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Bankeinbruch in Gelsenkirchen 2025

Einbruch in den Tresorraum einer Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer im Dezember 2025 From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bankeinbruch in Gelsenkirchen 2025 war ein Einbruch in den Tresorraum der Filiale Gelsenkirchen-Buer der Sparkasse Gelsenkirchen, der im Dezember 2025 zwischen den Jahren stattfand. Dabei wurden rund 3200 Schließfächer aufgebrochen und ihr Inhalt entwendet. Der Wert der erbeuteten Gegenstände wird auf 30 bis über 100 Millionen Euro geschätzt.[1] Damit wäre der Einbruch einer der größten Coups in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte.[2][3] Die Tat erregte internationales Medieninteresse.[2]

Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer

Ablauf

Der Einbruch ereignete sich an den Weihnachtsfeiertagen oder am darauffolgenden Wochenende (27./28. Dezember), wurde aber erst am Montag (29. Dezember) entdeckt. Die Täter verschafften sich von einer benachbarten Tiefgarage ausgehend zunächst Zugang zu einem Archivraum und gelangten mittels Kernbohrung durch die Stahlbetonwand zum Tresorraum.[4][2][5][6][7][8]

Am Samstag (27. Dezember) gab es einen Brandmeldealarm in dem Bankgebäude. Polizei und Feuerwehr waren gegen 06:15 Uhr vor Ort, „konnten aber nichts feststellen, was auf einen Schaden schließen ließ“, wie die Polizei mitteilte.[2] Entdeckt wurde der Einbruch nach einem weiteren Brandmeldealarm, der am Montagmorgen um 03:58 Uhr bei der Feuerwehr einging.[7]

Nach Bekanntwerden des Einbruchs fanden sich am Montag (29. Dezember) einige Dutzend und am Dienstagvormittag (30. Dezember) schätzungsweise 200 Menschen vor der Filiale ein. Ein Sprechchor skandierte „Wir wollen rein!“, mehrere Menschen stürmten in den Vorraum der Sparkasse. Polizeikräfte rückten an und sicherten den Eingang.[2]

Ermittlungen

Videoaufzeichnungen aus dem Parkhaus vom frühen Montagmorgen (29. Dezember) zeigten einen mit mehreren maskierten Männern besetzten schwarzen Audi RS6 mit Kennzeichen aus Hannover, die sich als gefälscht herausstellten,[2] sowie einen weißen Mercedes-Kleintransporter.[9] Zeugen gaben an, in der Nacht von Samstag (27. Dezember) auf Sonntag (28. Dezember) mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus des Parkhauses gesehen zu haben.[10][6][5][3]

Am 4. Januar 2026 fand ein Zeuge die beiden Kennzeichen des gesuchten Audi nahe des Dortmunder Hauptbahnhofs auf dem Boden. Er brachte sie in die dortige Bundespolizeiwache.[1]

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisierte die Sparkasse am 17. Januar 2026 wegen einer „mangelhaften Weitergabe wichtiger Informationen an Polizei und Staatsanwaltschaft“. Die Ermittler führten daher eine Durchsuchung der Sparkasse durch, um Datenträger und Kundendaten zu sichern.[11]

Die Anzahl der Ermittler bei der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) namens Bohrer wurde Mitte Januar von zunächst 230 auf 350 Personen aufgestockt. Es wird im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr und sieben Tagen die Woche ermittelt. Es müssen 30.000 Gegenstände im Tresorraum gesichtet und dokumentiert werden. Bei dem Einbruch haben die Täter auch Wertsachen zurückgelassen. Mehrere 1.000 Stunden Videomaterial müssen gesichtet werden. Am 21. Januar 2026 besuchte Innenminister Herbert Reul den Tatort. Laut Reul haben die Täter den Schließmechanismus einer Verbindungstür zwischen Parkhaus und Bankfiliale manipuliert und einen Bewegungsmelder dahinter abgeklebt. Am gleichen Tag war der Raub Thema in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst. Nach dem Fahndungsaufruf gingen Dutzende Hinweise ein.[12]

Gerichtliche Aufarbeitung

Zahlreiche Opfer werfen der Sparkasse vor, den Tresorraum nicht ausreichend geschützt zu haben, und machen sie deswegen mit für den entstandenen Schaden haftbar. Am 11. Juni 2026 begann das erste Schadensersatzverfahren vor dem Landgericht Essen.[13][14] Das Landgericht setzte die Verfahren dann zunächst aus, weil es das Gutachten eines Sachverständigen einholen will, um zu klären, ob die Sicherheitsvorkehrungen der Bank ausreichend waren.[15]

Siehe auch

Einzelnachweise

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