiegen werden musste. Begründet wurde diese Angebotseinschränkung mit verschiedenen Baumaßnahmen.

Die Strecke kam bis zur Aussetzung der Wehrpflicht in den Genuss bescheidenen Fernverkehrs: Bundeswehr-Intercitys aus Köln, nach 1990 aus Leipzig, IC 1960 ab / bis Munster von Berlin, fuhren für Rekruten, die am Wochenende Urlaub hatten.

Die Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE) hatte 2011 die Ausschreibung für das Heidekreuz, den Verkehr Bremen–Uelzen und Buchholz–Hannover, gewonnen. Die neu gegründete Tochtergesellschaft Erixx übernahm zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 für acht Jahre den Betrieb, der bis 2021 verlängert wurde. Bis auf wenige abschnittsweise Ausnahmen zu werktäglichen Hauptverkehrszeiten wurde ein Zweistundentakt gefahren. Ab dem 12. Dezember verkehrte die DB-Regio-Tochter Regionalverkehre Start Deutschland, die die Ausschreibung gewonnen hatte, mit denselben Triebzügen und ebenfalls im Zweistundentakt, dabei von Uelzen nach Bremen die erste Fahrt erst eine Stunde vor der zweiten. Die planmäßige Fahrzeit zwischen Uelzen und Bremen liegt in der Regel bei 126 Minuten (zum Vergleich, über Harburg in Verbindung von Nah- und Fernverkehrszügen etwa 100 min). Zum 1. August 2026 wurde die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH aufgelöst und in die DB Regio AG integriert. Die Marke Start wird seitdem nicht mehr genutzt.

Güterverkehr

Der nur geringfügige Güterverkehr, der Holztransportzüge, Übergaben an einen Visselhöveder Mineralölhändler sowie Containerzüge umfasst, wird durch die Osthannoverschen Eisenbahnen und DB Cargo betrieben. Selten gelangen auch Fahrzeuge der Mittelweserbahn oder der Verden-Walsroder Eisenbahn auf die Strecke. Bis 2019 befuhren auch Containerzüge (z. B. Enercon-Windradzüge) die Strecke. Zu besonderen Manövern wird die Amerika-Linie für NATO-Truppentransporte genutzt.

Planungen

Die Strecke soll für den Güterverkehr besonders als Anschluss zum JadeWeserPort elektrifiziert und ausgebaut werden.[3] Das Projekt war bereits im Bundesschienenwegeausbaugesetz 2004 enthalten.

Der Abschnitt Tadel (zwischen den aufgelassenen Bahnhöfen Jeddingen und Bendingbostel)–Langwedel hätte als Teil der Y-Trasse Hannover–Bremen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr zweigleisig ausgebaut werden sollen. Anstelle der Y-Trasse wurde jedoch das Projekt Optimiertes Alpha-E + Bremen in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen. Im Zuge dessen ist eine Elektrifizierung und ein Ausbau der gesamten Strecke zwischen Uelzen und Langwedel vorgesehen.[4]

Im dritten Gutachterentwurf des Deutschlandtakts war ein abschnittsweiser zweigleisiger Ausbau sowie zusätzliche Kreuzungsbahnhöfe vorgesehen. Dafür waren, zum Preisstand von 2015, Investitionen von 110 Millionen Euro vorgesehen. Für weitere 55 Millionen soll eine niveaufreie Anbindung der Strecke im Bahnhof Langwedel entstehen.[5][6] Zur Umsetzung des Deutschlandtakts soll ebenfalls die Höchstgeschwindigkeit der Strecke auf 100 km/h angehoben werden. Zwischen Kirchlinteln und Bendingbostel ist ein Begegnungsabschnitt geplant.[7] Die Ergebnisse der Vorplanung wurden im Oktober 2024 vorgestellt. Im Anschluss wurde mit der Vorbereitung der parlamentarischen Befassung durch den Bundestag begonnen,[8] die im Verlauf des Jahres 2025 angestoßen werden sollte.[9] Die Deutsche Bahn rechnet mit dem Abschluss aller Planungen inklusive der Planfeststellung für Anfang der 2030er-Jahre und einem Baubeginn Mitte der 2030er-Jahre.[10]

In Kirchlinteln wird ein neuer Haltepunkt für den Personenverkehr eingerichtet. Man plant hierfür einen im Vergleich zum früheren Bahnhof zentraleren Standort („Kirchlinteln-Ort“).[11][12] Dieses wurde am 28. März 2019 zwischen dem Land Niedersachsen, der LNVG und der DB vereinbart.[13] Im Juli 2025 erteilte das Eisenbahn-Bundesamt den Planfeststellungsbeschluss für den Bau des Haltepunkts.[14] Im April 2026 begannen die Bauarbeiten. Die Inbetriebnahme soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 erfolgen.[15][16]

In Visselhövede wurde gelegentlich eine Schließung der Bahnstation und die Einrichtung eines weiter östlich gelegenen, innenstadtnäheren Haltepunktes angeregt.

Fahrzeuge

Auf der Strecke waren früher regelmäßig die Baureihen 03 und 50 anzutreffen, die unter anderem in Uelzen stationiert waren. Insgesamt gilt die Verbindung als eine der am längsten regulär mit Dampflokomotiven befahrenen Verbindungen in Westdeutschland.

Ferner traf man bei Nahverkehrszügen direkt nach dem Krieg auf dampflokbespannte Züge sowie auf den Wittfelder Akkumulatortriebwagen. Diese wurden später durch Schienenbusse der Baureihe 798 und Vorserien-Triebwagen der Baureihe 628.0 ersetzt. In den 1980er und 1990er Jahren verkehrten regelmäßig die Baureihen 216 und 624 sowie die Baureihen 218 oder vereinzelt 212 vor lokbespannten Eilzügen.

Bis zum 10. Dezember 2005 fuhren Triebwagen der Baureihe 634, im Dezember 2008 endete der Einsatz der Triebwagen der Baureihe 614, mit dem Fahrplanwechsel Dezember 2011 wurden auf der Strecke auch die Dieseltriebwagen der Baureihen 628.2 und 628.4 abgelöst.

Derzeit verkehren Triebwagen vom Typ Alstom Coradia LINT. Eisenbahnverkehrsunternehmen war die Erixx GmbH. Vor den bis zum Fahrplanwechsel 2013 verkehrenden Intercity-Zügen zwischen Munster und Uelzen wurde die Baureihe 218 eingesetzt. Im Güterverkehr findet man gelegentlich die mit Red Tiger beschrifteten Streckendiesellokomotiven der Baureihe ADtranz DE-AC33C vor Holz- und Containerzügen sowie die Baureihen MaK G 1202 BB, MaK G 1204 BB oder MaK G 1205 BB vor kleineren Übergabezügen der OHE.

Siehe auch

Einzelnachweise

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