Ballum Sluse
Siel in Dänemark
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Die Ballum Sluse (deutsch „Schleuse Ballum“) ist ein Siel in Dänemark. Es liegt am Auslauf des Flusses Brede Å (deutsch Breder Au) in das Wattenmeer und schützt zusammen mit dem Ballum-Astrup-Deich die dahinterliegende Ballummarsch vor Überschwemmungen bei Sturmfluten.
| Ballum Sluse | ||
|---|---|---|
Außenseite des Ballumer Siels | ||
| Lage | ||
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| Koordinaten | 55° 7′ 51″ N, 8° 41′ 9″ O | |
| Land: | ||
| Ort: | Skærbæk | |
| Gewässer: | Brede Å | |
| Daten | ||
| Bauzeit: | 1914–1915 | |
| Betriebsbeginn: | 1915 | |
| Schleuse | ||
| Typ: | Entwässerungsschleuse | |
| Wird gesteuert von: | automatisch vom Wasserstand | |
| Sonstiges | ||
Zur Gesamtanlage gehört auch der nahegelegene Ballum Slusekro. Das Siel liegt in der Tønder Kommune (bis 2007 Bredebro Kommune) etwa 3 km südlich des Rømødamms.[1][2]
Der 560 km lange Fahrradweg Vestkystruten verläuft direkt hinter dem Deich am Siel vorbei.[3]
Geschichte
Das Siel im damals zu Deutschland gehörenden Nordschleswig wurde nach den Plänen des Deichingenieurs Hinrichs aus Dithmarschen[4] gebaut, die Ausführung übernahm das Bauunternehmen Philipp Holzmann. Der Bau begann 1914, verzögerte sich jedoch aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs im selben Jahr. Große Teile der Bauarbeiten wurden von französischen und russischen Kriegsgefangenen verrichtet. 1915 war das eigentliche Sielbauwerk fertiggestellt. Im Jahr 1920 kam das Gebiet nach der Volksabstimmung in Schleswig 1920 zurück an Dänemark.
Bereits seit 1786 bestand eine Fährverbindung von Bådsbøl-Ballum nach Rømø. 1898 gründete Pastor Jacobsen in Lakolk auf Rømø ein Badehaus und verlegte die Fähre nach Skærbæk Brohoved an der alten Mündung des Brede Å. Badegäste aus Deutschland kamen mit der Bahn nach Scherrebek und wurden mit der Pferdekutsche zur Fähre gebracht. Die Dampfschiffsreederei Scherrebek transportierte die Passagiere mit dem kleinen Schiff Röm nach Kongsmark auf Rømø. Nach dem Bankrott von Pastor Jacobsen wurde die Fährverbindung nach Højer verlegt, von wo aus 1909 der regelmäßige Fährverkehr nach Rømø aufgenommen wurde.[5]
Später führte die Strecke wieder ab Bådsbøl-Ballum, bis nach der Volksabstimmung an der neugebauten Ballum Sluse eine Anlegestelle eingerichtet wurde. Von dort bestand ab 1923 eine Fährverbindung nach Rømø, die bis zur Eröffnung des Damms 1948 in Betrieb war.[6]
2018 wurde erwogen, das Siel mit einer Hochwasserpumpe zu unterstützen, um bei länger geschlossenen Sieltoren das binnenseitig gestaute Wasser in die Nordsee zu pumpen. Die Versuche waren nicht erfolgversprechend.[7]
Ballum-Astrup-Deich
Schon Ende des 18. Jahrhunderts war geplant, Deiche zum Schutz der Ballummarsch, des Gebiets zwischen Astrup Banke im Norden und Hjerpsted Bakkeø im Süden, zu errichten. Dort sind noch Überreste des nord-südlich verlaufenden, vermutlich im 15. Jahrhundert errichteten Sommerdeichs unmittelbar westlich von acht ehemaligen Warften entlang des ursprünglichen Verlaufs des Brede Å zu finden. Mit Errichtung der Ballum Sluse wurde der Lauf des Flusses zum Siel hin umgelegt.[4]
Im Zuge der Gemeinheitsteilung in den 1830er Jahren zeigte sich der Nachteil des fehlenden Deiches: Neue Anlagen wie Straßen, Brücken und Windmühlen blieben ungeschützt vor Hochwasser und Sturmfluten. Zwar wurden kleinere Sommerdeiche errichtet, diese boten jedoch keinen hinreichenden Schutz.
Nach einer Sturmflut 1904 griff der neue Landrat Friedrich Rogge in Tondern den Plan erneut auf. Weitere Sturmfluten 1909 und 1911 beschleunigten die Umsetzung. Vor Ort setzte sich insbesondere der spätere Deichgraf Kresten Jensen für das Projekt ein. 1914 wurde ein Deichverband für den Ballum-Astrup-Deich gegründet, die Ausschreibung erfolgte ebenfalls noch im selben Jahr, in dem auch der Bau begann. Jedoch behinderten Sturmfluten und der Arbeitskräftemangel während des Ersten Weltkriegs die Fertigstellung erheblich. Französische und russische Kriegsgefangene wurden für den Bau eingesetzt und lebten in einer Baracke am Deich. 1919 wurde das Deichbauwerk schließlich fertiggestellt.[8][9][10]
Der Deich ist etwa 10 km lang und 6,2 m hoch.[4]
Ende 2023 wurden 26 Mio. DKK für die Erhöhung des Deiches und eine Abflachung des Profils zum Wattenmeer hin bewilligt. Die Arbeiten sollen 2025 und 2026 ausgeführt werden.[11]
Denkmalschutz
Slots- og Kulturstyrelsen bewertet Ballum Sluse, den Ballum-Astrup-Deich und die Ballum Slusekro als Erhaltenswerte Gebäude und Umgebungen (dänisch Bevaringsværdige bygninger og miljøer).[12]
Galerie
Weblinks
- Ballum Sluse. In: graenseforeningen.dk. Abgerufen am 23. September 2025 (dänisch).
- Ballum Sluse. In: historiskatlas.dk. Abgerufen am 23. September 2025 (dänisch).

