Banoo Jehangir Coyaji

From Wikipedia, the free encyclopedia

Banoo Jehangir Coyaji (Hindi बानू जहाँगीर कोयाजी; * 1917; † 15. Juli 2004 in Pune[1]) war eine indische Ärztin, Sozialreformerin und Gesundheitsmanagerin, die mit dem King Edward Memorial Hospital in Pune und gemeindenaher Gesundheitsversorgung in Maharashtra verbunden war.[2] Sie erhielt 1993 den Ramon-Magsaysay-Preis, dessen Begründung ihre Nutzung eines modernen städtischen Krankenhauses für bessere Gesundheitsversorgung ländlicher Frauen und Familien hervorhob.[3]

Leben

Coyaji stammte aus einer wohlhabenden parsischen Familie, wurde in Bombay, dem heutigen Mumbai, ausgebildet und erwarb dort einen medizinischen Doktorgrad in Geburtshilfe und Gynäkologie.[3] Im Jahr 1944 begann sie ihre Arbeit am King Edward Memorial Hospital in Pune, damals einem privat finanzierten Entbindungskrankenhaus mit etwa 40 Betten.[3] Am KEM Hospital war sie von 1944 bis 1999 medizinische Leiterin.[2] Neben ihrer Arbeit im Gesundheitswesen leitete sie die Sakal Group of Newspapers.[4] Sie war in Indien eine bekannte Sozialarbeiterin.[1] Sie starb im Sommer 2004 nach längerer Krankheit in Pune.[1]

Wirken

Unter Coyajis Leitung entwickelte sich das KEM Hospital von einer kleinen Entbindungseinrichtung zu einem multispezialisierten Lehrkrankenhaus mit mehr als 550 Betten.[2] In den späten 1940er-Jahren eröffneten Coyaji und Shakuntala Paranjpe am KEM Hospital eine Klinik für Familienplanung, ein damals gesellschaftlich tabuisiertes Thema.[5] Im Jahr 1972 richtete sie in Vadu, rund 40 Kilometer von Pune entfernt, ein primäres Gesundheitszentrum ein, aus dem später das Shirdi-Saibaba-Landkrankenhaus hervorging.[3] 1977 startete sie ein gemeindenahes Gesundheitsprogramm, in dem rund 600 Mädchen aus der Region in Ernährung, Hygiene, Sanitation und Familienplanung geschult wurden.[3] Ihre Gemeindearbeiterinnen vermittelten Gesundheitswissen, förderten Familienplanung und verwiesen gefährdete Personen an das ländliche medizinische Zentrum in Vadu oder an das KEM Hospital in Pune.[3] 1988 eröffnete Coyaji das Projekt für Gesundheit und Entwicklung junger Frauen, das Mädchen und junge Frauen in praktischen Fertigkeiten, Gesundheitsfragen und Gesprächen über Kaste und Geschlechterrollen stärken sollte.[3] 1973 nahm das KEM Hospital Research Centre mit Coyaji als Vorsitzender und V. N. Rao als Forschungsleiter seine Arbeit auf und widmete sich der Bevölkerungskontrolle, Gesundheit, Hygiene und Mutter-Kind-Gesundheit.[6] Ihre Beiträge waren eng mit Familienplanung, städtischer und ländlicher Gesundheit sowie Kindergesundheit verbunden.[4] Sie wurde mit dem Padma Bhushan und dem Ramon-Magsaysay-Preis ausgezeichnet.[2]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI