Bandinello Sauli

italienischer Kardinal und Bischof From Wikipedia, the free encyclopedia

Bandinello Sauli (auch Bendinelli oder Bendinello; * um 1484 in Genua, Republik Genua; † 29. März 1518 in Monterotondo) war ein italienischer Kardinal der Römisch-katholischen Kirche und Mäzen der Renaissance.

Badinello Sauli (Gemälde von Sebastiano del Piombo)

Leben

Herkunft und frühe Jahre

Bandinello Sauli wurde um 1484[1] in Genua als ältester von fünf Söhnen und zwei Töchtern des wohlhabenden Kaufmanns und Bankiers Pasquale di Bendinelli Sauli und seiner Frau Mariola Giustiniani Longhi geboren. Die Familie Sauli gehörte zu den einflussreichsten Bankiersfamilien Genuas; ihr Onkel Paolo Sauli hatte als päpstlicher Generaldepositar enge Verbindungen zur Römischen Kurie geknüpft.

Als ältester Sohn war Sauli zunächst für die Geschäfte der Familie bestimmt. Er trat früh in das Handels- und Bankgeschäft ein und bekleidete in Genua verschiedene Ehrenämter. Nach dem Beginn des Pontifikats Julius II. (1503), mit dem die Sauli enge wirtschaftliche und politische Beziehungen unterhielten, wechselte er in die kirchliche Laufbahn. Er kam nach Rom und wurde Apostolischer Protonotar, Abbreviator und Schreiber der päpstlichen Kanzlei sowie Kämmerer des Papstes.

Bischöfliche Laufbahn

Am 5. Oktober 1506 wurde er zum Bischof von Malta ernannt. Am 23. Februar 1509 wurde er auf die vereinigten Bischofssitze Gerace und Oppido Mamertina transferiert, die er bis zum 19. November 1517 innehatte. Ab dem 5. August 1513 verwaltete er zudem ebenfalls bis zum 19. November 1517 als Apostolischer Administrator das Bistum Albenga.

Erhebung zum Kardinal

Im Konsistorium vom 10. März 1511 erhob ihn Papst Julius II. zum Kardinaldiakon. Am 13. März erhielt er das Kardinalsbirett, am 17. März die Diakonie Sant’Adriano am Forum Romanum. Am 24. Oktober 1511 optierte er für die Titelkirche Santa Sabina, am 18. Juli 1516 für Santa Maria in Trastevere.

Er nahm am Konklave 1513 teil, aus dem Papst Leo X. hervorging, und soll maßgeblich dazu beigetragen haben, die Stimmen der jüngeren Kardinäle auf Giovanni de' Medici zu lenken. Leo X. übertrug ihm daraufhin zahlreiche kirchliche und diplomatische Aufgaben: 1513 war er einer der Kardinäle, die beim Fünften Laterankonzil die Pragmatische Sanktion von Bourges berieten. Im Dezember 1515 empfing er gemeinsam mit Kardinal Giulio de’ Medici den französischen König Franz I. bei seinem Einzug in Bologna, wo dieser und Leo X. das Konkordat von Bologna unterzeichneten.

Sturz

Im Frühjahr 1517 wurde Kardinal Alfonso Petrucci beschuldigt, ein Attentat auf den Papst geplant zu haben. Sauli wurde beschuldigt, von dem Komplott gewusst und es nicht angezeigt zu haben. Am 19. Mai 1517 wurde Petrucci und kurz darauf Sauli verhaftet und in die Engelsburg gebracht. Im Konsistorium vom 22. Juni 1517 ließ Leo X. Sauli seines Kardinalats entheben und ihn dem weltlichen Arm übergeben.

Am 31. Juli 1517 wurde er freigelassen und teilweise in seinen Rang wiedereingesetzt – zunächst jedoch ohne aktives und passives Stimmrecht im Kardinalskollegium. Am 25. Dezember 1517 wurden ihm alle Rechte vollständig zurückgegeben.

Tod

Sauli starb am 29. März 1518 in Monterotondo. Er wurde in seiner Titelkirche beigesetzt.

Commons: Bandinello Sauli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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