Bamlach

Ortsteil von Bad Bellingen, Baden-Württemberg, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Bamlach ist seit 1. Januar 1975 ein Ortsteil der Gemeinde Bad Bellingen im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg.

Schnelle Fakten Gemeinde Bad Bellingen ...
Bamlach
Gemeinde Bad Bellingen
Wappen von Bamlach
Koordinaten: 47° 43′ N,  33′ O
Fläche: 4,38 km²[1]
Einwohner: 980 (15. Mai 2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 224 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Eingemeindet nach: Bad Bellingen
Postleitzahl: 79415
Vorwahl: 07635
Karte
Lage von Bamlach im Gemeindegebiet
Bädermuseum Bamlach
Bädermuseum Bamlach
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Geschichte

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung des Ortes datiert von 1130, wo der Ort mit Bamenanc bezeichnet wird.[3] Bamlach gehörte von 1417 bis 1805 den Freiherren von Rotberg, die wiederum zu den Breisgauer Landständen gehörten. 1805 kam der Ort mit dem gesamten ehemals vorderösterreichischen Breisgau an das Großherzogtum Baden, das den bis dahin grundherrlichen Ort Bamlach 1810 seinem Bezirksamt Kandern zuordnete.[4] Nach Auflösung des Kanderner Bezirksamtes (1819) kam Bamlach zum Bezirksamt Müllheim. Mit der Auflösung des Landkreises Müllheim am 1. Januar 1973 wurde Bamlach dem Landkreis Lörrach zugeordnet.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
 1852689
 1871575
 1880509
 1890464
 1900401
 1910365
JahrEinwohner
 1925449
 1933530
 1939508
 1950477
 1956528
 1961521
JahrEinwohner
 1970570
 2019906
 2020956
 2021929
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Quellen: 1852–1970 Tabelle auf Landeskunde entdecken online – leo-bw[5]; 2019 Informationsbroschüre der Gemeinde[6]; 2020–2021 Amtsblatt Bad Bellingen. Daten der Gemeinde Bad Bellingen[7]

Religion

Aufgrund der historischen Zugehörigkeit zu Vorderösterreich ist noch immer der überwiegende Anteil der Bevölkerung katholisch und gehört zur Seelsorgeeinheit Schliengen im Dekanat Breisach-Neuenburg der Erzdiözese Freiburg.[8] Die Evangelischen Christen der Evangelischen Landeskirche in Baden werden von der Pfarrei Bad Bellingen betreut.[9]

Politik

In der Gemeinde Bad Bellingen gibt es keinen Ortsvorsteher und keine Ortschaftsräte. Die Wahl des Gemeinderates erfolgt als unechte Teilortswahl, wobei dem Ortsteil Bamlach drei der insgesamt 15 Gemeinderatssitze zustehen.[10]

Wappen

Blasonierung: „In gespaltenem Schild vorn in Rot ein gerauteter silberner Schrägbalken, hinten in Gold ein schwarzer Balken.“[11] 1895 schlug das Generallandesarchiv Karlsruhe auf Wunsch der Gemeinde das Wappen in der heutigen Form vor. Mit den Elementen der Wappen der einstigen Herrengeschlechter der Schaler[12] und der Freiherren von Rotberg spiegelt das Wappen die ehemaligen Besitzverhältnisse wider.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

St. Petrus und Paulus
Wallfahrtskapelle Maria Hügel

Bauwerke

Pfarrkirche St. Petrus und Paulus

Die katholische Pfarrkirche St. Petrus und Paulus hat noch einen Turm aus dem 14. oder 15. Jahrhundert, während das Langhaus auf dem Platz älterer Bauten 1890 eingeweiht wurde. Die Kirche gehört zur Seelsorgeeinheit Schliengen.

Wallfahrtskapelle Maria Hügel

Die Wallfahrtskapelle Maria Hügel wurde 1866 über einer frei stehenden, älteren Marienstatue auf dem Kapellenberg (355 m) erbaut und 1937 gründlich renoviert. 1945 fiel sie einem Artilleriebeschuss zum Opfer, wobei auch die Marienstatue zerstört wurde. Nach dem Krieg wurde an derselben Stelle mit freiwilliger Arbeit und Spenden eine neue Kapelle errichtet, die am 18. Mai 1952 eingeweiht wurde. Sie besteht aus einem rechteckigen Langhaus mit flacher Holzdecke, dem sich der Chor anschließt. Auf dem südlichen Ende des Satteldaches sitzt ein Dachreiter.[13] Die zerstörte Marienstatue wurde durch eine neue Holzskulptur von Hugo Eckert[14] ersetzt.[15] Vom Kapellenberg öffnet sich ein weiter Blick in die Rheinebene sowie bei klarem Wetter bis in die Vogesen zum Hartmannswillerkopf.

Oberrheinische Bädermuseum

Das 1991 eröffnete Oberrheinische Bäder- und Heimatmuseum befindet sich in einem Haus mit Staffelgiebel.

Sportvereine

Im Ort gibt es den Radsportverein Bamlach[16] und die Spielvereinigung (SpVgg) Bamlach/Rheinweiler 1982 e.V.[17]

Bamlacher Krippe mit lebensgroßen Figuren aus Platanenholz

Regelmäßige Veranstaltungen

Alle fünf Jahre organisiert die Kolpingfamilie Bamlach mit Unterstützung des ganzen Dorfes und Helfern aus den umliegenden Gemeinden das Bamlacher Krippendorf, das im Advent ausgebaut wird.[18] Neben der Krippenausstellung in der Kirche, der Gemeindehalle (ca. 80 Krippen) und entlang eines Krippenweges (14 Großkrippen) durch die Gemeinde, wird ein Krippenspiel aufgeführt. Führungen entlang des Krippenweges und Begleitveranstaltungen in der Kirche ergänzen das Angebot. Das Krippendorf wurde zuletzt 2023 organisiert.[19]

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

  • In Bamlach gibt es zwei 18-Loch-Golfplätze (Kapellenberg und Quellenhof) die vom Drei Thermen Golfresort[20] betrieben werden.
  • Der Campingplatz Lug ins Land[21] bietet neben Stellplätzen auch Mobilheime und Schlaffässer.

Verkehr

Im Rheintal westlich des Ortskerns verlaufen die Autobahn A5 (zugänglich über die Anschlussstelle Efringen–Kirchen) und die Kreisstraße 6347. Der Ortskern ist über Gemeindestraßen vom zentralen Ort Bad Bellingen, dem Ortsteil Rheinweiler sowie vom Nachbarort Blansingen erreichbar. In Bad Bellingen und Rheinweiler gibt es zudem Bahnhöfe an der Rheintalstrecke.

Weinbau

Bamlacher Kapellenberg ist die Bamlacher Weinlage, in der hauptsächlich Weiß- und Grauburgunder, Müller-Thurgau und Spätburgunder angebaut wird.

Das Weingut Marienheim ist eine Außenstelle des Sankt Josefshauses Herten.[22]

Literatur

  • Abteilung Landesbeschreibung des Staatsarchivs Freiburg im Breisgau (Bearbeiter): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg. Der Landkreis Lörrach. Band I. A. Allgemeiner Teil. B. Gemeindebeschreibungen Aitern bis Inzlingen. C. Quellen und Literatur. Herausgegeben von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Lörrach. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1993, ISBN 3-7995-1353-1, S. 542, 547, 567–573.
  • Hubert Gilgin: Kriegsereignisse des 17. bis 19. Jahrhunderts um Bad Bellingen. In: Das Markgräflerland, Band 1/1999, S. 30–52 Digitalisat der UB Freiburg
  • Renate Reimann: Das Oberrheinische Bädermuseum Bad Bellingen-Bamlach. In: Das Markgräflerland, Band 1/1999, S. 53–58 Digitalisat der UB Freiburg
  • Jutta Schütz: Die Schmiede Berger im Oberrheinischen Bäder- und Heimatmuseum Bamlach. In: Das Markgräflerland, Band 2013, S. 75–89 Digitalisat der UB Freiburg
  • Karl Seith: Zur Einwanderung von Schweizern nach dem Dreißigjährigen Kriege in die ritterschaftlichen Orte Bamlach, Rheinweiler und Bellingen. In: Das Markgräflerland, Heft 2/4-1940, S. 61–68 Digitalisat der UB Freiburg
  • Johannes Helm: Die existierenden, verschwundenen und aufgegebenen Kirchen und Kapellen im Markgräflerland und in den angrenzenden Gebieten des ehemals vorderösterreichischen Breisgaues sowie des hochstiftbaselischen Amtes Schliengen. Versuch einer bau– und kunstgeschichtlichen Bestandsaufnahme. Satz und Druck Aug. Schmidt, Müllheim (Baden) 1989, ISBN 3-921709-16-4, S. 39.
Commons: Bamlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Bamlach – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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