Bann (Pfalz)

Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz From Wikipedia, the free encyclopedia

Bann ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an, innerhalb derer sie gemessen an der Fläche die viertgrößte und hinsichtlich der Einwohnerzahl die fünftgrößte Ortsgemeinde ist.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Bann (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bann hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 23′ N,  37′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 362 m ü. NHN
Fläche: 12,94 km²
Einwohner: 2204 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66851
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 002
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Website: www.bann.de
Ortsbürgermeister: Michael Klingel (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Bann im Landkreis Kaiserslautern
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Ortsbild von Bann mit Großen Hausberg im Hintergrund

Geographie

Lage

Bann liegt am westlichen Rand des Pfälzerwaldes, der in diesem Bereich in die Sickinger Höhe übergeht, 13 Kilometer südwestlich von Kaiserslautern im Steinalbtal. Der Norden der Gemarkung ist Teil des Naturraumes Sickinger Stufe. Zur Gemeinde gehört zusätzlich der Wohnplatz Forsthaus Steigerhof.[2] Im Osten des Gemeindegebiets befindet sich das Walkmühltal und unmittelbar an der östlichen Gemarkungsgrenze das Kolbental. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Kindsbach, Kaiserslautern, Queidersbach, Obernheim-Kirchenarnbach, Oberarnbach und Landstuhl.

Erhebungen

Im Osten der Gemarkung erstreckt sich der 471 m ü. NHN hohe Große Hausberg. An der Gemarkungsgrenze zu Landstuhl und Oberarnbach erstreckt sich der 461 m ü. NHN hohe Kahlenberg samt seinem östlichen Anstieg Ziegelsteige und ganz im Nordosten der 375 m ü. NHN hohe Kleine Berg.

Gewässer

Durch Bann fließt ein kleiner Bach, der Queidersbach, volkstümlich auch „Steinalb“ genannt. Er entspringt an der Ziegelsteige auf der Sickinger Höhe, wird zunächst jedoch unterirdisch geführt und tritt erst im „Bännjer“ Siedlungsgebiet an die Oberfläche. Im Osten der Gemarkung entspringt der Hoheneckermühlbach, der stellenweise die Gemarkungsgrenze zu Queidersbach bildet. Beide Gewässer gehören zum Flusssystem der Moosalbe.

Geschichte

Im Fleischackerloch, westlich von Landstuhl, findet man Steinkranzgräber, die auf eine Besiedlung vor ca. 2500 bis 3000 Jahren hinweisen. Ein Relikt aus der Jungsteinzeit (2000–3000 v. Chr.) ist ein am Bach in Bann gefundenes Steinbeil, was von einer Existenz von Menschen zu dieser Zeit in der Gemarkung Bann zeugt.[3]

Bann wurde erstmals urkundlich im Jahr 1182 erwähnt.

Das Dorf Bann gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sogenannten Großgericht der Herrschaft Landstuhl, das im Besitz der Freiherren von Sickingen der Linie zu Hohenburg war.

Im Jahr 1794 wurde das linke Rheinufer im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Bann in den Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg eingegliedert und unterstand der Mairie Landstuhl.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Bann von 1817 an zum Landkommissariat Homburg im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Homburg. Da ein Teil des Bezirksamts – einschließlich Homburg selbst – 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte der Ort ins Bezirksamt Kaiserslautern und wurde bis 1938 von einer in Landstuhl ansässigen Bezirksamtsaußenstelle verwaltet.

Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bann innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz sowie des Regierungsbezirks Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Landstuhl eingegliedert.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Bann, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815415
1835611
1871636
1905882
19391.368
19501.620
19611.902
JahrEinwohner
19702.142
19872.180
19972.349
20052.355
20112.202
20172.230
20242.204[1]
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Religion

Die Katholiken der Gemeinde gehören zum Dekanat Kaiserslautern im Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Bann besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUFWGGesamt
20247916 Sitze[5]
201910616 Sitze[6]
201411516 Sitze[7]
2009410216 Sitze
2004310316 Sitze
199949316 Sitze
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  • FWG = Freie Wählergruppe Bann e. V.

Bürgermeister

Michael Klingel (FWG) wurde am 26. August 2024 Ortsbürgermeister von Bann.[8][9] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 50,4 % gegen einen CDU-Mitbewerber durchgesetzt.[10]

Klingels Vorgänger Stephan Mees (CDU) hatte das Amt seit 2014 inne und trat bei der Direktwahl 2024 nicht mehr an.[11] Sein Vorgänger war der Parteikollege Arnold Germann, der 14 Jahre als Ortsbürgermeister von Bann amtierte.[12]

Wappen

Wappen von Bann
Wappen von Bann
Blasonierung: „Von Rot und Schwarz gespalten, rechts ein linksgewendeter blaubewehrter und -bezungter silberner Löwe, links fünf silberne Bollen 2:1:2.“
Wappenbegründung: Die Bollen verweisen auf die einstige Zugehörigkeit zu den Freiherren von Sickingen.

Gemeindepartnerschaft

Seit 1989 existiert eine Partnerschaft mit dem französischen Migné-Auxances.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler

Denkmalgeschützte Ruine der Burg Perlenberg

Neun Objekte des Ortes stehen unter Denkmalschutz, darunter die Ruine der Burg Perlenberg im Osten der Gemarkung und ein Menhir.

Natur

Das Naturschutzgebiet Täler und Verlandungszone am Gelterswoog liegt teilweise auf dem Gebiet von Bann. Der östlich des Queidersbachs befindliche Teil der Gemeindegemarkung gehört zum Naturpark Pfälzerwald im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord. Die Apfelsorte Grasblümchen stammt unter anderem aus dem Gebiet von Bann. Mit der Perlenberg besteht im Nordosten der Gemeindegemarkung ein 1994 ausgewiesenes Naturwaldreservat, das zwölf Hektar umfasst.

Sport

Der Schachverein SC Bann spielte in der Saison 2006/07 in der ersten Schachbundesliga. Der Schützenverein St. Hubertus Bann ist über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Fast jedes Jahr ist der Verein bei den Deutschen Schießsportmeisterschaften vertreten. Der SV Bann bietet Fußball an.

Ein weiterer Verein ist der TTC Bann, unterteilt in die Abteilungen Tischtennis und Tennis.

Veranstaltungen

In Bann finden am vierten Wochenende im September die jährliche Kirchweihe sowie das traditionelle Worschtzippelfest statt, das von den örtlichen Vereinen als Dorffest getragen wird.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Durch die geographischen Gegebenheiten dominierte in Bann jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft. Die örtlichen Waldgebiete unterstehen dem Forstamt Kaiserslautern, ebenso das im nordöstlichen Gemeindegebiet befindliche Forsthaus Steigerhof.

Verkehr

Bann liegt an der in Nord-Süd-Richtung von Landstuhl nach Steinalben verlaufenden Landesstraße 363. Von ihr zweigt die Kreisstraße 61 nach Oberarnbach ab. Die Gemeinde ist durch die Anschlussstelle Bann der A 62 an das Autobahnnetz angebunden.

Der Öffentliche Nahverkehr ist seit 2006 in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert, davor war die Gemeinde seit 2000 Bestandteil des Westpfalz-Verkehrsverbundes (WVV). Zudem betreiben die SWK Stadtwerke Kaiserslautern Verkehrs-AG die Nachtbuslinie N4, die bis nach Queidersbach und Hohenecken führt.

Tourismus

Bann liegt an der Nordroute der Pfälzer Jakobswege. Mitten durch das Siedlungsgebiet führt der Sickinger Mühlenradweg, der eine Verbindung mit Thaleischweiler-Fröschen und Ramstein-Miesenbach herstellt. Durch den Norden und Osten der Gemarkung verläuft der mit einem roten Kreuz markierte Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz und der zu den sogenannten Saar-Rhein-Wanderwegen zählende Weg mit der Kennzeichnung Schwarzer Punkt auf weißem Balken. Durch den Süden des Gemeindegebiets verläuft der Skulpturenweg Schweinstal, der einen Teil des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz bildet; an seiner Route steht die 2013 von Daniel Stern geschaffene Skulptur Schleierwerk.

Bildung

In Bann gibt es die Don-Bosco-Grundschule.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Elmar Wolf (1939–2006), Musiker, Komponist, Orchesterchef, Musikverleger und Produzent
  • Leo Spielberger (* 1961), Fußballspieler

Personen, in Bann wirkten

  • Jakob Knauber (1869–1950), Priester der Diözese Speyer, Prälat, Studienprofessor und Heimatschriftsteller, war von 1907 bis 1913 in der Gemeinde Pfarrer
  • Jean Zimmer (* 1993), spielte in seiner Jugend bis 2004 beim SV Bann Fußball
Commons: Bann – Sammlung von Bildern
 Wikinews: Bann (Pfalz) – in den Nachrichten

Einzelnachweise

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