Barbara Vetter
deutsche Philosophin
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Barbara Vetter (* 1982) ist eine deutsche Philosophin und Professorin für Theoretische Philosophie an der Freien Universität Berlin.[1] Bekannt wurde sie insbesondere für Arbeiten zur Theorie der Modalität; 2026 war sie eine von zehn mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichneten Forschenden.[2][3]
Leben
Vetter studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes[4] Philosophie in Erlangen und Oxford; 2006 schloss sie an der University of Oxford ein Studium mit einer Arbeit über abstrakte Objekte ab, 2010 folgte dort die Promotion mit der Dissertation Potentiality and Possibility.[5][6] Nach einer kurzen Tätigkeit an der Universität Duisburg-Essen war sie von 2010 bis 2016 Juniorprofessorin für theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin.[6] Nach einer Professur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wechselte sie 2017 an die Freie Universität Berlin.[6] Ihre Hinwendung zur Philosophie beschrieb sie rückblickend als „Liebe auf den ersten Blick“; nach der Lektüre von Sofies Welt arbeitete sie sich bereits als Jugendliche autodidaktisch durch die Philosophiegeschichte, zudem war sie die Erste in ihrer Familie mit Universitätsabschluss.[7]
Wirken
Vetters Arbeit bewegt sich vor allem im Bereich der analytischen Philosophie, insbesondere in Metaphysik, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie, wobei der Begriff des Könnens für ihre Forschung zentral ist.[1] In ihren Beiträgen kritisiert sie das in der zeitgenössischen analytischen Philosophie verbreitete Modell einer Pluralität möglicher Welten und entwickelt mit der Potenzialität ein Alternativkonzept, das Möglichkeiten in der aktuellen Welt verankert.[5][8] Diesen Ansatz entwickelt sie handlungs- und erkenntnistheoretisch weiter und fragt nach dem Verhältnis kognitiver und praktischer Fähigkeiten sowie nach dem Wissen von Handelnden über ihre eigenen Möglichkeiten.[5] Für ihre wissenschaftlichen Leistungen erhielt sie 2015 den Stegmüller-Preis der Gesellschaft für Analytische Philosophie; 2026 folgte der mit 2,5 Millionen Euro dotierte Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis.[6][9] Neben ihrer Forschung ist sie Vizepräsidentin der Gesellschaft für Analytische Philosophie, Co-Sprecherin der Kollegforschungsgruppe Human Abilities und engagiert sich gegen die Unterrepräsentation von Frauen sowie für Erstakademiker im Fach Philosophie.[6][5]