Balthasar Poertner
deutscher römisch-katholischer Militärgeistlicher
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Balthasar Poertner (* 20. Oktober 1859 in Salz, Herzogtum Nassau; † 27. November 1941 in München-Pasing) war ein deutscher römisch-katholischer Militärgeistlicher.
Leben
Bathasar Poertner besuchte das Gymnasium in Montabaur bis zum Abitur 1880. Ab dem Wintersemester 1880/81 studierte er katholische Theologie, zunächst ein Jahr in Bonn, dann 15 Monate am Lyzeum in Dillingen und schließlich sechs Monate in München. Am 7. August 1884 wurde er vom Bischof von Augsburg zum Priester geweiht, anschließend war er sechs Jahre lang als Kaplan im Bistum Limburg tätig, in Niederzeuzheim, Münster, Limburg, Eschhofen (1887/88 Pfarrverweser), Montabaur und Villmar. 1890 setzte er seine Studien für drei Semester an der Akademie in Münster fort und wurde dort 1893 zum Dr. theol. promoviert. Studienaufenthalte folgten in London, Paris, Barcelona und Rom. 1894 begann er seine Laufbahn als Militärgeistlicher als Divisionspfarrer in Düsseldorf, ab 1898 in Straßburg und ab 1901 in Mülhausen. 1912 wurde er Militäroberpfarrer des I. und XX. Armeekorps in Allenstein (Ostpreußen), von 1914 bis 1916 war er als Feldgeistlicher im Krieg tätig. 1919 trat er in den Ruhestand, den er in München-Pasing verlebte.
Er widmete sich der Ägyptologie und publizierte auf diesem Gebiet, ohne dass jedoch bekannt wäre, wo und wann er dieses Fach studiert hat.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Autorität der deuterocanonischen Bücher des Alten Testamentes nachgewiesen aus den Anschauungen des palästinischen und hellenistischen Judentums. Aschendorff, Münster 1893 (Dissertation mit Lebenslauf; Digitalisat).
- Das biblische Paradies. Eine exegetische Studie. In: Der Katholik. Band 81, 1901, S. 202–219. 290–305 (auch separat).
- Der gute Kamerad. Ein Wegweiser für die Militärdienstzeit. Kirchheim, Mainz 1900, 5. Auflage 1901
- Aegyptische Grabsteine und Denksteine aus süddeutschen Sammlungen. Schlesier & Schweikhardt, Straßburg
- Band 1: mit Wilhelm Spiegelberg: Karlsruhe, Mülhausen, Strassburg, Stuttgart. 1902 (Digitalisat).
- Band 2: mit Karl Dyroff: München. 1904 (Digitalisat).
- Band 3: mit Alfred Wiedrmann: Bonn, Darmstadt, Frankfurt a. M., Genf, Neuchâtel. 1906 (Digitalisat).
- Aegyptische Grabsteine und Denksteine aus Athen und Konstantinopel. Schlesier & Schweikhardt, Straßburg 1908 (Digitalisat).
- Die ägyptischen Totenstelen als Zeugen des sozialen und religiösen Lebens ihrer Zeit. Schöningh, Paderborn 1911.
- Der deutsche Soldat. Wegweiser für die Militärdienstzeit. Liebel, Berlin 1913.
- Briefe eines Feldgeistlichen vom Kriegsschauplatz. In: Hochland. Band 11, 1914, S. 722ff.; 12, 1914, S. 97ff., 234ff., 347ff., 471ff.
- Geschichte Ägyptens in Charakterbildern (= Sammlung Koesel. Band 104). J. Kösel & F. Pustet, München 1926.
- Der gegenwärtige Forschungsstand der Ägyptologie. In: Hochland. Band 24, 1927, S. 399–405.
Literatur
- Hans Jürgen Brandt, Peter Häger (Hrsg.): Biographisches Lexikon der Katholischen Militärseelsorge Deutschlands 1848 bis 1945. Bonifatius-Verlag, Paderborn 2002, ISBN 3-89710-212-9, S. 617.
- Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage, Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992, ISBN 3-922244-90-4, S. 616.
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Poertner, Balthasar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher römisch-katholischer Militärgeistlicher |
| GEBURTSDATUM | 20. Oktober 1859 |
| GEBURTSORT | Salz (Westerwald), Herzogtum Nassau |
| STERBEDATUM | 27. November 1941 |
| STERBEORT | München-Pasing |