Ballad of a Small Player
Film von Edward Berger (2025)
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Ballad of a Small Player ist ein Mystery-Thriller von Edward Berger. Der Film mit Colin Farrell und Tilda Swinton in den Hauptrollen ist eine deutsch-britische Koproduktion und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lawrence Osborne. Ballad of a Small Player feierte Ende August beim Telluride Film Festival seine Premiere, wurde im September 2025 beim Toronto International Film Festival gezeigt und kam Mitte Oktober 2025 in die deutschen Kinos. Ende Oktober 2025 wurde Ballad of a Small Player in das Programm von Netflix aufgenommen.
| Film | |
| Titel | Ballad of a Small Player[1] |
|---|---|
| Originaltitel | The Ballad of a Small Player |
| Produktionsland | Vereinigtes Königreich, Deutschland |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 101 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Edward Berger |
| Drehbuch | Rowan Joffé |
| Produktion | Edward Berger, Mike Goodridge, Matthew James Wilkinson |
| Musik | Volker Bertelmann |
| Kamera | James Friend |
| Schnitt | Nick Emerson |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
Handlung
Brendan Reilly war als Vermögensverwalter in London tätig, bis er sich mit einer knappen Million Pfund aus dem Vermögen einer ältlichen Klientin nach Macau absetzte. Hier residiert er als „Lord Doyle“ in einer Suite eines Tophotels, zunehmend isoliert und abhängig von Alkohol, Aberglauben und dem Nervenkitzel des Glücksspiels. Bei Einsetzen der Filmhandlung hat er praktisch die gesamte Unterschlagungssumme in den luxuriösen Casinos der Stadt verspielt. Mit einem letzten kleinen Bündel Banknoten versucht er sein Glück am Baccara-Tisch, um den Zusammenbruch seiner Illusion hinauszuzögern.
Reilly verfällt in eine Serie rücksichtsloser Wetten, überzeugt davon, dass ihm das Glück hold ist. Sein Verhalten erregt stillschweigende Aufmerksamkeit bei Casinoangestellten und wohlhabenden Stammgästen, doch seine angenommene Identität schützt ihn zunächst vor genauerer Betrachtung. Reilly ignoriert Warnungen vor Inkassobüros und Kredithaien, die verzweifelte Spieler ausbeuten. Während seine Ersparnisse schwinden, schwankt Reilly zwischen euphorischen, unwahrscheinlichen Erfolgen und verheerenden Verlusten, die ihn an den Rand des Ruins bringen. In einer besonders katastrophalen Phase glaubt Reilly, sein Glück sei am Ende. Mit wachsenden Schulden und schwindenden Mitteln versucht er weiterhin sein Glück an den Baccara-Tischen. Dort begegnet Reilly Dao Ming, einer geheimnisvollen Kreditvermittlerin.
Nachdem einer ihrer verzweifelten Klienten in den Tod gesprungen ist, tröstet Reilly sie. Von Schuldgefühlen geplagt, bringt Dao ihn am ersten Abend des Geisterfestes zu einem Tempel auf dem Wasser. Obwohl sie befürchtet, ihr eigenes Glück sei aufgebraucht, glaubt Reilly, dass sich sein Schicksal zu beider Gunsten wenden kann. Doch er wacht allein auf – mit einer Zahl auf der Hand.
Reillys Pechsträhne hält an, und er wird von der Ermittlerin Cynthia Blithe aufgespürt. Sie gibt ihm bis zum nächsten Tag Zeit, die veruntreuten Gelder zurückzuzahlen, andernfalls wird er abgeschoben und vor Gericht gestellt. Da er Dao nicht finden kann, wendet er sich an den ebenfalls im Ausland lebenden Betrüger Adrian Lippett, nur um festzustellen, dass dieser mit Blithe zusammenarbeitet. Daraufhin denkt er an Selbstmord. Immer verzweifelter und verwirrter, isst Reilly in einem Restaurant, das er sich eigentlich nicht leisten kann, während er ängstlich die Frist abwartet. Scheinbar trifft er dort Dao wieder, als er einen Herzinfarkt erleidet.
Reilly erwacht in einem Hausboot auf der Insel Lamma, wo Dao ihn gesund pflegt. Sie kommen sich näher, während sie einander ihre tiefsten Sorgen anvertrauen, und sie deutet an, dass sie Seelenverwandte sind. Allein gelassen, erkennt Reilly, dass die Zahl auf seiner Hand die Kombination für Daos verschlossenen Schuppen ist, wo er Säcke mit Geld entdeckt, die unter Wasser liegen.
Reilly kann nicht anders, als das Geld in den Casinos zu verspielen und erlebt dort eine unglaubliche Glückssträhne. Er begleicht seine Hotelschulden, doch sein Erfolg führt wegen Betrugsverdachts zu einem Hausverbot in allen Casinos von Macau.
Reilly überzeugt den Manager seines Hotels, ihn eine letzte Wette von 8 Millionen Dollar in einer einzigen Baccara-Partie platzieren zu lassen. Er drängt Blithe, das Geld, das er ihrer Klientin schuldet, für ihr neues Leben zu nehmen. Unerwartet mischt sich Lippett, der sich als italienischer Prinz ausgibt, in sein Spiel ein, um Reillys Einsatz zu überbieten. Doch Reilly gewinnt. Er übergibt Blithe die Rückzahlung und einen Kuss und macht sich mit seinem Gewinn auf die Suche nach Dao. Die ebenfalls spielfreudige Großmutter Daos bietet ihm ein Spiel mit einer Quote von 100:1 an, doch er lehnt ab. Daraufhin enthüllt sie ihm, dass Dao sich in der ersten Nacht des Festivals ertränkt hat.
Reilly erkennt nun, dass seine Begegnungen mit Dao Halluzinationen waren, lässt seine Glückshandschuhe zurück und kehrt zum Tempel zurück, wo er sein gesamtes Geld als Opfergabe verbrennt. Am Ufer des Wassers, inmitten des Feuerwerks, erscheint sein Spiegelbild als Dao selbst, und Reilly wird weiterhin von ihrem Geist heimgesucht. Während des Abspanns tanzen er und Blithe einen surrealen Tanz im Ballsaal des Hotels.
Literarische Vorlage
Der Film basiert auf dem Roman The Ballad of a Small Player von Lawrence Osborne aus dem Jahr 2014.[3] Der Protagonist des zweiten Romans des Briten ist den meisten Menschen in der Welt des Glücksspiels als Lord Doyle bekannt. In Wirklichkeit ist er jedoch der Sohn eines Staubsaugerverkäufers aus Croydon. Weil er Schulden hat, versteckt er sich in Macau, dem Las Vegas Asiens.[4]
Produktion
Filmstab

Regie führte Edward Berger. Schon seine letzten beiden Filme Im Westen nichts Neues von 2022, der bei der Oscarverleihung 2023 unter anderem als bester internationaler Film ausgezeichnet wurde, und Konklave von 2024 waren Literaturverfilmungen.[5] Osbornes Roman wurde von dem Briten Rowan Joffé für den Film adaptiert.[6] Er schrieb zuletzt die Drehbücher für Filme wie The Informer von Andrea Di Stefano und Locked In von Nour Wazzi.
Mit Filmeditor Nick Emerson arbeitete Berger bereits für Konklave zusammen. In der Vergangenheit war Emerson für Filme wie Lady Macbeth und Eileen von William Oldroyd, Film Stars Don’t Die in Liverpool von Paul McGuigan, Greta von Neil Jordan und Emma von Autumn de Wilde tätig.
Der Film wird von Netflix produziert.[3]
Besetzung und Kostüme
Der Ire Colin Farrell spielt in der Hauptrolle den Glücksspieler Lord Doyle. Die Schottin Tilda Swinton spielt Cynthia Blithe.[5] Weiter auf der Besetzungsliste finden sich Jason Tobin und Fala Chen.[3][7][5][8] Das Casting übernahmen Nina Gold und Martin Ware.
Für die Kostüme zeichnete Lisy Christl verantwortlich, die ebenfalls bereits für Konklave tätig und für diese Arbeit für den Oscar nominiert war.[9]
Synchronisation
Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Christian Kähler und der Dialogregie von Axel Malzacher im Auftrag der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH in Berlin.[10]

| Darsteller | Synchronsprecher | Rolle |
|---|---|---|
| Colin Farrell | Florian Halm | Brendan Reilly / 'Lord Doyle' |
| Deannie Ip | Jie Zhao-Freitag | Großmutter |
| Alex Jennings | Bernd Vollbrecht | Adrian Lippett |
| Anthony Wong | Lutz Schnell | Alfred Da Souza |
| Tilda Swinton | Elisabeth Günther | Cynthia Blithe |
| Fala Chen | Julia Kaufmann | Dao Ming |
| Ivan Poon | Axel Malzacher | Etagenmanager |
| Alan K. Chang | Marco Eßer | Portier Kai |
Dreharbeiten
Die Dreharbeiten fanden im Juli und August 2024 in Macau statt.[11] Dort drehte man in den Kasinos und lebhaften Vierteln der Region. Berger zeigte sich von der dortigen architektonischen Mischung von Kolonialhäusern und modernen Hochhäusern angetan.[12] Mit dem britischen Kameramann James Friend arbeitete der Regisseur bereits für Im Westen nichts Neues zusammen. Er wurde hierfür ebenfalls mit einem Oscar ausgezeichnet.
Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung
Die Filmmusik komponiert Volker Bertelmann, der mit Berger bereits für Patrick Melrose, Your Honor, Im Westen nichts Neues und Konklave zusammengearbeitet hatte.[13][14][9]
Erstes Bildmaterial wurde Mitte Juli 2025 vorgestellt, ein erster Trailer Mitte August 2025.[6][15] Die Premiere von Ballad of a Small Player war am 29. August 2025 beim Telluride Film Festival.[16] Ab 8. September 2025 wurde der Film beim Toronto International Film Festival und im weiteren Verlauf des Monats beim Zurich Film Festival gezeigt, wo Hauptdarsteller Colin Farrell mit dem Golden Icon Award geehrt wurde.[17][18] Am 29. September 2025 wurde er beim Filmfest Hamburg gezeigt.[19] Im Oktober 2025 erfolgten Vorstellungen beim London Film Festival.[20] Am 15. Oktober 2025 kam der Film in die US-amerikanischen und am darauffolgenden Tag in die deutschen Kinos und ist seit dem 29. Oktober 2025 bei Netflix verfügbar.[6][9]
Rezeption
Altersfreigabe und Kritiken
In den USA erhielt der Film ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[21] In Deutschland wurde der Film von der FSK bereits ab 12 Jahren freigegeben.
Die Kritiken fielen gemischt aus. Basierend auf der Auswertung von 149 Rezensionen weist Rotten Tomatoes eine Positivquote von 48 Prozent aus.[22]
Auszeichnungen
Make-Up Artists and Hair Stylists Guild Awards 2026
- Nominierung für die Besten zeitgenössischen Frisuren (Heike Merker und Alex Kwan)[23]
San Sebastian International Film Festival 2025
- Nominierung im Wettbewerb um die Goldene Muschel[24]
Literatur
- Lawrence Osborne: The Ballad of a Small Player. ISBN 978-0099599685
Weblinks
- Ballad of a Small Player bei IMDb
- Ballad of a Small Player bei crew united
- Ballad of a Small Player im Programm des Toronto International Film Festivals (englisch)
- Ballad of a Small Player – Official Teaser von Netflix bei YouTube (Video, englisch)